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ROUNDUP 2: BASF gliedert zwei Sparten aus und nennt keine Umsatzziele mehr

(neu: Ausgliederung der Sparten)

LUDWIGSHAFEN (dpa-AFX) - Der Chemiekonzern BASF DE000BASF111 gliedert zwei seiner Sparten aus. Nach dem Vorbild des Beschichtungsgeschäfts sollen auch die Bereiche Batteriematerialien und Landwirtschaft in eigenständige Einheiten überführt werden. Ein Konzernsprecher bestätigte damit am Donnerstag entsprechende Informationen der Gewerkschaft IGBCE. Ein Verkauf der Bereiche oder Kündigungen seien allerdings nicht geplant. Der Gewerkschaft zufolge sind von der Ausgliederung fast 2500 Stellen allein am Konzernsitz in Ludwigshafen betroffen. Unterdessen will BASF künftig keine Umsatzziele mehr nennen und setzt sich Margenziele für einzelne Geschäftsfelder.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Die BASF-Aktie legte nach den Neuigkeiten vom frühen Nachmittag merklich zu und gehörte zuletzt mit rund plus zwei Prozent zu den stärksten Titeln im Dax DE0008469008. Damit wurde sie aber immer noch gut zwei Prozent billiger gehandelt als zum Jahreswechsel.

Mit der Ausgliederung des Batterie-, Agrar- und Beschichtungsgeschäfts will der Vorstand den Bereichen nach eigenen Angaben mehr Freiheiten einräumen, damit diese sich besser auf ihre Kunden einstellen können. Die Geschäfte mit Basischemikalien (Chemicals), Kunststoffen (Materials), Additive (Industrial Solutions) und Inhaltsstoffe für Konsumgüter (Nutrition & Care) sollen weiterhin stark integriert bleiben.

Die Gewerkschaft kritisierte die geplanten Ausgliederungen hart. "Das Jahr endet für die Beschäftigten, wie es begonnen hat, mit schlechten Nachrichten", sagte IGBCE-Bezirksleiter Gunther Kollmuß der Mitteilung zufolge. Die Ausgliederung betreffe allein in Ludwigshafen fast zehn Prozent der dortigen Belegschaft. Positiv wertete Kollmuß, dass es keine Kündigungen geben solle. Gewerkschaft und Betriebsrat dringen nun auf eine "Standortvereinbarung 2030" für den Verbund und alle von der aktuellen Entwicklung betroffenen Einheiten.

Derweil will der Vorstand nach dem Geschäftseinbruch im laufenden Jahr ab 2024 keine Umsatzprognosen mehr nennen. Ab der Bilanzvorlage am 23. Februar werde es lediglich Ziele für den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereinflüssen (bereinigtes Ebitda) sowie den Barmittelzufluss geben, teilte der Dax-Konzern anlässlich einer Investorenveranstaltung in Ludwigshafen mit. Damit ändert BASF auch die zentrale operative Gewinngröße: Bisher hatte der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen (bereinigtes Ebit) im Vordergrund gestanden.

Auch in den einzelnen Sparten sollen sich die Ziele ab dem kommenden Jahr um die neue Hauptkennzahl für den operativen Gewinn (bereinigtes Ebitda) sowie den Barmittelzufluss drehen. So nimmt sich der Vorstand für das Verbundgeschäft eine bereinigte operative Marge (bereinigte Ebitda-Marge) von 17 Prozent vor, die über den Chemiezyklus hinweg erreicht werden soll. Beim Batteriematerial ohne Metalle soll die Marge bis zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent erreichen, bei Beschichtungen mittelfristig mindestens 15 Prozent. Im Geschäft mit der Landwirtschaft peilt der Vorstand mittelfristig eine Marge von mindestens 23 Prozent an.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und seine Folgen für die Wirtschaft haben BASF stark durchgeschüttelt. Im Jahr 2022 brockten der Rückzug der Konzerntochter Wintershall Dea aus Russland und die Abschreibungen auf die Beteiligung an der Gaspipeline-Gesellschaft Nord Stream AG dem Chemieriesen BASF einen Milliardenverlust ein.

2023 schlug die schwache Konjunktur aufs Geschäft durch: Im Juli kappte das Management seine Umsatzprognose von zuvor 84 bis 87 Milliarden auf nur noch 73 bis 76 Milliarden Euro. Inzwischen rechnet der scheidende Vorstandschef Martin Brudermüller nur noch mit einem Umsatz am unteren Ende dieser Spanne. Im Vorjahr hatte BASF noch einen Umsatz von gut 87 Milliarden Euro erzielt. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres kam der Konzern auf einen Umsatz von 53 Milliarden Euro, 22 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Schon im Februar hatte BASF ein Sparprogramm aufgelegt und angekündigt, 2600 Stellen zu streichen, rund zwei Drittel davon in Deutschland. Im Oktober setzte der Vorstand zudem sein Einsparziel herauf. Insgesamt sollen die jährlichen Kosten bis Ende 2026 um rund 1,1 Milliarden Euro sinken, statt wie zuvor geplant um rund eine Milliarde.

Unterdessen wird das Management ehrgeiziger mit Blick auf die geplante Senkung der CO2-Emissionen. Schon länger hat sich BASF vorgenommen, den CO2-Ausstoß im eigenen Betrieb und aus zugekaufter Energie (Scope 1 und Scope 2) bis 2030 im Vergleich zu 2018 um 25 Prozent zu senken, bis 2050 wollen die Ludwigshafener auf Netto-Null kommen. Jetzt nimmt der Vorstand auch den CO2-Ausstoß der zugekauften Rohstoffe (Scope 3.1) in den Fokus. Dieser soll im Vergleich zu 2022 bis zum Jahr 2030 über das gesamte Portfolio hinweg um 15 Prozent sinken und 2050 ebenfalls bei Netto-Null liegen.