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Öl-Staaten wollen zwei Millionen Barrel weniger pro Tag fördern: Diesel und Benzin könnten damit wieder teurer werden

Vor Kurzem hatten sich die Spritpreise leicht erholt, jetzt könnten sie wieder steigen. - Copyright: picture alliance/dpa | Swen Pförtner
Vor Kurzem hatten sich die Spritpreise leicht erholt, jetzt könnten sie wieder steigen. - Copyright: picture alliance/dpa | Swen Pförtner

Vergangene Woche konnten viele Autofahrer nach mehr als einem Monat wieder aufatmen. Wie der Autoclub ADAC mitteilte, fiel der Preis für Diesel erstmals seit fünf Wochen wieder unter die Marke von zwei Euro pro Liter.

Für diejenigen, die Benzin tanken, fiel die Entlastung noch größer aus. Der Liter-Preis sank auf den niedrigsten Stand seit dem 31. August – dem letzten Tag des Tankrabatts. Die Bundesregierung hatte die Energiesteuer für Diesel und Benzin auf das europäische Mindestmaß abgesenkt und Sprit damit deutlich vergünstigt.

Benzin und Diesel-Preise dürften steigen

Doch die Zeiten des vergleichsweise günstigen Sprits drohen bald ein Ende zu nehmen. Die Organisation der ölexportierenden Länder sowie weitere Produzenten wie Russland – kurz OPEC+ – haben laut der "New York Times" die Fördermengen von Erdöl zurückgeschraubt. Und das nicht zu knapp: Mehr als zwei Millionen Barrel sollen am Tag weniger gefördert werden. Das wäre der größte Schritt seit der Corona-Pandemie, berichtet das "Handelsblatt".

"Eine starke Reduzierung wird vermutlich dazu führen, dass die Ölpreise steigen", sagt ein Sprecher des ADAC zu Business Insider. Das dürfte auch die Spritpreise beeinflussen – schließlich bestehen sowohl Benzin als auch Diesel aus Erdöl. "Der Benzinpreis setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen: Zwei Drittel werden durch Steuern und Abgaben bestimmt, das restliche Drittel geht auf den Ölpreis und die Kosten für Verarbeitung sowie die Gewinnmarge zurück", sagte der Commerzbank-Rohstoffexperte Carsten Fritsch zu "T-Online". Auch bei Diesel ist das Rohöl für ein Drittel des Preises verantwortlich.

Bei der geplanten Kürzung der Opec+ geht der ADAC davon aus, dass sich die geringere Fördermenge stärker auf den Diesel als auf den Benzinpreis auswirken dürfte. Klar sei aber, dass ein Preisanstieg beim Rohöl sowohl Benzin als auch Diesel verteuere, sagt der Sprecher.

Erhöhte Nachfrage in China treibt Ölpreis nach oben

Auch der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Puls vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, kurz IW, geht von einem Anstieg der Erdöl-Preise aus. Allerdings sieht er nicht nur die OPEC+ als Faktor dafür. "Ich bezweifle, dass die Quotenkürzung der Opec+ eine entscheidende Rolle bei der kommenden Entwicklung spielen wird, auch wenn sie natürlich tendenziell die Preise höher halten wird", sagt er uns. In Summe scheine insbesondere die Nachfrageentwicklung in China bedeutender für die Ölpreise zu sein. Grund sind auslaufende Corona-Maßnahmen im Reich der Mitte. Scheint, als wäre die Zeit des Aufatmens für Autofahrer vorbei – zumindest vorerst.