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Millionen-Geschäft mit Schnelltests: Städte kontrollieren Corona-Testzentren so gut wie gar nicht

·Lesedauer: 3 Min.

Das Millionen-Geschäft mit den Corona-Schnelltests: Mehr als 733 Millionen Euro zahlten Krankenkassen und der Bund allein in den letzten drei Monaten Betreibern von Testzentren in Deutschland. Und der Markt wächst weiter: Wöchentlich entstehen immer mehr neue Zentren vor allem in großen Städten. Allein in Nordrhein-Westfalen wuchs die Zahl der Teststellen laut Gesundheitsministerium auf knapp 9000, rund 3000 mehr als noch ein Monat zuvor. Testzentren gibt es inzwischen nicht nur in Geschäften, sondern sogar in Nachtclubs, Tattoo-Studios, Shisha-Bars und Spielhallen.

Für die Betreiber ist ein Corona-Schnelltestzentrum ein lukratives Geschäft: Sie kriegen sechs Euro pro Test und eine Pauschale von bis zu 15 Euro pro Abstrich. Dabei sind die Hürden für mögliche Betrüger nicht besonders hoch: Nach Recherchen von Business Insider werden die Abrechnungen der Anbieter aus Datenschutzgründen nicht von den zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen in den Bundesländern kontrolliert – rechtlich dürfen sie es nicht. Zudem teilten große Städte wie Frankfurt, Köln, Leipzig, Stuttgart oder München, aber auch die Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen nun auf Anfrage von Business Insider mit: Gesundheitsämter kontrollieren in der Regel nur einen kleinen Teil der privaten Testzentren bei der Einhaltung der Hygiene-Vorschriften – meist nur stichprobenartig oder wenn konkrete Beschwerden vorliegen würden. Der Grund: Sie kommen angesichts der wachsenden Zahl an privaten Anbietern kaum hinterher.

In Köln wurden bislang 50 private Testzentren kontrolliert

Allein in der Stadt Köln gibt es über 250 private Testzentren (Stand: 26. Mai). Doch das Gesundheitsamt hat auf Nachfrage erst rund 50 unter ihnen auf Hygiene-Vorschriften überprüft, teilte ein Sprecher der Stadt Business Insider mit. Dabei betont der Sprecher in seiner Mail, dass es bei den Kontrollen lediglich wenige „schwarze Schafe" gegeben hätte. In Köln mussten bislang vier Teststellen geschlossen werden, so der Sprecher.

In München gab es bislang nur einen Fall unter 205 privaten Testzentren, bei dem das Gesundheitsreferat elf Teststellen des gleichen Anbieters schließen musste, so ein Sprecher des Gesundheitsreferats. In Leipzig, Frankfurt oder Stuttgart hingegen hätte keine Teststelle schließen müssen, so die jeweiligen Sprecher der Städte.

In einigen Städten kontrollieren Gesundheitsämter erst nach Beschwerden

Zur Wahrheit gehört dabei aber auch: Es wird grundsätzlich kaum kontrolliert. Testzentren, die nicht zu den kontrollierten Stichproben der Gesundheitsämter gehören, fallen folglich bei Verstößen gegen die Hygiene-Vorschriften nicht auf.

So müssen private Unternehmer, die in Leipzig, Stuttgart oder München ein Corona-Schnelltestzentrum eröffnen wollen, lediglich eine Checkliste bzw. ein Hygienekonzept beim Gesundheitsamt einreichen. Diese werden meist ohne große Schwierigkeiten genehmigt. Dabei verpflichten sich die Unternehmer zwar die Vorschriften zur Hygiene und zum Durchführen der Tests einzuhalten, doch eine Kontrolle vom Gesundheitsamt vor Ort findet nicht zwingend statt. Im Gegenteil: Das Gesundheitsamt kontrolliere die Testzentren „anlassbezogen", also nur dann, wenn bereits Beschwerden vorlägen, heißt es sowohl von der Sprecherin der Stadt Leipzig, als auch einem Sprecher in München. Auf Nachfrage habe es davon in Leipzig vier Kontrollen gegeben, in Frankfurt zusammen mit den Stichproben vier bis fünf, in München nur eine.

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