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Regionale Flugplätze hoffen auf kleine Airlines und neue Kraftstoffe

Die Konzentration im Luftverkehr hält an. Die Luft wird für viele Regionalflugplätze dünner. Um überleben zu können, setzen sie auf alternative Modelle.


Auf der Suche nach alternativen Geschäftsmodellen wollen regionale Flugplätze verstärkt auf eigene Fluglinien setzen. Dadurch sinke die Abhängigkeit von großen Airlines, und die Flughäfen bekämen mehr Gestaltungsspielraum, sagte der Geschäftsführer des Lübecker Flughafens, Jürgen Friedel, am Mittwoch auf einer Tagung der Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze (IDRF) in Lübeck.

In einem „Lübecker Appell“ fordern die Teilnehmer Politik und Wirtschaft auf, die Bedeutung des jeweiligen Airports für die Region zu erkennen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die das Überleben von Regionalflugplätzen ermöglichen. „Regionale Flugplätze sind das Eintrittstor zur Mobilität und ein Teil der Daseinsvorsorge“, sagte der IDRF-Vorsitzende Ralf Schmid.

Die Luftverkehrskonzepte der Länder müssten den Mobilitätsbedarf vor Ort widerspiegeln und sich nicht nur an den Zielvorgaben der Fluggesellschaften orientieren. „Gerade die mittelständische Wirtschaft in der Fläche benötigt schnelle Anschlüsse“, sagte IDRF-Geschäftsführer Thomas Mayer.

Politik und Wirtschaft müssten kleinen Fluggesellschaften helfen, um nach dem Rückzug großer Airlines aus der Fläche Lücken zu schließen. Zurzeit seien die Betriebs- und Vertriebsmodelle der großen Gesellschaften für den regionalen Einsatz nicht geeignet, sagte Mayer: „Das Angebot muss wieder stärker am Bedarf der Passagiere ausgerichtet werden.“ Aus Sicht der Branche müssen auch nachhaltige Flugkraftstoffe, neue Antriebskonzepte sowie Möglichkeiten zum autonomen Fliegen entwickelt und ausgebaut werden.

„Für die Regionalluftfahrt ist der Hybrid-elektrische Flugzeugantrieb schon deshalb interessant, weil sich dadurch die Kosten je Kilometer je Sitzplatz halbieren ließen“, sagte der Geschäftsführer Flugplatzgesellschaft Schönhagen, Klaus-Jürgen Schwahn. Auch die Herstellung von synthetischem Kraftstoff sei gerade für kleinere Flugplätze interessant. „Sie könnten so ihr Flugbenzin an Ort und Stelle selbst herstellen und würden weitgehend autark“. Doch bis es so weit sei, könnten noch 20 bis 30 Jahre vergehen.

Im IDRF sind rund 70 Regionalflugplätze aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen.