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ROUNDUP: Britische Notenbank verstärkt Kampf gegen Inflation

LONDON (dpa-AFX) - Die britische Notenbank stemmt sich verstärkt gegen die hohe Inflation im Königreich. Der Leitzins steigt um 0,5 Prozentpunkte auf 1,75 Prozent, wie die Bank of England am Donnerstag nach ihrer Zinssitzung in London mitteilte. Es ist die deutlichste Anhebung seit der politischen Unabhängigkeit der Notenbank im Jahr 1997. Analysten hatten mit dem Schritt überwiegend gerechnet. Darüber hinaus will die Notenbank vermutlich ab September mit dem Verkauf von Staatsanleihen beginnen, um ihre aufgeblähte Bilanz zu verkleinern.

Die Zinsentscheidung im neunköpfigen geldpolitischen Ausschuss MPC fiel nicht einstimmig. Das langjährige Ausschussmitglied Silvana Tenreyro sprach sich für eine Zinsanhebung um lediglich 0,25 Punkte aus. In diesem Tempo hatte die Bank of England die Zinsen seit Ende vergangenen Jahres schrittweise angehoben. Sie war damit die erste unter den großen Zentralbanken, die sich mit höheren Leitzinsen gegen die in Großbritannien auf mittlerweile 9,4 Prozent gestiegene Teuerung gestemmt hat. Die Inflation ist gegenwärtig so hoch wie seit etwa 40 Jahren nicht mehr.

Die Notenbank bekräftigte ihre Haltung, "kraftvoll" zu agieren, falls die Teuerung länger anhalten sollte als erwartet. Zugleich gehen die Währungshüter von einem langanhaltenden wirtschaftlichen Abschwung aus: Beginnend im vierten Quartal dürfte die britische Wirtschaft demnach fünf Quartale in Folge schrumpfen. Der Wohlstandsverlust wird auf insgesamt zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts veranschlagt. Die britische Wirtschaft leidet unter einer Vielzahl von Belastungen, darunter die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs.

Die Bank of England will darüber hinaus ihre durch Krisenkäufe aufgeblähte Bilanz reduzieren. Vermutlich ab September soll die Bilanzsumme um 80 Milliarden Pfund pro Jahr sinken. Dies erfordert Verkäufe von Staatsanleihen über etwa 10 Milliarden Pfund je Quartal. An diesen Schritt hat sich bisher noch keine große Notenbank herangetraut. Selbst die US-Notenbank Fed, die ihre Bilanz bereits seit einiger Zeit abschmilzt, lässt die in ihren Büchern liegenden Wertpapiere bisher nur auslaufen.

An den Finanzmärkten geriet das britische Pfund nach Bekanntwerden der Entscheidungen unter Druck. Britische Staatsanleihen legten im Kurs hingegen zu. An der Londoner Börse wurden die Beschlüsse eher positiv aufgenommen.

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