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Psychologische Beratung via Whatsapp: So geht Krisenkommunikation der Generation Z

·Lesedauer: 2 Min.
Hans Raffauf, Iris Lanz, Melanie Eckert, Kai Lanz und Jan Wilhelm (v.l.) haben Krisenchat.de während des Corona-Lockdowns 2020 gegründet.
Hans Raffauf, Iris Lanz, Melanie Eckert, Kai Lanz und Jan Wilhelm (v.l.) haben Krisenchat.de während des Corona-Lockdowns 2020 gegründet.

Wer sich schon einmal um einen Therapieplatz beim Psychologen bemüht hat, weiß wie nervenaufreibend das sein kann. Besonders wenn man sich mitten einer weltweiten Krise befindet. Das 2020 gegründete Startup Krisenchat.de will mit seiner Online-Beratungsplattform alle Hürden abbauen – mithilfe von Whatsapp. Junge Menschen bis 25 Jahre sollen über die Messenger-App einfach, schnell und kostenlos Hilfe von professionellen Therapeuten bekommen.

„In der Corona-Pandemie hat sich eine große Versorgungslücke in Sachen mentaler Gesundheit für Kinder und Jugendliche aufgetan. Diese wollten wir füllen“, so Melanie Eckert, Mitgründerin und psychologische Leiterin von Krisenchat. Aufgabe von Krisenchat.de ist es, rund um die Uhr erste Unterstützung zu leisten und Betroffene über weitergehende Hilfsangebote zu informieren. Das Startup führt aber selbst keine Langzeitberatung oder Therapien durch.

Dafür stehen rund 300 ehrenamtliche Therapeuten bereit, die eigenen Angaben zufolge auf etwa 4.000 Beratungsanfragen im Monat reagieren. In Härtefällen wie häuslicher Gewalt oder Suizidgedanken leiten sie die Nummer in Absprache mit den Betroffenen ans Jugendamt oder die Polizei weiter. Die Idee für das gemeinnützige Unternehmen hatten Jan Wilhelm, Julius de Gruyter, Kai Lanz, Hans Raffauf, Iris Lanz und Eckert.

Klimawandel bereitet der Jugend Sorgen

Krisenchat.de ist bereits die zweite Gründung der drei jüngsten Teammitglieder Wilhelm, Gruyter und Lanz. Gemeinsam haben sie nach ihrem Abitur 2019 das Startup Exclamo gegründet, worüber Schülerinnen und Schüler ihren Lehrern anonym Mobbingfälle melden können. Raffauf, Mitgründer der Menstruations-App Clue, unterstützte das Exclamo-Tean damals als ersten Gesellschafter. Eckert verfolgte die Gründung des Schüler-Startups über die Zeitung und zeigte sich begeistert von dem Konzept der digitalen Kinder- und Jugendhilfe. Mit der Gründung der Beratungsplattform Krisenchat 2020 legte das Gründerteam um Exclamo die Arbeit am Schüler-Startup nieder, um sich laut eigenen Angaben auf den Ausbau von Krisenchat zu fokussieren.

Die Plattform sollte besonders die Kinder und Jugendlichen erreichen, die im Rahmen der Lockdowns ihr soziales Auffangnetz verloren haben. „Die Corona-Pandemie hat die Psyche zahlreicher Kinder und Jugendlicher strapaziert“, so Eckert. Außerdem zeige sich, dass sie sich vermehrt Gedanken über die Folgen des Klimawandels machen. 13- oder 14-Jährige schreiben etwa, dass sie sich von der Erderwärmung bedroht fühlen. „Einige Kinder haben wirklich Angst, dass es ihnen in 20 oder 30 Jahren auf der Erde viel schlechter geht.“ Die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands, deren Bilder laut Eckert „eine Wahnsinnskraft haben“ würde zusätzlich neue Ängste schüren.

Zu Beginn der Gründung haben die Teammitglieder das Projekt aus privaten Mitteln finanziert. Heute wird die Online-Beratungsplattform über Stiftungen und Förderorganisationen wie „Ein Herz für Kinder“ unterstützt. Krankenkassen wie die Barmer sind ebenfalls beteiligt. Außerdem sammelt Krisenchat.de private Spenden. Ein Gehalt erhalten lediglich die rund 20 hauptamtlichen Kräfte des Startups.

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