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AKTIE IM FOKUS: Shop Apotheke ziehen an - Hoffnung auf Fortschritte in Brüssel

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Aktien der niederländischen und in Frankfurt notierten Shop Apotheke <NL0012044747> haben im Handelsverlauf am Dienstag ihre tagelange Talfahrt gestoppt und sind gegen den negativen Markttrend deutlich ins Plus geschnellt. Zum Ende des Xetra-Handels stand für die Papiere der Online-Apotheke ein Gewinn von gut 7 Prozent auf 84,70 Euro zu Buche. Damit waren sie der klare Favorit im sehr schwachen Nebenwerte-Index SDax <DE0009653386>.

Die Anleger der Shop Apotheke blicken gegenwärtig in die belgische Hauptstadt: Der Streit mit Brüssel über Online-Apotheken droht vor der deutschen EU-Ratspräsidentschaft wieder aufzuflammen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plant laut "Handelsblatt" in dieser Woche entsprechende Gespräche mit der EU-Kommission.

Die Zeitung berichtete unter Berufung auf Koalitionskreise, dass der Politiker zunehmend unter Druck aus der eigenen Partei gerate: Die Union hatte im Koalitionsvertrag ein Verbot des Versandhandels mit Arzneimitteln auf Rezept verankert, eine langjährige Forderung der deutschen Apothekerschaft. Wegen des Umgangs mit europäischen Online-Apotheken aber läuft gegen Deutschland bereits ein Vertragsverletzungsverfahren bei der Kommission. Bei dem Streit geht es auch um umstrittene Rabatte von Online-Apotheken. Nun soll wohl ein Kompromiss ausgelotet werden.

Vor dem wohl bald anstehenden Treffen von Spahn und EU-Kommissar Thierry Breton in Brüssel äußerte sich das Analysehaus Kepler Cheuvreux an diesem Dienstag optimistisch und schrieb, der Status quo in puncto Rabattverbot neige sich dem Ende entgegen. Das Thema habe in den vergangenen Jahren viel Unsicherheit in die Aktie gebracht.

Die Aktien der Shop Apotheke erscheinen derweil auch charttechnisch gut unterstützt: Der jüngste Kursrutsch hat die Papiere nicht unter die 50-Tage-Durchschnittslinie fallen lassen, die als Indikator für den mittelfristigen Trend gilt. Vielmehr sind die Anteilscheine jetzt von dieser Linie stark nach oben abgeprallt und nähern sich nun wider der 21-Tage-Linie, welche den kurzfristigen Trend abbildet.