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Windenergie-Wirtschaft wird für Deutschland wieder zuversichtlicher

HAMBURG (dpa-AFX) - Die Windindustrie schaut wieder mit etwas mehr Optimismus auf den deutschen Markt. Der Negativtrend bei der Einschätzung der Marktaussichten sei gebrochen, heißt es in einer Mitteilung der Hamburg Messe, die im Zusammenhang mit der Fachmesse Windenergy regelmäßig die Stimmung in der Branche erheben lässt. Danach bewerten die Hersteller von Windkraftwerken und die Betreiber von Windparks den deutschen Markt für das laufende Jahr mit einem Indexwert von minus 0,14 zwar immer noch negativ, aber besser als vor einem halben Jahr mit minus 0,2. Mit Sicht auf die nächsten zwei Jahre sei der Indexwert mit plus 0,27 positiv.

Die Branche erwartet zusätzliche Potentiale durch die fortschreitende Digitalisierung oder die Nutzung von grünem Wasserstoff, hieß es. Diese Entwicklung sei trotz der nur geringen Verbesserungen beachtlich, da sie entgegen der Tendenz der anderen Weltregionen laufe, die in dem Stimmungsbarometer für 2020 ausnahmslos sinkende Werte verzeichneten. Die Stimmung habe sich sowohl für die Windenergie auf See als auch an Land verbessert, wo im vergangenen Jahr kaum neue Anlagen in Betrieb genommen wurden. An der Online-Umfrage im März und April nahmen über 1100 Marktakteure teil.

"Gefühlt kann es für viele Marktteilnehmer nicht schlechter werden als 2019. Dies schlägt sich in den Zahlen nieder", sagte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie. Das Verharren unter der Nulllinie mache aber deutlich, dass die Hoffnung in die aktuelle Bundesregierung gering sei. "Noch hat es die Koalition in der Hand, die Branche positiv zu überraschen", sagte Albers. "Ein starker Akzent im Konjunkturprogramm wäre dafür wichtig."