Deutsche Märkte schließen in 8 Stunden 29 Minuten
  • DAX

    11.598,07
    +37,56 (+0,32%)
     
  • Euro Stoxx 50

    2.960,03
    -3,51 (-0,12%)
     
  • Dow Jones 30

    26.659,11
    +139,16 (+0,52%)
     
  • Gold

    1.871,40
    +3,40 (+0,18%)
     
  • EUR/USD

    1,1684
    +0,0005 (+0,05%)
     
  • BTC-EUR

    11.308,31
    -240,87 (-2,09%)
     
  • CMC Crypto 200

    258,90
    +16,22 (+6,68%)
     
  • Öl (Brent)

    35,84
    -0,33 (-0,91%)
     
  • MDAX

    25.801,82
    -82,31 (-0,32%)
     
  • TecDAX

    2.835,10
    +5,79 (+0,20%)
     
  • SDAX

    11.539,62
    +83,10 (+0,73%)
     
  • Nikkei 225

    22.977,13
    -354,81 (-1,52%)
     
  • FTSE 100

    5.581,75
    0,00 (0,00%)
     
  • CAC 40

    4.569,67
    -1,45 (-0,03%)
     
  • Nasdaq Compositive

    11.185,59
    +180,72 (+1,64%)
     

Sonnen-Gründer Ostermann verlässt das Unternehmen

·Lesedauer: 3 Min.

Nach zehn Jahren verlässt Gründer und CEO Christoph Ostermann das Batterie-Start-up aus dem Allgäu. Der Nachfolger kommt aus den eigenen Reihen.

Zehn Jahre ist es schon her, dass Christoph Ostermann und Torsten Stiefenhofer das Solarspeicher Start-up Sonnen im beschaulichen Wildpoldsried gegründet haben. Die Idee, den Solarstrom vom eigenen Hausdach selbst zu speichern, war damals noch völlig abwegig. Schließlich wurde die Einspeisung ins Netz mit viel Geld entlohnt. Seitdem hat sich für das Unternehmen aus Bayern einiges verändert.

Solaranlagen werden immer günstiger, der Strom aus dem Netz wird teurer, und immer mehr Menschen kaufen sich ihren eigenen kleinen Stromspeicher. Mittlerweile ist Sonnen einer der größten Heimspeicherhersteller der Welt.

Im Jubiläumsjahr gibt Gründer und CEO Ostermann nun überraschend seinen Rücktritt bekannt. „Sonnen steht hervorragend da, ist voll durchfinanziert und auf Wachstumskurs. Für mich ist das jetzt genau der richtige Zeitpunkt, um diese Gelegenheit zu nutzen“, sagt Ostermann im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Sein Weggang habe persönliche Gründe. Nach zehn Jahren „Vollgas“, wolle er sich mehr um die Familie kümmern, beteuert Ostermann. Mit der Übernahme durch den britischen Ölriesen Shell habe das nichts zu tun.

Vor anderthalb Jahren sorgte die Nachricht, dass der fossile Energiekonzern Deutschlands größtes Solarspeicher-Start-up kauft, in der Erneuerbaren-Branche für viel Wirbel. Sonnen beteuerte damals, dass man mithilfe von Shell schneller wachsen könne. Dabei hatte der Batteriehersteller keine wirkliche Alternative.

In den vergangenen drei Jahren legte das Jungunternehmen ein rasantes Wachstum hin. Von 2016 auf 2017 sprang der Umsatz von 41 Millionen Euro auf 65 Millionen Euro, und auch 2018 wuchs der Umsatz des Solarbatteriepioniers um 30 Prozent. Schwarze Zahlen hatte das Unternehmen bis dahin allerdings nicht geschrieben. Das primäre Ziel sei Wachstum, und Shell unterstütze diese Strategie.

Fast im Monatstakt haben die Allgäuer ihre Auslandsexpansion vorangetrieben. Mitte 2015 startete das Unternehmen mit einem eigenen Team in Italien, ein Jahr später in Großbritannien, dann in Australien.

Nachfolger kommt aus dem eigenen Haus

Der Ölkonzern investierte bereits 2018 – im Rahmen einer 60-Millionen-Euro-Runde – einen zweistelligen Millionenbetrag in Sonnen. Seit der Übernahme gibt das Unternehmen allerdings keine genauen Zahlen mehr bekannt. Gewachsen sei man trotz Corona aber auch in den ersten neun Monaten 2020. „Wir sind über dem Vorjahresniveau gewachsen, und zwar in allen Märkten. Die Nachfrage ist gestiegen, und wir werden in diesem Jahr mehr Geräte verkaufen als im vergangenen Jahr“, sagt Ostermann lediglich.

Schon ab dem 1. Oktober zieht sich der Sonnen-Gründer offiziell von seinem Chefposten zurück. Dann übernimmt Oliver Koch die Führung des Speicher-Start-ups.

Der 48-Jährige ist bereits seit 2014 Teil der Sonnen-Geschäftsführung und in der Position als Chief Operating Officer für den Ausbau der weltweiten Produktion zuständig. Die große Neuausrichtung soll es mit dem Wechsel an der Spitze allerdings nicht geben: „Wir wollen weiter stark wachsen. Es wird jetzt keinen radikalen Kurswechsel geben, aber durchaus neue Akzente“, sagte Koch im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Mit Unternehmen auf Wachstumskurs kennt sich der studierte Betriebswirt laut eigener Aussage gut aus. Vor seiner Tätigkeit bei Sonnen war Koch bei dem US-Solarkonzern Paramount Solar tätig, der in dieser Zeit von 250 auf fast 1000 Mitarbeiter wuchs und 2013 von Konkurrent Solar City übernommen wurde. 2016 kaufte E-Auto-Pionier Tesla wiederum Solar City.

„Durch die Forderungen nach einer grüneren Wirtschaft für die Zeit nach Corona haben die Erneuerbaren noch einmal Rückenwind bekommen. Und wir erwarten, dass wir bei Sonnen stärker wachsen werden als jemals zuvor“, sagt Koch.

Wie sich die Geschäfte unter der Ägide des mächtigen Ölkonzerns für Sonnen wirklich entwickeln, ist derweil schwer zu sagen. Aber Sorgen ums Geld muss sich das Start-up aus dem Allgäu wohl erst mal nicht mehr machen.