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AKTIE IM FOKUS 2: Deutsche Bank steigen nach Zahlen auf Hoch seit Ende 2018

(neu: Aktienkurs im 1. Absatz aktualisiert)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Weiter aufwärts ist es am Donnerstag mit dem Kurs der Deutschen Bank <DE0005140008> gegangen. Nach den Geschäftszahlen und Prognosen der Bank für die Zukunft rückten die Papiere in einem schwachen Börsenumfeld um gut vier Prozent vor. An der Spitze des Dax stiegen sie auf den höchsten Stand seit Ende 2018. Zudem gelang ihnen am Donnerstag eine eindrucksvolle Kehrtwende: Im vorbörslichen Handel auf Tradegate war der Kurs noch um bis zu sieben Prozent abgesackt, und auch im frühen Xetra-Handel gab es zunächst Verluste.

Unter dem Strich stand für die Deutsche Bank 2019 ein Minus von rund 5,7 Milliarden Euro zu Buche. Experten hatten im Schnitt nach allen Aufwendungen mit einem Verlust von etwas mehr als fünf Milliarden Euro gerechnet. Die Einnahmen gingen zurück, während die Kosten stiegen. Nach dem fünften Verlustjahr in Folge hofft das Geldhaus nun dank eines radikalen Konzernumbaus auf eine Trendwende.

Trotz des überraschend hohen Verlustes kommentierte Daniele Brupbacher von der Bank UBS die Zahlen positiv. "Die Einnahmen waren etwas besser als erwartet und die operativen Kosten decken sich mit den Schätzungen", schrieb der Analyst. Profitiert habe das Institut im Schlussquartal 2019 vom Zins- und Anleihegeschäft. Zuversichtlich stimme ihn ferner die über den Erwartungen liegende Kernkapitalquote.

Zuversichtlich waren Börsianer auch in die Veröffentlichung der Zahlen und Ziele der Bank gegangen: Vom jüngsten Tief der Papiere Anfang Dezember hatten sie sich bis zum Vortag um ein Viertel erholt. Analysten hatten in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, dass die Deutsche Bank die Einnahmen steigern müsse. Diese lagen nun im vierten Quartal leicht über der Konsensschätzung.

"Die Deutsche Bank kommt bei der Restrukturierung voran, aber die Profitabilität bleibt ein Problem", lautete das Fazit von Kian Abouhossein von JPMorgan. Die Bank habe die bilanziellen Risikopositionen (RWA) vom dritten zum vierten Quartal 2019 um 20 auf 324 Milliarden Euro verringert. Auch Abouhossein lobte die überraschend hohe Kernkapitalquote und die verbesserte Verschuldungsquote. Um allerdings die Profitabilität zu erhöhen, müssten sich erst noch die Geschäfte mit Privat- und Unternehmenskunden beleben.

Die jüngste Kurserholung der Aktien relativiert sich allerdings, wenn man einen Blick auf die vergangenen Jahre wirft. Um nur die Zwischenhochs aus dem Jahr 2017 knapp unter 18 Euro wieder zu erreichen, müsste sich der Kurs mehr als verdoppeln. Analysten sind derweil durchweg unverändert skeptisch: Von den 15 im dpa-AFX Analyser aufgeführten Bankexperten rät nicht einer zum Kauf der Papiere.