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Österreich-Ungarn im Duell um Banken-Hegemonie auf dem Balkan

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(Bloomberg) -- In Europas Südosten steht 2022 eine weitere Welle der Bankenkonsolidierung an. Die schnell wachsenden Balkanstaaten mit Aussicht auf die Mitgliedschaft in der Europäischen Union beflügeln die Fantasie. Ganz vorne im Rennen um Dominanz auf dem Bankenmarkt sind die einstigen Großmächte Österreich und Ungarn.

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Die genossenschaftlich verwurzelte Raiffeisen Bank International AG und Ungarns größtes Geldhaus OTP Bank Nyrt. sind die führenden Institute in diesem M&A-Rennen. Mehr als 20 Deals wurden seit 2019 in der fragmentierten Region angekündigt. Die Länder des früheren Jugoslawien locken mit Wachstumsraten von zum Teil über 7% und Bankrenditen, von denen der Westen nur träumt.

“Wir wollen Teil dieser immer schneller werdenden Konsolidierung sein”, sagt Hannes Cizek, Head of Strategy & Innovation bei Raiffeisen, in einem Interview. “Wir mögen den Markt, wir erkennen die Dynamik und die Perspektiven” in Serbien, wo Raiffeisen gerade eine Tochter der Credit Agricole SA gekauft hat und damit zum drittgrößten Kreditgeber wurde.

Für Tomasz Noetzel, Analyst bei Bloomberg Intelligence, ist der Haupttreiber in der Region, dass die Mutterbanken aus der EU “sich darauf konzentrieren, die erfolgreichen Töchter zu stärken, Größenvorteile zu sichern und sich von kleineren Märkten zu trennen”. Auch die Entscheidung der EU, die Beitrittsgespräche mit Serbien wieder auszuweiten und damit den seit Jahren strauchelnden Prozess wieder anzukurbeln, sorgt für mehr Fantasie.

„Fragmentierte Märkte“

Zu den größeren Transaktionen der letzten Monate gehören der Kauf der slowenischen Nova Kreditna Banka Maribor dd durch die OTP, die damit zur größten Bank des Euro-Landes Slowenien wird. Auch bei der albanischen Sparte der Alpha Bank SA schlugen die Ungarn zu. Die serbische AiK Banka AD will vier Töchter der russischen Sberbank PJSC in Ex-Jugoslawien kaufen. In einer E-Mail bestätigte die OTP, dass sie in mehreren Ländern Übernahmegespräche führt, auch in solchen, in denen sie bereits tätig ist.

Auch lokale Banken mischten zuletzt stärker bei Fusionen mit. Die größte slowenische Bank, Nova Ljubljanska Banka, wurde nach dem Kauf der staatlichen Komercijalna Banka im Jahr 2020 zum viertgrößten Geldhaus Serbiens. Vorstandschef Blaz Brodnjak erwartet, dass sich die Konsolidierung “stark beschleunigen” wird.

Seine Bank will in Albanien einsteigen und in Kroatien wieder Fuß fassen. Dazu müssten die slowenische und die kroatische Regierung einen jahrzehntelangen Streit über die Verbindlichkeiten der Vorgängerin der NLB, der Ljubljanska Banka, beilegen - eine Vermächtnis der jüngeren kriegerischen Geschichte der Region.

Sollte die NLB erfolgreich sein, wäre sie die erste Bank, die in allen Ländern des ehemaligen Jugoslawiens vertreten ist. Sie wäre damit “die natürliche Wahl für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs und der kommerziellen Transaktionen, des Handels und der Warenströme in der Region”, ist Brodnjak überzeugt.

Überschrift des Artikels im Original:

Raiffeisen and OTP Lead Balkan M&A Push as Prospects Brighten

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