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OPs verschieben, impfen in Apotheken, schnellere Kinder-Impfungen: Das ist der neue Corona-Plan der Gesundheitsminister

·Lesedauer: 3 Min.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben am Montag über weitere Maßnahmen in der Corona-Pandemie beraten. Hier erfahrt ihr, auf was sie sich geeinigt haben.

Die Gesundheitsminister drücken bei den Corona-Impfungen für Kinder aufs Tempo. In einem einstimmig gefassten Beschluss vom Montag fordern sie die EU-Kommission zu früheren Impfstofflieferungen auf – und bitten die Ständige Impfkommission (Stiko) um eine "sehr zeitnahe" Empfehlung für Kinderimpfungen. In allen Ländern sollen "unverzüglich" Angebote für Kinderimpfungen, etwa besondere Impfstraßen, eingerichtet werden.

Man begrüße es, dass die europäische Arzneimittelbehörde EMA nun einen Corona-Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige zugelassen habe, sagte Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) am Montag nach einer Schaltkonferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern in München. Nun fordere man die EU-Kommission auf, den Impfstoff noch vor dem 20. Dezember zur Verfügung zu stellen. "Wir hoffen, dass das vorgezogen werden kann, damit wir da auch noch schneller mit den Impfungen anfangen können", sagte Holetschek weiter.

Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) sei sich zudem einig gewesen, dass man überall Kinder- und Familienimpfstraßen auf den Weg bringen wolle, damit man unmittelbar, wenn der Impfstoff zur Verfügung stehe, beginnen könne, sagte Holetschek als derzeitiger GMK-Vorsitzender.

Zudem werde die Stiko gebeten, zeitnah eine Empfehlung abzugeben, "und zwar so schnell, sie können". "Wir wollen da keinen Druck aufbauen", räumte Holetschek jedoch ein. "Wir wissen aber, dass es wichtig wäre, das wir zeitnah gerade bei diesen sensiblen Impfungen tatsächlich von der Ständigen Impfkommission ein Signal kriegen." Die Stiko hatte zuletzt angekündigt, möglichst bis zur Auslieferung des Kinder-Impfstoffs eine Empfehlung auszusprechen.

Kinder sollen eine niedrigere Dosis Biontech bekommen

Die EMA hatte vergangenen Donnerstag grünes Licht für die Zulassung des Präparats von Biontech/Pfizer (Comirnaty) auch für die Gruppe der Fünf- bis Elfjährigen gegeben – aber in niedrigerer Dosierung: Kleinere Kinder bekommen im Vergleich zur Altersgruppe ab zwölf nur ein Drittel der Dosis gespritzt, also zehn statt 30 Mikrogramm.

Abgesehen davon seien niedergelassenen Ärzte schon jetzt in der Lage, nach individueller Beratung Impfungen von Kindern vorzunehmen, sagte Holetschek, betonte allerdings: "Es handelt sich da aber um einen sogenannten Off-Label-Use." Das Problem an dieser Verwendung ist die Haftungsfrage, denn der Bund haftet nicht, wenn Ärzte nicht zugelassene Impfungen verwenden. Sollen jetzt schon Kinder geimpft werden, muss der schon verfügbare Impfstoff vom Arzt so portioniert werden wie in der Zulassungsstudie.

Außerdem ging es auf der Stunden dauernden Konferenz der Gesundheitsminister auch darum, die Apotheken zum Teil der Impfkampagne zu machen. Wie Business Insider bereits vergangene Woche berichtete, sollen zur Beschleunigung der Corona-Impfungen künftig auch Apotheken und Zahnärzte mit einbezogen werden. Der Bund sei gebeten, die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Holetschek (CSU). Die Landesminister einigten sich einstimmig, über eine zeitlich befristete Ausnahmegenehmigung könnten die Apotheken-Impfungen ermöglicht werden.

Als Beispiel dienen regionale Modellprojekte, bei denen Apotheker die Grippeimpfungen durchführen. Es gebe derzeit 2600 Apotheker, die Impfschulungen für regionale Pilotprojekte zur Grippeimpfung gemacht hätten, hatte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände erklärt. Sie wären am schnellsten einsatzfähig.

Alle nicht notwendigen Operationen werden verschoben

Auch beschlossen ist der Plan, Krankenhäuser nicht zusätzlich zu belasten und dafür alle nicht notwendigen Operationen in den kommenden Wochen zu verschieben. Man wolle dadurch zusätzliche Intensivkapazitäten gewinnen, heißt es im Beschluss. Zur wirtschaftlichen Sicherung der Krankenhäuser, die an der Corona-Versorgung mitwirken, wird der Bund aufgefordert, erneut Ausgleichszahlungen auf den Weg zu bringen.

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