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ROUNDUP/Bahnbeauftragter: 9-Euro-Ticket wird 'echter Knaller'

BERLIN (dpa-AFX) - Das 9-Euro-Ticket wird aus Sicht des Bahnbeauftragten der Bundesregierung, Michael Theurer, ein großer Erfolg - und kann den Weg für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs weisen. "Ich glaube, dass das ein echter Knaller wird", sagte der FDP-Politiker am Mittwoch in Berlin zum Start der Aktion vor Journalisten. Das Ticket komme direkt bei den Nutzerinnen und Nutzern an.

Theurer betonte, das 9-Euro-Ticket könnte wichtige Hinweise für die Zukunft des Nahverkehrs geben. "Wenn wir das Ziel in der Koalition, eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen, erreichen wollen, dann werden wir die Erkenntnisse aus dem 9-Euro-Ticket auch dringend brauchen." Wenn es gelinge, durch ein konkurrenzlos günstiges Preisangebot Fahrgäste zurückzuholen oder sogar über das Vor-Corona-Niveau zu kommen, dann zeige es, in welche Richtung es gehen könne.

Schon lange wird in Deutschland über die bundesweite Einführung eines 365-Euro-Tickets pro Jahr debattiert. Theurer sagte, Minister Volker Wissing (FDP) habe mit den Ländern eine Arbeitsgruppe zu einem Mobilitätspakt eingesetzt. Es stelle sich die Frage, ob mehr Verkehre und ein Ausbau des Angebots die richtigen Instrument seien - oder ob es nicht sinnvoll sei, im bestehenden System die Fahrgastzahlen zu erhöhen, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium.

"Das wird ja die große strategische Frage sein", sagte Theurer. "Ökologisch wäre es richtig, zu gucken, dass bestehende Züge besser ausgelastet sind und dass bestehende Züge zum Beispiel vielleicht verlängert werden, ohne dass die Personalkosten steigen." Ein besserer ÖPNV müsse nicht zwangsläufig dazu führen, dass "mehr leere, heiße Luft" durch die Gegend gefahren werde oder dass Angebote gemacht werden, die nicht angenommen werden. "Wir brauchen einfach mehr Fahrgäste im bestehenden System." Damit erhöhe sich auch die Wirtschaftlichkeit. Dies könne eine Erkenntnis des 9-Euro-Tickets sein. Dieses gilt jeweils für die Monate Juni, Juli und August.

Dirk Flege, Geschäftsführer des Lobbyverbandes Allianz pro Schiene, reagierte mit den Worten: "Die Frage "Angebotsausweitung oder Steigerung der Auslastung" stellt sich nicht. Wir brauchen beides. Ohne massive Angebotsausweitung wird es keine Verdopplung im Personenverkehr auf der Schiene geben." Hier sei die Politik mit einem Ausbau der Infrastruktur und einer Finanzoffensive für den Nahverkehr gefragt, sagte Flege der Deutschen Presse-Agentur.

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