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Zweite Sondierungsrunde in Rom - Unterstützung für Regierung Draghi

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ROM (dpa-AFX) - In Italien hat der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi erneut mit den großen Parlamentsparteien über eine mögliche Regierung gesprochen. Bis zum Dienstagnachmittag verhandelte der Ökonom unter anderem mit Vertretern der linken Liberi e Uguali (Die Freien und Gleichen), den Sozialdemokraten, der Italia Viva, der konservativen Forza Italia und den rechten Fratelli d'Italia. Außer den Fratelli wollen alle Draghi unterstützen.

Bis zum Dienstagabend standen noch Verhandlungen mit der rechten Lega von Matteo Salvini und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung an. Gerade bei den Sterne-Politikern muss Draghi noch Überzeugungsarbeit leisten. Die Partei ist sich über eine Unterstützung Draghis uneins und will noch in dieser Woche intern darüber abstimmen. Als stärkste Kraft im Parlament sind ihre Stimmen jedoch wichtig.

Unklar war, wie Draghi nach dem Ende der Beratungen fortfahren will. Bislang hatte er sich nicht zu den Gesprächen geäußert. Er hatte am vergangenen Mittwoch unter Vorbehalt ein Mandat zur Bildung eines Kabinetts von Staatspräsident Sergio Mattarella angenommen. Eine Regierung unter ihm muss das Vertrauen in den beiden italienischen Parlamentskammern bekommen.

Mitte Januar hatte die Partei Italia Viva von Ex-Regierungschef Matteo Renzi mit ihrem Austritt aus dem Kabinett das Mitte-Links-Bündnis unter Giuseppe Conte zu Fall gebracht. Conte trat wenige Tage später zurück. Daraufhin hatte Mattarella versucht, mit Sondierungen eine Neuauflage der alten Regierung auszuloten. Diese scheiterten jedoch, woraufhin Draghi ins Spiel kam.