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ROUNDUP 2: Eon verdient wegen hoher Strompreise weniger - Aktie stark bewegt

(Kursteil aktualisiert, Analystenstimmen, Statement der Union Investment zur anstehenden Hauptversammlung)

ESSEN (dpa-AFX) - Der Energiekonzern Eon <DE000ENAG999> ist mit einem Ergebnisrückgang ins neue Jahr gestartet. Das deutsche Netzgeschäft konnte im ersten Quartal zwar zulegen, dies wurde jedoch durch negative Effekte in anderen Ländern mehr als aufgezehrt. Unter anderem gab es Belastungen durch höhere Beschaffungskosten, die erst zu einem späteren Zeitpunkt an die Kunden weitergegeben werden können, wie der Konzern am Mittwoch in Essen mitteilte. Der Vorstand bestätigte seine Jahresziele für 2022. Von Finanzchef Marc Spieker hieß es: "Wir sind trotz der Herausforderungen im ersten Quartal auf Kurs."

Die Eon-Aktie schwankte erheblich: Zunächst rutschte sie am Vormittag zeitweise auf das tiefste Niveau seit März 2021. Zwischenzeitlich stand sie fast viereinhalb Prozent im Minus und weitete ihre negative Kursbilanz 2022 auf fast 23 Prozent Minus aus. Zuletzt drehte sie aber ins Plus und notierte 0,8 Prozent höher bei 9,93 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit immer noch ein Abschlag von 18,5 Prozent, womit der Netzbetreiber schlechter abschneidet als der Dax <DE0008469008>, der in der Zeit rund 14 Prozent verloren hat. Das erste Quartal sei schwach ausgefallen, resümierte denn auch Analyst John Musk von der kanadischen Bank RBC.

In den ersten drei Monaten hatten vor allem die hohen Strompreise großen Einfluss auf Eons Geschäft. So stieg deshalb der Umsatz trotz rückläufiger Mengen um 60 Prozent auf 29,5 Milliarden Euro. Insbesondere das Segment Kundenlösungen wuchs kräftig und steuerte so erneut den Großteil zu den Umsätzen bei. In dem Geschäftsbereich stellen die Essener die Lieferung von Energie sowie Energie-Konzepte für Städte und Industrie bereit. Umsatz-Rückenwind kam auch von der zentralen Beschaffungseinheit Energy Markets. In der im Oktober 2020 gegründeten Einheit bündelt Eon die Energiebeschaffung der ehemaligen Eon- und Innogy-Geschäfte. Gleichzeitig drückten aber die hohen Energiepreise im ersten Quartal auf die Gewinnmarge.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging daher um gut 14 Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Euro zurück. Dabei brach das Ergebnis des Segments Kundenlösungen vor allem wegen höherer Beschaffungskosten angesichts der hohen Strompreise um fast die Hälfte ein. Diese negativen Effekte könnten erst nach dem ersten Quartal an die Kunden weitergegeben werden, hieß es von Eon. Synergieeffekte, operative Verbesserungen sowie positive Witterungseffekte konnten dies im Heimatmarkt Deutschland nur teilweise kompensieren. Und auch in anderen Länder drückten die hohen Beschaffungskosten das Ergebnis.

Den größten Ergebnisbeitrag steuerte das Segment Energienetze bei, das sich nahezu auf Vorjahresniveau bewegte. Während das Geschäft in Deutschland unter anderem durch das Aufholen negativer Ergebniseffekte aus den Vorjahren zulegte, gab es negative Mengeneffekte in anderen Ländern. Vor allem höhere Kosten durch sogenannte Netzverluste und Sturmschäden belasteten das Ergebnis.

Zu den Belastungen durch sogenannte Netzverluste kommt es, weil ein Netzbetreiber verpflichtet ist, seine Energienetze mit einer gewissen Grundspannung zu versorgen. Dafür wird auch Strom am Markt zugekauft. Aktuell ist dieser sehr teuer, was die Ergebnisse bei Eon belastet. Diese Ausgaben kann der Konzern aufgrund regulatorischer Vorgaben später aber an seine Kunden weitergeben und somit in Folgequartalen wieder ausgleichen.

Eons Zahlenvorlage fand einen Tag vor der Hauptversammlung am Donnerstag statt. In Hinblick auf diese drückte Thomas Deser als Portfoliomanager bei Union Investment seine Sorgen angesichts perspektivisch sinkender Renditen aus. Nach wie vor sei keine Ergebnisdynamik aus der Fokussierung auf das Netzgeschäft erkennbar, sagte er in dem veröffentlichten Statement. "Im Gegenteil: Die regulierten Netzaktivitäten scheinen die Trägheit selbst zu sein." Das Segment Energienetze ist streng reguliert. Hierzu gehört zum Beispiel der Ausbau, die Wartung und Instandhaltung von Strom- und Gasnetzen.

Unterm Strich blieb bei Eon im ersten Quartal ein bereinigter Konzernüberschuss von 679 Millionen Euro und damit 16 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Am Ende des Jahres soll der Konzerngewinn auf 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro steigen. Das bereinigte operative Ergebnis soll 7,6 Milliarden bis 7,8 Milliarden Euro erreichen. Laut RBC-Analyst Musk deutet die bestätigte Prognose darauf hin, dass sich die Folgen in Grenzen halten. Seine Kollegen von der Investmentbank Goldman Sachs merkten hingegen an, dass die Jahresprognose angesichts der Quartalszahlen herausfordernd sei.

Außerdem will Eon im laufenden Jahr 5,3 Milliarden Euro investieren. Im ersten Quartal lag der Fokus hier vor allem bei Neuanschlüssen für Anlagen Alternativer Energien, Gewerbe- und Industriekunden sowie der Modernisierung der Netzinfrastruktur.

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