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Ölpreise erholt - Hoffnung auf Normalisierung der Nachfrage

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre Erholung vom Vortag fortgesetzt. Sie konnten die Gewinne allerdings im Verlauf nicht weiter ausbauen. Zuletzt habe eine weitere Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China gestützt, hieß es von Marktbeobachtern. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Mittag 55,36 US-Dollar. Das waren sechs Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI stieg um 45 Cent auf 51,20 Dollar.

An den internationalen Finanzmärkten herrschte eine allgemein freundliche Stimmung, die auch die Ölpreise stützte. Marktbeobachter verwiesen auf die weitere Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Auch das Coronavirus hat inzwischen an Schrecken verloren. "Energiehändler könnten dazu übergehen, eine Normalisierung der chinesischen Nachfrage im zweiten Quartal einzupreisen", hieß es in einem Kommentar des Brokers Oanda.

Darüber hinaus wird am Ölmarkt auch auf eine weitere Reduzierung der Fördermenge durch die sogenannte "Opec+" spekuliert. In dem Zusammenschluss aus Staaten des Ölkartells Opec und verbündeter Staaten wie Russland wird derzeit über eine zusätzliche Verringerung der Ölproduktion zur Stabilisierung der Ölpreise nachgedacht.

Ein ursprünglich für zwei Tage angesetztes Treffen einer Expertengruppe der Opec+ wurde zuletzt auf einen dritten Tag verlängert. Die Fachleute haben Medienberichten zufolge eine Kürzung um 600 000 Barrel pro Tag vorgeschlagen, um auf die gesunkene Nachfrage wegen des Coronavirus zu reagieren. Allerdings müssen die Opec-Minister noch verhandeln, bevor die Kürzung in Kraft treten kann.

"Es gibt zwar immer eine gewisse Unsicherheit, was die Opec+ tun wird, aber sie scheint doch immer zu einer Übereinkunft zu gelangen", sagte Warren Patterson, leitender Marktstratege für Rohstoffe bei der ING.