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Acht Punkte, die für Anleger heute wichtig sind

Im Fokus der Anleger stehen erneut Unternehmenszahlen. Zudem berät sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten über weitere Lockerungen.

Das Coronavirus hinterlässt tiefe Spuren in den Konzernbilanzen. Foto: dpa

Der Blick der Anleger richtet sich auch an diesem Donnerstag auf die Unternehmenswelt: In Deutschland berichten unter anderem die Chemiekonzerne BASF und Wacker Chemie sowie Sixt und Vossloh, wie sich die Krise auf ihr Geschäft zum Jahresanfang ausgewirkt hat. BASF bereits am Mittwoch wegen der Coronakrise seine Prognose für 2020 zurückgezogen.

Zudem tagt am Donnerstag das oberste Gremium der Europäischen Zentralbank. Eine weitere Zinssenkung unter den geltenden Einlagensatz von minus 0,5 Prozent gilt zwar als unwahrscheinlich. Doch die Notenbank könnte nach Ansicht von Experten das 750 Milliarden Euro umfassende Notfallkaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen noch einmal aufstocken. Selbst wenn Die EZB an ihrem bisherigen geldpolitischen Kurs festhält, dürfte Chefin Christin Lagarde ein düsteres Bild der Konjunktur im Euro-Raum zeichnen.

Nachdem Facebook und Microsoft in dieser Woche den Anfang mit ihrem Quartalsbericht gemacht haben, legen nun Mittwoch die US-Tech-Konzerne Amazon, Apple und Twitter nach.

Auf der außerbörslichen Handelsplattform Lang & Schwarz notierte der Dax vor Handelsbeginn rund 1,4 Prozent höher als am Vortag bei 11.380 Punkten. Am Mittwoch schloss der deutsche Leitindex fast drei Prozent im Plus bei 11.108 Punkten. Grund für den deutlichen Gewinn war die Hoffnung der Anleger auf das Corona-Medikament Remdesivir des US-Biotech-Konzerns Gilead.

1 – Vorgabe aus den USA

In der Hoffnung auf ein rasches Ende der Coronavirus-Krise sind Anleger am Mittwoch in den US-Aktienmarkt eingestiegen. Zusätzlichen Schub erhielten die Leitindizes von positiv aufgenommenen Firmenbilanzen. Der Standardwerteindex Dow Jones schloss 2,2 Prozent höher auf 24.633 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 3,6 Prozent auf 8914 Punkte vor. Der breit gefasste S & P 500 legte 2,7 Prozent auf 2939 Punkte zu. Auch können sich die Anleger darauf verlassen, dass die US-Notenbank Federal Reserve in der der Coronakrise alle Instrumente einsetzt, über die sie verfügt. Die Währungshüter beließen den Leitzins am Mittwoch in der Spanne von null bis 0,25 Prozent und gelobten zugleich, die gesamte Bandbreite der Instrumente zur Stützung der Wirtschaft zu nutzen. Die Notenbank werde sie „kraftvoll, vorausschauend und aggressiv“ einsetzen, sagte Fed-Chef Jerome Powell in einer Videokonferenz nach dem Zinsbeschluss. Der Konjunktur stehe im Frühjahr ein „beispielloser“ Einbruch ins Haus, nachdem die Wirtschaft schon zu Jahresbeginn geschrumpft war.

2 – Handel in Asien

Die asiatischen Aktien stiegen am Donnerstag auf ein neues Sieben-Wochen-Hoch. Ermutigende erste Ergebnisse einer Covid-19-Behandlungsstudie trieben die Hoffnungen der Anleger, weil ein Medikament den Ländern helfen kann, Geschäftsbeschränkungen aufzuheben und die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Die Börse in Tokio hat sich am Donnerstag zunächst stärker gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 2,6 Prozent höher bei 20.282 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,7 Prozent und lag bei 1474 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 1,3 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 1,2 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 1,4 Prozent.

3 – Merkel telefoniert mit den Ministerpräsidenten

Wie geht es in Deutschland in der Coronakrise weiter? Darüber spricht Bundeskanzlerin Angela Merkel an diesem Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit den Ministerpräsidenten der Länder. Das Gespräch ist für 14 Uhr geplant. Die Erwartungen wurden bereits im Vorfeld gedämpft: Weitere Schritte will die Kanzlerin frühestens am 6. Mai bekanntgeben.

4 – BASF öffnet seine Bücher

Der Chemiekonzern legt an diesem Donnerstagmorgen um 9 Uhr in Ludwigshafen seine Geschäftszahlen für das erste Quartal 2020 vor. Dem Unternehmen macht schon länger eine schwächere Nachfrage vor allem aus der Autoindustrie zu schaffen. Jetzt kommen die Folgen der Coronavirus-Pandemie hinzu.

Das Unternehmen präsentiert die Quartalszahlen im Rahmen einer Telefonkonferenz. Die Hauptversammlung am 18. Juni wird im Internet stattfinden.

5 – Amazon veröffentlicht Zahlen

Der US-Konzern gilt mit seiner Versandhandelsplattform und seinem Cloud-Geschäft als größter Gewinner der Coronakrise. Während der stationäre Handel weltweit unter den Ausgangsbeschränkungen leidet, boomt der Onlinehandel.

Um die hohe Nachfrage zu befriedigen, gab der Konzern in der Pandemie bekannt, 100.000 neue Mitarbeiter einstellen zu wollen. Trotzdem kam es zu Lieferverzögerungen. Immer wieder gab es auch Berichte über Covid-19-Erkrankungswellen an unterschiedlichen Standorten. Ähnlich plötzlich ist im März die Nachfrage nach Cloud-Lösungen gestiegen, weil viele Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Homeoffice schicken mussten. Amazon ist vor Microsoft und dem Google-Mutterkonzern Alphabet Marktführer in dem Segment.

Da sich die Krise erst seit März auf das weltweite Geschäft auswirkt, gelten die am Donnerstag nach Börsenschluss präsentierten Zahlen vor allem als Ausblick auf das mutmaßliche Rekordgeschäft im zweiten Quartal. Es wird erwartet, dass der Konzern langfristig von der Coronakrise profitiert, weil sich Menschen an Onlineshopping gewöhnen und Firmen dauerhaft auf dezentrales Arbeiten setzen könnten.

6 – Apple präsentiert Quartalsergebnis

Die Auswirkungen der Coronakrise auf den US-Techkonzern sind schwer zu prognostizieren. Wie verkauft sich das iPhone in Krisenzeiten und solange die Apple-Stores geschlossen sind? Welche Folgen haben Lieferverzögerungen? Der Konzern aus dem Silicon Valley ist stark vom chinesischen Markt abhängig, der als erster von der Corona-Pandemie und den Lockdowns getroffen wurde.

Kaum ein anderer Elektronikhersteller hat so große Anteile seiner Produktion nach China verlagert. Zudem ist das Land ein wichtiger Absatzmarkt für Apple. Gespannt wird erwartet, ob das Management im Gespräch mit den Analysten etwas über den Erfolg des neuen iPhone SE verrät. Das Gerät ist für ein Apple-Produkt verhältnismäßig günstig und könnte dem Konzern neue Käufergruppen erschließen.

7 – Twitter veröffentlicht Quartalsbericht

Der Kurznachrichtendienst hatte bereits Ende März seine Gewinnprognose einkassiert und dürfte stark unter der Pandemie leiden. Twitter verdient sein Geld mit dem krisenanfälligen Anzeigengeschäft. Werden Marketingbudgets bei Unternehmen gekürzt, lassen sich die digitalen Anzeigen am schnellsten stornieren.

Analysten erwarten, dass Twitter von der Coronakrise noch härter getroffen wird als andere Netzwerke wie das bei Werbern beliebte Facebook. Die Zahlen werden für 13 Uhr erwartet.

8 – EZB hält Zinssitzung ab

In einer virtuellen Konferenz berät der EZB-Rat über den weiteren geldpolitischen Kurs in der Coronakrise. Angesichts relativ hoher Risikoaufschläge vor allem für italienische Staatsanleihen steht die EZB unter Druck.

Investoren werden daher genau darauf achten, ob EZB-Chefin Christine Lagarde Signale für eine Ausweitung der Anleihekäufe oder Erleichterungen für die Banken gibt.

Termine Unternehmen am 30. April

  • 06:30 Uhr, Schweiz: Lafargeholcim, Q1 Trading Update
  • 06:45 Uhr, Norwegen: Equinor, Q1-Zahlen
  • 07:00 Uhr, Schweiz: Clariant, Q1-Zahlen
  • 07:00 Uhr, Schweiz: Swiss Re, Q1-Zahlen
  • 07:00 Uhr, Deutschland: BASF, Q1-Zahlen (9.00 h Presse-Call, 11.00 h Investorencall)
  • 07:00 Uhr, Deutschland: Vossloh, Q1-Zahlen
  • 07:00 Uhr, Deutschland: Takkt, Q1-Zahlen
  • 07:00 Uhr, Deutschland: Fuchs Petrolub, Q1-Zahlen (Presse-Call 09.00 h)
  • 07:00 Uhr, Deutschland: Nemetschek, Q1-Zahlen
  • 07:00 Uhr, Finnland: Nokia, Q1-Zahlen
  • 07:15 Uhr, Spanien: BBVA, Q1-Zahlen
  • 07:15 Uhr, Schweiz: Swisscom, Q1-Zahlen
  • 07:15 Uhr, Deutschland: Wacker Chemie, Q1-Zahlen
  • 07:15 Uhr, Deutschland: Dic Asset, Q1-Zahlen
  • 07:15 Uhr, Niederlande: KPN, Q1-Zahlen
  • 07:30 Uhr, Deutschland: Aixtron, Q1-Zahlen
  • 07:30 Uhr, Deutschland: RIB Software, Q1-Zahlen
  • 07:30 Uhr, Deutschland: Sixt SE, Q1-Zahlen (detailliert)
  • 07:30 Uhr, Deutschland: Befesa, Q1-Zahlen
  • 07:30 Uhr, Deutschland: Drägerwerk, Q1-Zahlen (detailliert)
  • 07:30 Uhr, Deutschland: Wirecard, Jahreszahlen (detailliert)
  • 07:30 Uhr, Österreich: Erste Group Bank, Q1-Zahlen
  • 07:30 Uhr, Frankreich: Orange, Q1-Zahlen
  • 08:00 Uhr, Deutschland: MTU, Q1-Zahlen (Call 9.30 h)
  • 08:00 Uhr, Deutschland: SNP Schneider-Neureither, Q1-Zahlen
  • 08:00 Uhr, Deutschland: Total, Q1-Zahlen
  • 08:00 Uhr, Deutschland: Lloyds Banking Group, Q3-Zahlen
  • 08:00 Uhr, Deutschland: Shell, Q1-Zahlen
  • 08:00 Uhr, Großbritannien: Reckitt Benckiser, Q1 Interim Statement
  • 08:00 Uhr, Luxemburg: RTL Group, Q1 Umsatz
  • 08:00 Uhr, Schweiz: Glencore Q1 Production Report
  • 10:00 Uhr, Niederlande: Shop Apotheke, Hauptversammlung
  • 10:00 Uhr, Deutschland: Akasol, Online-Bilanz-Pk
  • 10:00 Uhr, Deutschland: Audi, Q1-Zahlen (detailliert)
  • 12:00 Uhr, USA: Dow, Q1-Zahlen
  • 13:00 Uhr, USA: Twitter, Q1-Zahlen
  • 13:30 Uhr, USA: Intercontinental Exchange, Q1-Zahlen
  • 13:30 Uhr, USA: American Airlines Group, Q1-Zahlen
  • 13:55 Uhr, USA: McDonald's, Q1-Zahlen
  • 14:00 Uhr, Deutschland: Deutsche Börse, Call zu den Q1-Zahlen
  • 22:01 Uhr, USA: Amazon, Q1-Zahlen
  • 22:10 Uhr, USA: Visa, Q2-Zahlen
  • 22:15 Uhr, USA: United Airlines, Q1-Zahlen
  • 22:30 Uhr, USA: Apple, Q2-Zahlen

Termine Unternehmen am 30. April (ohne Uhrzeit)

  • Deutschland: Alba, Q1-Zahlen
  • Deutschland: Surteco, Q1-Zahlen
  • Österreich: Andritz AG, Q1-Zahlen
  • Dänemark: Danske Bank, Q1-Zahlen
  • Spanien: CaixaBank, Q1-Zahlen
  • Frankreich: Suez, Q1-Zahlen
  • Großbritannien: Sainsbury, Jahreszahlen
  • Niederlande: Steinhoff, Jahreszahlen
  • Norwegen: DNB ASA, Q1-Zahlen
  • Norwegen: Storebrand, Q1-Zahlen
  • USA: ResMed, Q3-Zahlen
  • USA: Cigna, Q1-Zahlen
  • USA: International Paper, Q1-Zahlen
  • USA: Altria Group, Q1-Zahlen
  • USA: Stanley Black & Decker, Q1-Zahlen
  • USA: Baxter International, Q1-Zahlen
  • USA: Conoco Phillips, Q1-Zahlen
  • USA: Kraft Heinz, Q1-Zahlen

Termine Konjunktur am 30. April

  • 07:00 Uhr, Japan: Wohnungsbaubeginne 03/20
  • 07:30 Uhr, Frankreich: BIP Q1/20 (vorläufig)
  • 08:00 Uhr, Deutschland: Einzelhandelsumsatz 03/20
  • 08:00 Uhr, Deutschland: Destatis, Fluggäste und Luftfracht an deutschen Flughäfen 03/20
  • 08:45 Uhr, Frankreich: Verbraucherpreise 04/20 (vorläufig)
  • 08:45 Uhr, Frankreich: Erzeugerpreise 03/20
  • 09:00 Uhr, Österreich: BIP Q1/20 (vorläufig)
  • 09:00 Uhr, Spanien: Verbraucherpreie 04/20 (vorläufig)
  • 09:00 Uhr, Spanien: BIP Q1/20 (vorläufig)
  • 09:55 Uhr, Deutschland: Arbeitslosenzahlen 04/20
  • 10:00 Uhr, Italien: Arbeitslosenquote 03/20 (vorläufig)
  • 11:00 Uhr, EUR: Arbeitslosenzahlen 03/20
  • 11:00 Uhr, EUR: BIP Q1/20 (vorab)
  • 11:00 Uhr, EUR: Verbraucherpreise 04/20 (vorläufig)
  • 11:00 Uhr, Italien: Verbraucherpreise 04/20 (vorläufig)
  • 12:00 Uhr, Italien: BIP Q1/20 (vorläufig)
  • 13:45 Uhr, EUR: EZB Zinsentscheid (Pk 14.30 h)
  • 14:30 Uhr, USA: Private Einkommen und Ausgaben 03/20
  • 14:30 Uhr, USA: Arbeitskostenindex Q1/20
  • 14:30 Uhr, USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
  • 15:45 Uhr, USA: Chicago Einkaufsmanagerindex 04/20

Sonstige Termine am 30. April

  • 09:30 Uhr, Luxemburg: EuGH-Gutachten zum Stickstoffausstoß von Dieselfahrzeugen
  • 09:30 Uhr, Luxemburg: EuGH-Urteil zu Fluggastrechten
  • 11:00 Uhr, Deutschland: Präsentation der Studie „Die Internetwirtschaft in Deutschland 2020-2025: Auswirkungen der Corona-Krise“
  • 14:00 Uhr, Deutschland: Telefonkonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder

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