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400 Millionen Dosen «Geisterimpfstoff» angeboten

·Lesedauer: 1 Min.
Regierungen auf der ganzen Welt wurden Impfstoffe angeboten, von denen man nicht genau weiß, ob es sich um echten Impfstoff handelt.
Regierungen auf der ganzen Welt wurden Impfstoffe angeboten, von denen man nicht genau weiß, ob es sich um echten Impfstoff handelt.

Der Bedarf an Corona-Impfstoffen ist groß - und niemand vor obskuren Angeboten gefeit. Nun wird bekannt, dass Regierungen Hunderte Millionen Dosen «Geisterimpfstoff» angeboten wurden.

Brüssel/Berlin (dpa) - Regierungen in aller Welt haben nach Erkenntnissen von EU-Ermittlern insgesamt 400 Millionen Dosen Impfstoffe angeboten bekommen, die nicht direkt von den Herstellern kommen.

«Wir nennen das Geisterimpfstoffe, also irgendwelche mehr oder weniger obskuren Angebote, die auch schon an viele Staats- und Regierungschefs wohl gegangen sind», hieß es am Donnerstag aus Kreisen der EU-Kommission. Die EU-Anti-Betrugsbehörde Olaf und die Strafverfolgungsbehörde Europol hätten Ermittlungen aufgenommen.

Den Angaben zufolge wird das Thema auch bei dem Videogipfel der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union am Donnerstag zur Sprache kommen. Nach Schätzungen von Olaf seien 400 Millionen Dosen im Wert von bis zu drei Milliarden Euro angeboten worden, von denen man aber nicht genau wisse, ob es sich um echten Impfstoff handele, hieß es weiter. Es könne auch «Salzwasser in kleinen Fläschchen» sein.

«Bild» berichtete am Donnerstag, ein privater Vermittler habe vor wenigen Tagen zahlreichen Regierungen per E-Mail allein 100 Millionen Dosen des Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca angeboten. Als Vermittler habe ein Mann fungiert, der zuvor auch schon Corona-Schutzausrüstung angeboten habe und in etlichen deutschen Behörden bekannt sei.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums bestätigte dem «Bild»-Bericht zufolge allgemein, dass auch die Bundesregierung in den vergangenen Wochen etliche Angebote «unterschiedlicher Seriosität» von privaten Impfstoffvermittlern erhalten habe. Deutschland, das an den EU-Beschaffungsmechanismus gebunden sei, habe aber keines dieser Angebote angenommen.