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Ein 15-jähriger Schüler erklärt, wie er zum Gründer wurde

Davide Mercatali musste erst seine Eltern überzeugen, bevor er eine Firma gründen durfte.
Davide Mercatali musste erst seine Eltern überzeugen, bevor er eine Firma gründen durfte.

Ein Gastbeitrag von Davide Mercatali. Der Jugendliche ist seit Ende 2021 Gründer und Inhaber der Social-Media-Agentur 4113 Marketing, die sich auf Facebook und Tiktok spezialisiert.

Ich hatte schon mit sechs Jahren den Traum, einen eigenen Elektrogroßhandel wie Media Markt oder Saturn zu gründen. Ich war von der ganzen neuen, modernen Technik unglaublich fasziniert und dachte, dass ich das gleiche auch mit 18 Jahren starten würde.

Anfang 2020, im ersten Lockdown, habe ich angefangen, mich in den „klassischen Business-Bereichen“ wie zum Beispiel Marketing, Vertrieb und Mindset weiterzubilden. Es gab Tage, an denen ich vier bis fünf Stunden ein Buch über Marketing gelesen habe, da es mich einfach so stark in den Bann gezogen hat und ich aufgrund des Homeschoolings sehr viel Zeit hatte.

Nach einem Jahr habe ich ein großes Problem identifiziert: Sehr viele Unternehmen haben ein unglaublich großes Potenzial auf Social Media, nutzen das aber nicht aus oder machen sogar ihr Image damit kaputt. Deswegen habe ich angefangen, mich spezifisch in den Bereichen Social-Media-Marketing und Social Ads weiterzubilden. Mitte 2021 habe ich mich entscheiden, mein Wissen praktisch einzusetzen, um Unternehmen zu helfen, erfolgreicher auf Social Media zu sein und um Erfahrung zu sammeln. Da war ich 15.

Wie gründet man als Teenager?

Um zu gründen, braucht man in Deutschland die volle Geschäftsfähigkeit. Diese kann man auch unter 18 Jahren erlangen – unter bestimmten Voraussetzungen.

Zuerst sollte man bei dem zuständigen Familiengericht anrufen und fragen, welche Unterlagen benötigt werden. Ich habe einen 21-seitigen Business-, Finanz- und Zeitaufwandsplan, ein Schulzeugnis und Zertifikate benötigt. Außerdem habe ich – nachdem ich mich überwunden hatte –, meine Geografielehrerin nach einem Empfehlungsschreiben gefragt. Selbstverständlich braucht man auch das schriftliche Einverständnis der Eltern. Diese habe ich, nach viel Überzeugungsarbeit, bekommen.

Als ich nach mehreren Wochen Arbeit alle Unterlagen fertig hatte, habe ich mich entscheiden, noch ein paar Wochen zu warten, da ich die Unterlagen am letzten Schultag, als symbolisches Datum, einreichen wollte.

Ein Appell: Es muss einfacher werden

Danach hatte ich zwei Gespräche: Das erste mit dem Jugendamt und das zweite mit der zuständigen Rechtspflegerin.

Das Gründen unter 18 Jahren muss einfacher werden. Jedes Familiengericht handhabt das anders. Bei manchen Gerichten muss man nur die Einverständnis der Eltern einreichen, bei anderen muss man für mehrere Monate IHK-Kurse besuchen und trotzdem wird am Ende der Antrag abgelehnt. Es sollte eine universelle Regelung geben, was gebraucht wird und welche Gespräche wann stattfinden.

Wie es sich anfühlt, als Jugendlicher zu gründen

Am Anfang war es auf jeden Fall schwierig, sich zurechtzufinden. Deswegen habe ich erstmal unendlich viele Videos und Artikel gelesen und unnötige Sachen ausprobiert, wie zum Beispiel einen Businessplan-Generator. Bis ich dann gemerkt habe, dass es an sich wirklich simpel ist und man diesen ganzen Schnickschnack nicht braucht. Die Initiative Startup-Teens hat mich mit ihren Videos etwa bei der Erstellung des Finanzplans stark unterstützt.

Das ganze habe ich natürlich neben der Schule gemacht. Von 7:45 Uhr bis 14 Uhr Schule und danach war Weiterbildung und Arbeiten an den erforderlichen Unterlagen angesagt. Einerseits war es auf jeden Fall stressig. Aber andererseits war es auch ein einzigartiges, vielleicht sogar magisches, Gefühl. An etwas arbeiten, was man nur selber weiß. Die Zeit und Energie zu investieren, ohne dass es jemand weiß.

Welche bürokratischen Hürden Davide Mercatali darüber hinaus überwinden musste, hat der 15-Jährige auf Linkedin geteilt.

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