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Ein 25-Jähriger hat sich mit seinem Gehalt als Tankstellenmanager ein 200.000-Dollar-Portfolio aufgebaut, indem er diese vier Regeln befolgte

·Lesedauer: 6 Min.

Es war ein Unternehmensanreiz, der Jeremy Lefebvres Interesse an Aktien weckte. „Wenn man einen Teil seines Gehalts in Walgreens-Aktien investierte, bekam man einen Rabatt von zehn oder 15 Prozent auf den aktuellen Walgreens-Kurs“, sagt er.

Als er aufwuchs, hatte Lefebvre nicht immer eine klare Vorstellung von seiner Zukunft. Seine frühe Kindheit war von Armut geprägt, seine Familie auf Lebensmittelmarken und staatliche Unterstützung angewiesen. Als er zwölf Jahre alt war, zog die Familie nach Arizona, wo sein Vater ein kleines Geschäft für Pools eröffnete, das ihnen zu einem mittleren Einkommen verhalf. „Ich dachte damals, wir wären reich“, sagt Lefebvre.

Durch Leichtathletikerfolge an der Highschool erhielt er einen Platz im Team des Glendale Community College. Das veranlasste ihn dazu, Wirtschaft zu studieren. „Mein erster Job brachte mir 7,50 Dollar [pro Stunde] und ich war froh, dass ich das hatte“, sagt er. Das war im Jahr 2008 während Finanzkrise und Rezession. Lefebvre arbeitete bei Einstein Bagels in Kalifornien.

Als er einige Zeit später bei Walgreens anfing und inzwischen 8,50 Dollar die Stunde verdiente, suchte er nach Möglichkeiten, sein Geld zu vermehren. „Immobilien waren völlig unrealistisch, weil ich weder Geld noch Erfahrung damit hatte“, sagt Lefebvre. Aber der Aktienmarkt faszinierte ihn.

Als Lefebvre 25 Jahre alt wurde, hatte er bereits ein beeindruckendes Aktienportfolio aufgebaut. Zu diesem Zeitpunkt hatte er das College verlassen und arbeitete als Manager an einer QuikTrip-Tankstelle. Er verbrachte seine Abende und seine freie Zeit damit, sein Portfolio zu überprüfen und einzelne Aktien auszuwählen. Die Arbeit zahlte sich aus, wie aus seinen Dokumenten hervorgeht: Sein Konto war zum Zeitpunkt der Einsicht durch uns knapp 200.000 Dollar wert.

Lefebvre nutzte kostenlose und günstige Ressourcen, um zu lernen, wie man Unternehmen bewertet

Als Lefebvre zum ersten Mal begann, sich für den Aktienmarkt zu interessieren, stieß er auf einen Mann namens Warren Buffett. „Ich schaute mir Warren-Buffett-Interviews an, die Leute auf Youtube hochgeladen hatten, oder Präsentationen, die er für das College gab“, erklärt Lefebvre. Er begann zu lernen, wie Buffett ein Unternehmen sieht und worauf er bei einer Aktie achtet.

Er las Bücher, die Buffett empfahl, wie „The Intelligent Investor“ von Benjamin Graham. Er nutzte alles, was diese kostenlosen und preiswerten Quellen zu bieten hatten. „Es gibt noch andere gute Bücher“, sagt er, wie „The Little Book of Common Sense Investing“ von John Bogle.

Bei der Auswahl seiner Anlagen hat er ein ziemlich standardisiertes System. „Wenn man Aktien auswählen will, muss man den Jahresbericht oder den 10-K-Bericht lesen“, sagt er. Diese Dokumente sind langwierig, in der Regel 100 Seiten. Aber es lohnt sich, sich die Zeit dafür zu nehmen. „Wenn ihr euch in das Unternehmen einlest – wie sie Geld verdienen, was sie eigentlich tun – und wenn es dann nicht ‚Klick‘ macht, ist es wahrscheinlich nicht das richtige für euch.“

Aktienkurse können in die Höhe klettern und kurzfristig fallen. „Wenn man nicht weiß, was ein Unternehmen auf einer sehr hohen Ebene tut, wird man Angst bekommen und wahrscheinlich in Panik verkaufen und einen Verlust hinnehmen“, sagt Lefebvre. „Ein wichtiger Faktor ist das Verständnis von Jahresabschlüssen; das Verständnis, wie man eine Gewinn- und Verlustrechnung und eine Bilanz liest“, sagt er und fügt hinzu: „Ich habe an der Universität mehrere Buchhaltungskurse belegt; glücklicherweise hatte ich einen wirklich guten Lehrer.“

Immer wenn sein verfügbares Einkommen stieg, investierte er mehr

Als Lefebvre Warren Buffett entdeckte, hatte er nur wenig Geld zum Investieren. „Aber ich habe es trotzdem getan“, betont er. Er hatte drei Jobs, war Läufer im Leichtathletikteam und belegte eine ganze Reihe von College-Kursen, in die er jeweils zwischen 250 und 500 Dollar investierte. Nachdem er seine Kurse in Glendale abgeschlossen hatte, suchte er sich einen gut bezahlten Job zu suchen, da er keine Kredite für eine Universität aufnehmen wollte.

Walgreens stellte keine Manager ein, aber eines Tages sah er beim Tanken ein Schild in einem QuikTrip-Fenster, auf dem eine Stelle als Assistent der Geschäftsführung mit einem Einstiegsgehalt von knapp unter 40.000 Dollar ausgeschrieben war. „Das war im November 2010. Ich war gerade 21 geworden“, sagt er. Es war ein aufregender Moment für ihn. Nachdem er den Job bekommen hatte, verfügte er nun über deutlich mehr Einkommen, das er investieren konnte. Nach Abzug seiner Ausgaben hatte er dafür etwa 1.000 bis 2.000 Dollar im Monat zur Verfügung.

Dies wurde zu einem Muster in Lefebvres Leben. Immer wenn sich sein verfügbares Einkommen erhöhte, stieg auch der Geldbetrag, den er investierte. Als er mit seiner Freundin und jetzigen Ehefrau zusammenzog, halbierte er die Rechnungen und erhöhte so sein investierbares Einkommen. Später wurde er bei QuikTrip befördert und verdiente nun 50.000 Dollar im Jahr.

Und jedes Mal, wenn er eine Aktie verkaufte, investierte er die Gewinne wieder in sein Portfolio. „Sagen wir, ich habe mit einer Aktie 3.000 Dollar verdient, dann habe ich das Geld nicht abgezogen und etwas anderes damit gekauft, sondern ich bin direkt wieder eingestiegen und habe die nächste Aktie gekauft“, sagt er.

Lefebvre investierte in weniger Unternehmen, um den Überblick behalten zu können

Zu seinen großen Erfolgen in dieser Zeit gehörten Cabela's – eine Tochtergesellschaft des Einzelhändlers Bass Pro Shop, der Jagd- und Fischereiausrüstung verkauft – außerdem die auch in Deutschland bekannte Softdrink-Marke Monster Energy und Trinity Industries, ein Industrieunternehmen. „Heute besitze ich ungefähr 20 verschiedene Aktien, aber wenn wir zehn Jahre zurückgehen, hatte ich wahrscheinlich immer nur drei bis sechs“, sagt er.

Der Grund dafür war einfach: Lefebvre hatte nur eine begrenzte Zeit für die Recherche und wollte aus seinem Portfolio lernen. Die Aktien von nur ein paar Unternehmen waren da einfacher zu verwalten. „Man kann sie besser verfolgen und besser aus ihnen lernen“, sagt er. „Je größer das Vermögen wird, desto stärker wird die Diversifizierung.“

Die erfolgreiche Auswahl von Einzelaktien erfordert viel Recherche. Wenn man einen Vollzeitjob hat oder anderen Verpflichtungen nachgeht, „hat man nur eine begrenzte Zeit für diese Recherche“, stellt er fest. „Es ist also schwierig, den Überblick über 20 Aktien zu behalten.“ Optionen wie Indexfonds und börsengehandelte Fonds sind eine gute Wahl für Anleger, die nicht viel Zeit haben, das Wachstum einzelner Unternehmen zu verfolgen, und sich einen breiten Zugang zum Markt wünschen.

Er kaufte Aktien mit dem Ziel langfristiger Gewinne

Lefebvres Denkweise in Bezug auf Aktien hat sich seit seinen Anfängen nicht wesentlich verändert. „Ich denke darüber nach, eine Aktie jeweils drei bis fünf Jahre lang zu halten“, erklärt er. Manchmal verkauft er aber auch früher, wenn er eine Aktie findet, die sich seiner Meinung nach besser entwickeln wird. „Wenn eine bessere Aktie auftaucht, kann es sein, dass ich diese [ursprüngliche] Aktie verkaufe und das Geld in die nächste Aktie reinvestiere.“

Aber im Allgemeinen ist die langfristige Strategie für Lefebvres Erfolg äußerst wichtig. Nicht nur wegen der Vorteile, die das Halten von Aktien mit sich bringt. Lefebvre schätzt auch die Grundhaltung, die ihm das eröffnet. „Die Börse ist von Montag bis Freitag geöffnet und die Aktien bewegen sich ständig; die Leute lassen sich davon mitreißen“, sagt er. „Aber man investiert in ein echtes Geschäft, ein echtes Unternehmen.“

Es gibt eine Analogie, an die er gerne denkt: Angenommen, euch gehört ein McDonald's-Franchise-Unternehmen: „Ihr würdet nicht denken: ‚Wie viele Burger haben wir in der letzten Stunde verkauft‘, und anhand nur dieser Zahl euer Urteil fällen.“

„Die Moral von der Geschichte“, sagt Lefebvre, „ist, dass man sich anstrengen muss, sich über die Unternehmen informieren muss und Vertrauen in sich selbst haben muss.“

Dieser Artikel wurde von Steffen Bosse aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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