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Madeleine Albright: 'Was in Amerika passiert, ist die Hölle'

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BERLIN (dpa-AFX) - Die frühere US-Außenministerin Madeleine Albright hat vor Präsident Donald Trump gewarnt. "Dass ein Mensch mit Macht denkt, er stehe über dem Gesetz, und eine freie Presse sei der Feind des Volkes, das ist gefährlich", sagte die 83-Jährige dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) (Samstag) mit Blick auf den Präsidenten. "Was in Amerika passiert, ist die Hölle. In sehr vieler Hinsicht." Die Demokratin Albright war von 1997 bis 2001 unter Präsident Bill Clinton Außenministerin der USA.

Albright sagte laut RND, Faschismus beruhe stets auf einer Spaltung der Gesellschaft. "Ein Führer identifiziert sich mit einer Gruppe auf Kosten einer anderen, die dann als Sündenbock benutzt wird." Das könnten Immigranten sein oder auch Schwarze, die gegen Polizeigewalt demonstrieren und dafür als Terroristen dargestellt würden. Faschismus sei "keine Ideologie, sondern ein Prozess, um die Macht zu gewinnen". Dabei würden Trennlinien in Gesellschaften, die ohnehin vorhanden seien, von politischen Führern für ihren eigenen Machtanspruch ausgenutzt. Dies sei nicht neu.

Vor wenigen Tagen hatte sie bereits dem "Stern" gesagt, Trump sei zwar kein Faschist. "Aber Trump hat mit Sicherheit einen autoritären Instinkt." Er glaube, er selbst sei die Lösung von allem. Das besorge sie zutiefst. "Statt die Menschen zusammenzubringen, provoziert er Spaltung. Das ist eine Methode aus dem Einmaleins des Autoritarismus."