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Probleme mit dem Infotainment: VW Golf 8 braucht weiteres Software-Update

Menzel, Stefan
·Lesedauer: 3 Min.

Anders als Tesla kann Volkswagen bislang nicht online updaten. Tausende Fahrzeuge des Golf 8 müssen für das jüngste Update darum in die Werkstatt.

Der Bestseller muss erneut in die Werkstatt. Foto: dpa
Der Bestseller muss erneut in die Werkstatt. Foto: dpa

Nach wenigen Monaten steht der neue Volkswagen Golf vor einem weiteren Softwareupdate. Wie aus VW-Konzernkreisen in Wolfsburg bestätigt wurde, gibt es anhaltende Probleme mit dem neuen Infotainment-Bildschirm des Fahrzeugs, der mitunter unverständliche Befehle gibt und den Golf-Fahrer dadurch irritiert. Ein VW-Sprecher bestätigte am Dienstag, dass das Softwareupdate jetzt ausgeliefert wird. 56.000 Fahrzeuge sind betroffen, gut 26.000 in Deutschland.

Das neue Golf-Modell der achten Generation wird seit Ende 2019 verkauft. Von Anfang an stand der Verkaufsstart unter keinem guten Stern. Ein Teil der ursprünglich geplanten neuen Softwarefunktionen wurde aus dem Programm genommen („Lastenabwurf“).

Die Softwareschwierigkeiten führten auch zu Verzögerungen in der Produktion. Vorläufiger Höhepunkt war ein mehrwöchiger Auslieferungsstopp im vergangenen Frühjahr, weil der gesetzlich vorgeschriebene Notrufassistent nicht funktionierte. Damit war ein erstes Softwareupdate verbunden.

Mit der neuen und komplizierteren Software hatte Volkswagen beim Golf-Produktionsanlauf besondere Probleme. Der Golf 8 soll eigentlich für die wachsende Digitalisierung im Autogeschäft stehen und den Wandel von Volkswagen zu einem durch und durch digital geprägten Konzern symbolisieren.

Das neue Softwareupdate für den Golf 8 soll jetzt nach und nach auf die Autos aufgespielt werden. Die Fahrzeuge müssen dafür etwa fünf Stunden in die Werkstatt. Betroffene Autofahrer bekommen ein Ersatzfahrzeug und als Entschädigung für den Aufwand einen Werkstattgutschein.

Der neue Golf erlaubt noch keine Softwareupdates „over the air“, das ist erst bei späteren Modellgenerationen geplant. Für die Updates ist ein Werkstattbesuch deshalb weiterhin zwingend erforderlich. In Händlerkreisen wurde von einer „Verunsicherung der Kunden“ gesprochen, weil der Golf-Bildschirm plötzlich während der Fahrt unerklärliche Signale von sich gebe.

Golf verlor zwischenzeitlich den Spitzenplatz

Volkswagen spricht von einer freiwilligen Aktion, die nicht sicherheitsrelevant sei. Deshalb werde der Rückruf auch nicht vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg überwacht. Betroffen seien die ersten im vergangenen Jahr bis zur Sommerpause produzierten Golf-Fahrzeuge.

Volkswagen gehörte am Dienstag zu den klaren Verlierern im Frankfurter Aktienindex Dax. Bis zum Mittag notierte das VW-Papier mit einem Minus von etwa 1,5 Prozent. Händler begründeten die Aktienreaktion mit dem neuen Software-Update beim Golf.

Wegen des nicht richtig funktionierenden Notrufassistenten im neuen Golf hatte das KBA Volkswagen im vergangenen Jahr einen Pflichtrückruf in die Werkstätten verordnet. Davon waren von Mai an rund 35.000 Fahrzeuge betroffen. Die neue Software mit einem einwandfrei funktionierenden Notrufsystem wurde den Autos dann ebenfalls im Rahmen eines Werkstattbesuchs aufgespielt.

Die anhaltenden Probleme führten im Frühsommer auch dazu, dass der VW Golf nicht mehr das meistverkaufte Automodell in Europa war. Im Mai und im Juni wurde der Golf überraschend vom Kleinwagen Renault Clio überholt.

Dass sich das Spitzenmodell von Volkswagen gleich zwei Monate in Folge einem Konkurrenten geschlagen geben musste, das hatte es zuvor in der Geschichte von VW nicht gegeben. Inzwischen haben sich die Produktionszahlen in Wolfsburg stabilisiert – und der Golf ist wieder die Nummer eins in Europa.

Im vergangenen Frühjahr war die Qualität des neuen Autos in der Produktion zu einem Dauerproblem geworden. Es falle „sehr viel Nacharbeit“ an, hieß es damals im Wolfsburger Werk. Bei Zwischenabnahmen sei die Fehlerquote hoch, ähnlich wie beim Durchmessen der Softwarefunktionen am Schluss des Fertigungsprozesses. Die Zahl der täglich insgesamt festgestellten Mängel habe weit jenseits der Toleranzschwelle gelegen.