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Alles futsch: 10 Milliardäre, die ihr Vermögen verloren

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: Getty)

Wer Milliardär ist, hat für immer ausgesorgt? Nicht unbedingt. Es gibt tatsächlich eine ganze Reihe Menschen, die es zu so viel Reichtum gebracht und wieder viel verloren haben. Wir stellen Ihnen zehn spektakuläre Fälle vor.

Haben Sie eine Vorstellung, wie viel eine Milliarde Euro eigentlich ist? Man könnte damit 4.000 Häuser zu 250.000 Euro kaufen oder 1.000 Häuser für eine Million, 20.000 Autos für 50.000 Euro oder 10.000 Angestellten ein Jahresgehalt von 100.000 Euro bezahlen. Das rechnet The Motley Fool vor.

Das Finanzdienst-Portal hat eine Liste mit ehemals sehr reichen Menschen erstellt, die Milliarden verloren haben. Die interessanten Geschichten dahinter haben wir uns einmal für Sie angeschaut:

Bernard Lawrence „Bernie“ Madoff

Bernard Madoff (TIMOTHY A. CLARY/AFP/Getty Images)

Er ist als Kopf des größten Schneeballsystems der US-Geschichte bekannt. Bernie Madoff hat 4.800 Menschen um ihr Geld betrogen. Der Gesamtschaden wurde mit 65 Milliarden US-Dollar beziffert. 2008 flog er auf, wurde unter anderem wegen Meineid, Geldwäsche und Diebstahl zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt. Es wird geschätzt, dass er, bevor er verurteilt wurde, 17 Milliarden US-Dollar besaß.

Eike Fuhrken Batista

Batista war als der reichste Mann Brasiliens bekannt. 2012 war er mit einem Vermögen von 30 Milliarden US-Dollar der siebtreichste Mensch der Welt. Sein Geld machte er größtenteils mit Rohstoffunternehmen, war im Besitz von Gold- und Silberminen. Ein Jahr später brach sein Unternehmen unter anderem wegen fallender Aktienkurse zusammen. Im Juli 2013 betrug sein Vermögen nur noch 0,2 Milliarden US-Dollar.

Eike Fuhrken Batista. (Bild: Getty Images)


„Interessanterweise legte ihm ein Priester nahe, dass alles, was er dem Meer entnommen hatte, auf die eine oder andere Weise zurück zur Natur kommen müsse und dass das mit einer rituelle Geste, bei der er Dankbarkeit zeige, geschehen könne. Batista warf daraufhin Goldmünzen im Wert von mehr als 150.000 Dollar in den Ozean“, berichtet Motley Fool.

Elizabeth Holmes

Holmes ist eine US-amerikanische Hochstaplerin im Bereich Biotechnologie. Sie war Boss von Theranos, einem Unternehmen, das versprach, medizinische Tests durch kostengünstige Bluttests zu ersetzen und zu revolutionieren. Sie besaß 50 Prozent der Anteile von Theranos im Wert von 4,5 Milliarden US-Dollar und laut Time-Magazin zählte sie 2015 zu den hundert einflussreichsten Personen der Welt.

Elizabeth Holmes nach ihrer Anhörung in 2017. (Bild: Reuters)

Sie wurde von der US-Börsenaufsicht beschuldigt, mit ihrem Unternehmen großangelegten Betrug zu betreiben, musste eine hohe Strafe zahlen und bekam das Verbot in den nächsten zehn Jahren ein börsennotiertes Unternehmen zu leiten. 2017 listete das Forbes-Magazin ihr Vermögen unter Null.

J. Michael Pearson

Als Boss und Vorsitzender des börsenorientierten Pharmaunternehmens Valeant Pharmaceuticals verdiente Pearson dreistellige Millionenbeträge im Jahr und war Milliardär. 2016 brachen die Aktien des Konzerns um 80 Prozent ein. Grund waren Nachforschungen und strafrechtliche Klagen gegen mindestens eine ehemalige Führungskraft des Unternehmens. Pearson verlor seinen Job und sein Geld. Derzeit verklagt er laut Wikipedia Valeant Pharmaceuticals auf 32 Millionen US-Dollar Entschädigung für seine angeblich unrechtmäßige Kündigung.

Aubrey McClendon

McClendon war Mitbegründer des Energieunternehmens Chesapeake Energy, war ein Verfechter von Erdgas als alternative Energie zu Öl und Kohle. 2011 wurde sein Reichtum noch auf 1,2 Milliarden geschätzt. Ein Jahr später brachen die Aktien des Konzerns um 90 Prozent ein. Am 1. März 2016 wurde er wegen Verschwörung angeklagt, am folgenden Tag starb er bei einem Autounfall.

Aubrey McClendon. (Bild: Reuters)

Vijay Mallya

Er war als der reichste Schnapsbaron Indiens bekannt und besaß unter anderem eine Airline. Sein Nettovermögen wurde laut Motley Fool auf 1,5 Milliarden US Dollar geschätzt. Der Erfolg verließ ihn, er machte hohe Schulden. Sieben indische Banken wollten ihn ins Gefängnis bringen. Er floh aus seinem Land, wurde 2017 in Großbritannien festgenommen, aber nach Zahlung einer Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt.

Patricia Kluge

1981 heiratete Patricia Kluge den damals fünftreichsten Mann der Welt. John Werner Kluge verfügte damals über ein Nettovermögen von 5 Milliarden US-Dollar. Nach neun Jahren ließ sich das Paar scheiden. Patricia Kluge bekam 1 Milliarde US-Dollar sowie zusätzlich 1 Million US-Dollar jährlich als Abfindung. Sie investierte, machte Fehler, häufte Schulden an. Unter anderem investierte sie in einen Weinberg, den ihr Donald Trump zu einem Bruchteil des Preises abkaufte, den sie bezahlt hatte. Schließlich musste Patricia Kluge Insolvenz anmelden.

Patricia Kluge. (Bild: Getty)

Alberto Vilar

Bevor die Internetblase platzte, war Vilar Börsenspekulant und investierte in junge Hightech-Unternehmen. 2001 wurde sein Unternehmen auf 1 Milliarde US-Dollar geschätzt. Er verlor an der Börse und wurde 2010 zu neun Jahren Haft wegen Veruntreuung verurteilt. Laut Wikipedia verbüßt er seine Haft in einem Gefängnis für Häftlinge mit minderer Gefährlichkeit in New Jersey.

Masayoshi Son

Als Gründer von SoftBank, dem größten Mobilfunk- und Internetunternehmens Japans, besaß er einst 80 Milliarden US-Dollar. Auch ihm kostet das Platzen der Internetblase viel Geld. Die SoftBank-Aktien fielen um 98 Prozent, Son verlor 70 Milliarden US-Dollar. Ein armer Mann ist Son aber auch heute nicht. Im Jahr 2018 rangierte er mit einem geschätzten Vermögen von 23,8 Milliarden US-Dollar auf Platz 82 der Liste vom Forbes-Magazin mit den reichsten Menschen der Welt.

Warren Buffet

Mit einem Nettovermögen von 83 Milliarden US-Dollar ist Warren Buffet laut Forbes-Liste 2019 der drittreichste Mensch der Welt. Fast sein ganzes Geld steckt in dem von ihm aufgebauten und geleiteten Investment-Unternehmen Berkshire Hathaway.

Warren Buffet. (Bild: Reuters)

Wirklich verloren hat er sein Vermögen nicht. Er hat sich 2006 dazu bereit erklärt, mehr als 99 Prozent seines Unternehmens zu spenden. Seitdem verkauft Buffet kontinuierlich Aktien und spendet jedes Jahr mehrere Milliarden. Ein Großteil geht an die Gates-Stiftung.

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