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Thyssenkrupp-Eigentümer treffen sich in Bochum

BOCHUM (dpa-AFX) -Die Aktionäre des Industriekonzerns Thyssenkrupp DE0007500001 treffen sich am Freitag (10 Uhr) in Bochum zu ihrer Jahreshauptversammlung. Es ist das erste Aktionärstreffen mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Miguel López, der im Juni vergangenen Jahres das Ruder seiner Vorgängerin Martina Merz übernommen hatte. Außerdem ist es die erste Präsenz-Hauptversammlung des Traditionskonzerns nach der Corona-Pandemie.

Der Traditionskonzern mit rund 100 000 Beschäftigten ist im Umbruch. So ist etwa eine Verselbstständigung der beiden großen Bereiche Stahl und Marine-Schiffbau geplant. López hat dem Konzern zudem ein Programm verordnet, das die Leistungsfähigkeit steigern soll. In der vorab veröffentlichten Rede an die Aktionäre sagte er, dass er angetreten sei, den Konzern "wieder in die Spur" zu bringen, "dass wir profitabel wachsen können".

Die IG Metall wirft López vor, die Gewerkschaft bei der Gestaltung der künftigen Strategie nicht genug einzubeziehen. Am Donnerstag appellierte der stellvertretende IG-Metall-Chef Jürgen Kerner an den Vorstand, bei der Entwicklung der Strategie wieder "auf Augenhöhe" mit der Arbeitnehmerseite zusammenzuarbeiten. Das Verhältnis zwischen der IG Metall und López gilt als belastet, nachdem der Aufsichtsrat Ende November gegen sämtliche Stimmen der Arbeitnehmerseite den Vorstand um zwei neue Posten erweitert hatte.

In einem Flugblatt, das die IG Metall am Freitag an die Aktionäre verteilen will, wirft die Gewerkschaft der Führungsetage "Ziellosigkeit" vor. Fehlende Investitionen und unklare Strategien gefährdeten die Zukunft von Thyssenkrupp.

Im Ende September beendeten Geschäftsjahr 2022/23 hatten milliardenschwere Abschreibungen auf das Stahlgeschäft den Konzern tief in die roten Zahlen gedrückt. Unter dem Strich stand ein Verlust von rund zwei Milliarden Euro. Aktionäre sollen dank eines deutlich verbesserten Mittelzuflusses dennoch eine unveränderte Dividende in Höhe von 0,15 Euro je Aktie erhalten. Der Umsatz ging um neun Prozent auf 37,5 Milliarden Euro zurück.