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WOCHENAUSBLICK: Trump-Infektion könnte Unsicherheit hoch halten

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Experten rechnen am Aktienmarkt in den kommenden Tagen mit anhaltender Zurückhaltung der Anleger. Ob der Dax <DE0008469008> so in der neuen Woche einen Grundstein für eine häufig zitierte Jahresendrally legen kann, steht angesichts der Corona-Pandemie in den Sternen. Auch die im November anstehenden US-Wahlen dürften vorerst bei den Anlegern im Fokus bleiben. Anlagestratege Chris-Oliver Schickentanz von der Commerzbank wähnt die Aktienmärkte in einer "volatilen Seitwärtsbewegung."

Experten äußern ihre Bedenken, ob der Leitindex zeitnah die Marke von 13 000 Punkten wieder in Angriff nehmen kann. Zuletzt war er nach unten an die mittelfristig relevante 100-Tage-Durchschnittslinie heran gelaufen. "Beruhigend wirkt derzeit nur noch die offenbar verlässliche Nachfrage am langfristigen Durchschnittspreis", kommentierte Andreas Büchler von Index-Radar. Die damit gemeinte 200-Tage-Linie verläuft derzeit bei knapp unter 12 200 Punkten. Darunter hatte der Dax letztmals vor drei Monaten gelegen.

Laut der Helaba birgt die am Freitag vermeldete Corona-Ansteckung von Donald Trump vorerst einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor, was die im November anstehenden Präsidentschaftswahlen betrifft. Da Trump mit seinen 74 Jahren zu den Risikogruppen zählt, gilt es als offen, ob und wie der Wahlkampf in der entscheidenden Phase weiter gehen kann. Das nächste TV-Duell mit Trumps Herausforderer Joe Biden ist bereits für den 15. Oktober anberaumt. Ein möglicher unklarer Wahlausgang gilt als derzeit größtes Risiko für die Aktienmärkte.

"Das positive Testergebnis darf als harter Rückschlag im Kampf um den Erhalt des Präsidentenstuhls gewertet werden", sagte Marktbeobachter Timo Emden von Emden Research. Er glaubt, dass die Gefahr von Komplikationen bei Trump die Konstellation für Anleger besorgniserregend macht. Der US-Präsident gilt bislang als Garant für die Aktienmärkte, dem Demokraten Joe Biden jedoch wird eine eher wirtschaftsunfreundlichere Politik nachgesagt.

Der Chefstratege John Vail vom Vermögensverwalter Nikko warnt jedoch davor, bei verstärktem Fokus auf die US-Wahlen andere wichtige Themen zu verdrängen. Allen voran erwähnte er dabei die Entwicklung der Pandemie im kälteren Herbst mit ihren potenziellen Folgen für die Wirtschaft. Aber auch geopolitische Risikofaktoren, darunter die Brexit-Gespräche oder aber der US-Handelskonflikt mit China, sollten Anleger nicht außer Acht lassen.

Nachdem der jüngste Arbeitsmarktbericht aus den USA gerade durch ist, stehen in der neuen Woche nur wenige Termine mit potenziell größerer Kursrelevanz auf der Agenda. Am Montag zählen diverse Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor dazu, am Dienstag und Mittwoch noch Auftrags- und Produktionszahlen aus der deutschen Industrie. Die Berichtssaison der Unternehmen zum dritten Quartal wird erst Mitte Oktober von einigen US-Banken eingeläutet.

In Sachen Geld- und Fiskalpolitik werden die Anleger in den kommenden Tagen wohl auch verstärkt über den Atlantik schauen. So tickt in Washington die Uhr, damit sich die politischen Parteien doch noch vor der Präsidentschaftswahl auf ein umstrittenes neues Konjunkturpaket einigen können. Geldpolitisch könnten diverse Auftritte vor allem von Vertretern der US-Notenbank Fed das Interesse auf sich ziehen./tih/ajx/jha/

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---