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Das Mobilfunk-Imperium schlägt zurück: Wie die Telekom beim begehrten Großkunden VW dem Erzrivalen Vodafone auf die Leitung geht

Henning Krogh
·Lesedauer: 3 Min.
Foto: Volkswagen
Foto: Volkswagen

Das war ein Paukenschlag in Wolfsburg vor neun Jahren. Und – buchstäblich – ein Schlag ins Kontor der Telekom: Die Mobilfunker aus Bonn verloren, wie 2012 bekannt wurde, nach langer Zusammenarbeit den Großkunden VW an den Konkurrenten Vodafone aus Düsseldorf. Rund 90.000 VW-Manager, hieß es damals, würden fortan ihre Dienst-Handys mit SIM-Karten des Newcomers vom Gestade der Düssel bestücken.

Nun schlägt das rheinische Imperium zurück. Denn wie Business Insider aus dem VW-Konzern erfuhr, steht die Telekom vor einer fulminanten Rückkehr als zweiter Netzprovider bei VW. „Die Volkswagen AG bekommt mit der Telekom einen zusätzlichen Partner für die flächendeckende Mobilfunkversorgung an ihren deutschen Standorten Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter, Hannover und Emden“, heißt es in einem VW-internen Rundschreiben, das Business Insider vorliegt. „Das bedeutet, dass die Beschäftigten dieser Standorte zukünftig über das Vodafone- und das Telekom-Netz mobil telefonieren werden.“ Es folgt die Anweisung: „Dafür ist bei den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die SIM-Karte ihres dienstlichen Smartphones auszutauschen.“

Für Vodafone bedeutet das neben absehbaren geschäftlichen Einbußen vor allem einen Image-Schaden. Wie VW-Beschäftigte übereinstimmend berichten, hatte es auf ihren Dienst-Handys immer wieder abrupte Gesprächsabbrüche gegeben. „Die Netzabdeckung von Vodafone war und ist weniger das Problem als diese plötzlichen Aussetzer bei wichtigen Calls“, klagt ein VW-Manager. Eine andere Führungskraft, die wegen Corona viel Arbeitszeit im Home Office verbringt, rügt: „Auf dem Gelände unserer Wolfsburger Zentrale funktioniert der Vodafone-Mobilfunk zwar recht ordentlich. Doch ich lebe weit außerhalb der Stadt, auf dem platten Land, und dort sind die Leitungen einfach nicht stabil genug.“ Das spricht sich natürlich nicht nur unter VW-Beschäftigten herum, die sich etwa mit ihrem Dienst-Handy für berufsbedingte Videokonferenzen im Heimbüro oder unterwegs einen persönlichen Hotspot geben müssen.

Intern begründet VW die Rückkehr zur Telekom so: „Der Hintergrund ist die Entscheidung der Konzern IT für eine 2-Provider-Strategie an den Standorten. Dadurch wird der Wettbewerb zwischen den Anbietern gefördert, was zu einer höheren Mobilfunk-Qualität, besseren Konditionen sowie zusätzlichen Netzkapazitäten für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Volkswagen führt.“

An seinen Standorten Braunschweig und Salzgitter hat VW die sogenannte Portierung bereits abgeschlossen. Damit ist die Mitnahme der Rufnummer bei einem Wechsel des Providers gemeint – ein äußerst wichtiges Anliegen vieler VW-Manager mit jeweils Hunderten, oft gar Tausenden von Kontakten in aller Welt.

Derzeit wird im Stammwerk Wolfsburg umgestellt. Zum besseren Verständnis der enormen Größenordnung: Allein hier, in VWs Hauptquartier am Mittellandkanal, sollen bis Mitte 2021 rund 20.000 SIM-Karten getauscht werden. Im weiteren Verlauf des Jahres werden entsprechende Aktionen in Emden und Hannover starten.

Manager, die sich um allzu hohe Hürden beim technischen Prozedere sorgen, versucht VW wortreich zu beruhigen: „Das Digital Workplace Team informiert die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktuell ausführlich über den Wechsel zur Telekom.“ Und: „Jeder Beschäftigte, bei dem ein SIM-Kartentausch erforderlich ist, erhält eine E-Mail mit genauen Informationen zur Vorgehensweise.“

Die mit Abstand bedeutsamste Nachricht für terminlich pressierte Führungskräfte, die schlicht nicht die Zeit hätten, um all ihre Kontakte über eine neue Rufnummer zu informieren, hebt VW im Vorfeld seiner 2-Provider-Offensive in zum Teil gefetteter Schrift hervor: „Vorab wichtig zu erwähnen ist, dass die bestehende Mobilfunknummer (inkl. BIK-Nummer und One-Number) für den jeweiligen Nutzer erhalten bleibt.“