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Nach 5G-Versteigerung: Keine Einigung über Roaming in Sicht

MAINTAL (dpa-AFX) - Rund ein Jahr nach der Versteigerung der 5G-Frequenzen ist unter den Netzbetreibern keine Einigung mit dem Neueinsteiger 1&1 Drillisch <DE0005545503>, der zum United-Internet-Konzern <DE0005089031> gehört, in Sicht. "Drillisch möchte möglichst flächendeckend und günstig an die Ressourcen herankommen. Die anderen haben das Interesse, den neuen Wettbewerber möglichst klein zu halten", sagte Telekommunikations-Experte Torsten Gerpott von Universität Duisburg-Essen zu dem Konflikt.

Neben der Deutschen Telekom <DE0005557508>, Vodafone <GB00BH4HKS39> und Telefonica Deutschland <DE000A1J5RX9> hatte auch 1&1 Drillisch für die Nutzungsrechte von 5G-Frequenzen Milliarden auf den Tisch gelegt, allerdings noch nicht mit dem Ausbau begonnen. Anders als die drei Wettbewerber verfügt die in Maintal ansässige United-Internet-Tochter 1&1 Drillisch bislang noch nicht über ein eigenes Mobilfunknetz.

Die Wettbewerber müssen daher mit 1&1 Drillisch über sogenanntes nationales Roaming verhandeln. Das bedeutet: Drillisch will quasi Rechte dafür anmieten, dass die eigenen Kunden außerhalb der Zone, in der Drillisch eigene 5G-Masten baut, nicht ins Funkloch fallen, sondern die Netze der Wettbewerber mitnutzen können.

Die Verhandlungen, die nun bereits seit vergangenem Herbst laufen, sind ins Stocken geraten. Während 1&1-Chef Ralph Dommermuth den Rivalen "Mondpreise" bei ihren Angeboten vorwirft, beklagen diese, der Neuling stelle zu hohe Anforderungen.