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Ölpreise vor dem Wochenende gefallen

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Freitag merklich gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 63,36 US-Dollar. Das waren 63 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 90 Cent auf 57,68 Dollar.

Händler sprachen von Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende. Trotz sinkender Preise steuern am Freitag die Ölpreise auf Wochensicht auf die längste Phase von Gewinnen seit Mitte April zu. In den vergangenen beiden Handelstagen waren die Ölpreise stark gestiegen, nachdem zunächst die Entwicklung der Lagerbestände in den USA und zuletzt neue Hoffnung auf ein Handelsabkommen zwischen den China und den Vereinigten Staaten für Auftrieb gesorgt hatten.

Nicht nur Peking hob hervor, sich um eine Vereinbarung ernsthaft zu bemühen. Auch US-Präsident Donald Trump sprach erneut davon, dass man einem möglichen Abkommen bereits "sehr nahe" sei. Zudem hatte sich die Stimmung der US-Verbraucher im November laut dem von der Universität Michigan erhobenen Konsumklima überraschend deutlich aufgehellt.

Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank verwies als Erklärung für die jüngsten Kursgewinne auch auf einen Medienbericht, wonach die in der OPEC+ zusammengefassten Förderstaaten beim Treffen Anfang Dezember die Produktionseinschränkungen um weitere drei Monate bis Mitte 2020 verlängern werden. Zudem soll auf eine vollständige Umsetzung der beschlossenen Produktionskürzungen gedrungen werden. Nach Einschätzung von Fritsch ist es aber zweifelhaft, ob diese Maßnahmen ausreichen, ein Überangebot im ersten Halbjahr 2020 zu verhindern.