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ROUNDUP: Renault wird zuversichtlicher - Russland-Aufgabe kostet Milliarden

BOULOGNE-BILLANCOURT (dpa-AFX) - Der französische Autobauer Renault <FR0000131906> kommt auf seinem Sparkurs voran und peilt nun im Gesamtjahr eine deutlich höhere Profitabilität an. Der operative Gewinn soll mehr als 5 Prozent des Erlöses ausmachen, wie der Konzern am Freitag in Boulogne-Billancourt bei Paris mitteilte. Bisher war eine Umsatzrendite um die 3 Prozent angepeilt worden. Allerdings sorgte die im Mai angekündigte Aufgabe des bis dato wichtigen russischen Geschäfts infolge der Invasion Russlands in das Nachbarland Ukraine für einen Milliardenverlust unter dem Strich. Die Aktie stieg dennoch so hoch wie seit Monaten nicht mehr.

Im ersten Halbjahr verkaufte Renault zwar rund 12 Prozent Fahrzeuge weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz lag mit fast 21,1 Milliarden Euro aber in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Ohne die scharfe Abwertung der türkischen Lira und andere Wechselkursbewegungen wäre der Erlös um 1,1 Prozent geklettert. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn lag bei 988 Millionen Euro mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr und machte damit 4,7 Prozent des Erlöses aus. In den Zahlen sind die Russland-Aktivitäten des Konzerns nicht mehr enthalten. Auf die Geschäfte in dem Land schrieb Renault 2,3 Milliarden Euro ab. Unter dem Strich entfiel daher auf die Renault-Aktionäre ein Verlust von fast 1,4 Milliarden Euro.

Die Renault-Aktie kletterte in der Spitzengruppe des französischen Leitindex Cac 40 <FR0003500008> um 5,7 Prozent auf 28,90 Euro. So teuer war das Papier zuletzt Ende Februar gewesen. Vor dem Börseneinbruch infolge von Russlands Angriff auf die Ukraine hatte der Kurs im Februar teilweise auch noch über 37,50 Euro gelegen.

"Im Vergleich zu den Erwartungen hat Renault im ersten Halbjahr gut abgeschnitten und durch die Bank besser als erwartet geliefert", schrieb Analyst Tom Narayan von der kanadischen Bank RBC. Die angehobenen Jahresziele dürften zudem zu steigenden Konsensschätzungen am Aktienmarkt führen. Das überraschend starke erste Halbjahr bringe den Konzern aus der sprichwörtlichen Notaufnahme auf den Pfad der Erholung, schrieb Jefferies-Experte Philippe Houchois. Renault war in der Corona-Krise vom französischen Staat mit Milliarden gestützt worden. Frankreich ist mit 15 Prozent der Anteile an dem Konzern beteiligt.

Renault spielen derzeit wie der gesamten Herstellerbranche hohe Preise in die Karten, weil die Nachfrage am Markt bei stockender Produktion weiter hoch ist. Die Franzosen schätzen, dass die mangelnde Halbleiterversorgung dieses Jahr die Produktion von rund 300 000 Fahrzeugen verhindert. In der Kasse sollen aus dem Tagesgeschäft mehr als 1,5 Milliarden Euro an freiem Barmittelzufluss (operativer Free Cashflow) landen - bisher war Renault-Chef Luca de Meo nur von einem positiven Wert ausgegangen.

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