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ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow kommt kaum vom Fleck

·Lesedauer: 4 Min.

NEW YORK (dpa-AFX) - Die wichtigsten US-Indizes haben zur Wochenmitte nach einem kaum veränderten Handelsstart mehrheitlich moderat zugelegt. Nur der Dow Jones Industrial <US2605661048> kam nicht vom Fleck. Er schloss an diesem Mittwoch mit plus 0,03 Prozent auf 34 323,05 Punkte.

Im Fokus der Anleger stand angesichts der jüngsten Konjunkturdaten weiter das Thema Inflation und der geldpolitische Kurs der US-Notenbank (Fed). Einen neuen Beitrag dazu lieferte am Dienstag der Vizechef der Fed, Richard Clarida. Ihm zufolge ist es gut möglich, dass auf einer der nächsten Zinssitzungen begonnen wird, über eine Verringerung der Wertpapierkäufe nachzudenken. Große Not zu einem solchen Schritt besteht aber offenbar nicht, denn die steigende Inflation bezeichnete Clarida abermals als übergangsweises Phänomen.

Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> legte am Mittwoch um 0,19 Prozent auf 4195,99 Zähler zu und etwas kräftiger noch stiegen die technologielastigen Nasdaq-Indizes. Der Auswahlindex Nasdaq 100 <US6311011026> rückte letztlich um 0,33 Prozent auf 13702,74 Zähler vor.

Zentralbanker rund um den Globus spielten aktuell das Risiko steigender Preise herunter, hieß es aus dem Handel. Die Frage ist, wie lange die Fed und andere Zentralbanken die stimulierende Geldpolitik beibehalten können, wenn die Wirtschaftsdaten weiterhin Preisdruck zeigen. "Was wir von der Fed immer wieder hören, ist, dass sie dieses Mal einen ganz anderen Ansatz in Bezug auf die Inflation verfolgen wird", sagte Kristina Hooper, Invesco-Chefstrategin für globale Märkte.

Unter den Einzelwerten am US-Markt standen die Aktien von Ford <US3453708600> im Fokus. Angetrieben von Aussagen des Autobauers während des laufenden Kapitalmarkttages sprangen sie im S&P 100 <US78380F1021> um 8,5 Prozent nach oben und zogen auch die Papiere von GM <US37045V1008> mit, die um 2,3 Prozent stiegen. Tesla <US88160R1014> gewannen 2,4 Prozent. Unter anderem rechnet Ford damit, das bis 2030 rund 40 Prozent seines weltweiten Fahrzeugvolumens voll elektrifiziert sein wird. Zudem rechnet das Management für 2023 mit einer bereinigten Ebit-Marge von 8 Prozent.

Die Anleger von Amazon <US0231351067> zeigten sich wenig beeindruckt davon, dass der weltgrößte Online-Händler die Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) Filmstudios übernimmt. Darüber hatten die "Financial Times" ("FT") und weitere Medien bereits in der Vorwoche berichtet. Auch dass Andy Jassy den Vorstandsvorsitz von Firmengründer Jeff Bezos übernehmen wird, ist nicht neu. Nur das Datum war bislang nicht bekannt. Der Chefwechsel soll am 5. Juli erfolgen. Die Amazon-Aktien legten um marktkonforme 0,2 Prozent zu.

Der Modehändler Urban Outfitters <US9170471026> indes beeindruckte mit einem außergewöhnlich starken Start in sein neues Geschäftsjahr 2021/22. JPMorgan-Analyst Matthew Boss sprach von einem Wendepunkt und strich sein Urteil "Underweight". Nun ist er neutral gestimmt für die Papiere. Das Kursziel hob er zugleich von 30 auf 38 US-Dollar an. Am Markt wurde zugegriffen. Die Papiere zogen um 10 Prozent auf 38,47 Dollar hoch.

Die Aktien von Gamestop <US36467W1099> und AMC Entertainment <US00165C1045> knüpften an ihre Vortagesrally an und schossen um 15,8 beziehungsweise 19,2 Prozent hoch. Am Dienstag hatten die Titel des Videospielhändlers Gamestop um mehr als 16 Prozent zugelegt und erstmals seit Mitte März wieder über der Marke von 200 Dollar geschlossen. Die Anteilscheine der Kinokette AMC waren tags zuvor gar um knapp 20 Prozent nach oben geschnellt. Nutzer der Social Media-Plattform Reddit, zu dem das Unterforum WallStreetBets gehört, hätten tags zuvor ihr Interesse an den "alten Favoriten" vorausgegangener Wetten wieder entdeckt, kommentierte Marktanalyst Neil Wilson von Markets.com.

Marktbeobachtern zufolge könnte der starke Kursanstieg beider Werte nun die Inhaber von Short-Positionen erneut dazu veranlasst haben, ihre auf fallende Kurse basierenden Positionen zu schließen, indem sie die Aktien zurückkaufen und eine zusätzliche Nachfrage schaffen. Dies führt dann zu noch weiter steigenden Kursen, wie dies bereits vor einigen Monaten geschah.

Der Euro <EU0009652759> stand im US-Handel weiter unter Druck und sank unter 1,22 Dollar. Zum Wall-Street-Schluss kostete die Gemeinschaftswährung 1,2193 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2229 (Dienstag: 1,2264) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8177 (0,8154) Euro. Am US-Rentenmarkt sank der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) um 0,08 Prozent auf 131,99 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Anleihen stieg auf 1,577 Prozent./ck/he

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---