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Lady Gaga und Trump streiten über Fracking – Vorbereitung auf Tumulte nach den Wahlen

·Lesedauer: 4 Min.

Wer macht das Rennen, Donald Trump oder Joe Biden? Im Newsletter US-Wahl Briefing verfolgen Sie alle wichtigen Geschichten im Vorfeld der US-Wahlen.

Die Sängerin positioniert sich klar für Joe Biden. Foto: dpa
Die Sängerin positioniert sich klar für Joe Biden. Foto: dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

heute ist es soweit. Die Amerikaner wählen ihren neuen oder alten Präsidenten. Auf den letzten Metern im wohl ungewöhnlichsten Rennen aller Zeiten haben die beiden Kandidaten noch einmal groß aufgefahren: Trump hat an einem einzigen Tag mit Grand Rapids und Traverse City gleich in zwei Städten in Michigan und in Kenosha in Wisconsin Tausende Menschen mobilisiert.

Joe Biden dagegen setzt auf Star-Power und ließ Lady Gaga und John Legend bei seinem Drive-In-Event in Philadelphia in Pennsylvania aufspielen.

Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits fast 100 Millionen Amerikaner ihre Stimme abgegeben. Das sind mehr als 70 Prozent der gesamten Zahl der Wähler bei den letzten Präsidentschaftswahlen. Es ging also am Montag nur noch darum, die letzten Unentschiedenen zu überzeugen oder die eigenen Reihen zu motivieren, zum Wahllokal zu gehen.

Lady Gaga hatte die Amerikaner schon vorher in mehreren Videos in den sozialen Medien zum Wählen aufgerufen. Am Montag zeigte sie sich dann – maskiert – an der Seite von Joe Biden in Pennsylvania. Ihre Stimme für Biden – im Wahllokal und auf der Bühne.

Trump nutzte den Gaga-Auftritt, um eines seiner Lieblingsthemen im Wahlkampf anzusprechen: Fracking. Er warf der Sängerin vor, eine Anti-Fracking-Aktivistin zu sein. „Das ist ein weiterer Beweis, dass Biden Fracking verbieten wird und Eure Energiepreise damit in den Himmel treibt“, twitterte er. „Wie ich in der Debatte gesagt habe. Werdet Ihr auch daran erinnern, Texas ? Pennsylvania? Ohio? New Mexiko?“ Alles Staaten mit einer starken Ölindustrie

In den USA hängen zigtausende Jobs am Fracking. Allerdings steckt die Branche derzeit auch in einer schweren Krise. Und daran sind sie zum Teil selbst schuld: Es sind so viele Milliarden ins Fracking geflossen, dass die Unternehmen mit den enormen von ihnen geförderten Ölmengen, die Preise nach unten drückten. Bei den niedrigen Preisen lohnt sich allerdings das teure Fracking nicht mehr und so beantragt derzeit ein Unternehmen nach dem anderen Insolvenzschutz.

Biden will Fracking nach eigener Aussage auch gar nicht komplett verbieten, sondern nur auf staatlichem Boden. Und Lady Gaga? Die fragt auf Twitter: „What is a fracking?“.

Der Präsident dagegen verspricht, am Fracking und an der Ölindustrie festzuhalten und misst seinen Erfolg auch in Corona-Zeiten an der Menschenmenge. „Biden und Obama haben gerade einmal 14 Leute locken können“, amüsiert er sich und erntet tosenden Applaus und Gelächter der Tausenden Fans im Publikum. Wenn es nach der Zuschauerzahl geht, wird Trump eindeutig die Wahl gewinnen.

Die aktuellen Umfrageergebnisse deuten jedoch auf ein anderes Ergebnis. Biden liegt derzeit mit 6,7 Prozent vor Trump. Besonders in Wisconsin mit 6,7 Prozent und in Michigan mit 5,1 Prozent der Wählerstimmen, hat Biden einen Vorsprung. Aber auch in Pennsylvania mit 2,6 Prozent und in Florida mit 1,8 Prozent liegt Trump zurück – und das, obwohl er den wichtigen Bundestaat Pennsylvania am Montagabend besucht hatte. Knapper ist der Abstand der beiden Kandidaten in Arizona – mit 0,9 Prozent Vorsprung für Biden sowie in Nordkalifornien. Hier liegt Trump nur 0,2 Prozent zurück. Doch die Umfragewerten lassen nicht unbedingt Rückschlüsse auf das Ergebnis zu.

Viele Amerikaner rechnen vor allem bei einem knappen Wahlausgang mit Tumulten – von rechts oder von links. In New York haben die Luxus-Apartmentgebäude deshalb bereits für die Wahlnacht und die Tage danach private bewaffnete Sicherheitskräfte angeheuert, wie die New York Post berichtet.

Besonders hoch im Kurs stehen dabei wohl Polizisten, die nicht im Dienst sind. Also Profis. Man will schließlich verhindern, dass irgendwelche Rambos auf Demonstranten schießen wie in Denver, hat ein Immobilienexperte der Zeitung anvertraut. So eine Schießerei vor der Haustür wäre schlecht für die Immobilienpreise.

Auch das Weiße Haus baut derzeit einen extra hohen Zaun um das Gelände, um sich auf mögliche Ausschreitungen vorzubereiten. Aber die Amerikaner rüsten sich derzeit nicht nur mit Security und Zäunen für den Tag danach. Es sind auch ganze Heere von Anwälten auf beiden Seiten damit beschäftigt, die Wahl zu überwachen. Trump selbst hat bereits angekündigt, Anwälte beauftragen zu wollen, falls sich die Auszählung in einzelnen Staaten länger hinzieht.

Ortswechsel für die Wahlnacht

Der US-Präsident hat seine Pläne für die Wahlnacht umschmeißen müssen. Eigentlich wollte er im Trump International Hotel in Washington DC seine Wiederwahl feiern. Die Einladungen an besonders großzügige Spender waren schon verschickt.

Doch wie Trumps Sprecherin am Montag gegenüber Fox-News bestätigte, wird der Präsident die Wahlnacht nun doch im Weißen Haus verbringen. Trump gibt die Schuld an dem Ortswechsel der Bürgermeisterin von Washington. Die hat wegen Corona in der gesamten Stadt Versammlungen von mehr als 50 Menschen verboten. Andere behaupten, dass auch die knappen Ressourcen von Trumps Wahlkampf-Maschinerie ein Grund gewesen sein könnten, die Hotel-Feier abzusagen.

Joe Biden wird dagegen keine 100 Meilen entfernt in Delaware im Chase Center den Ausgang der Wahl beobachten. Der Ort, an dem er im August offiziell die Nominierung von Seiten seiner Partei akzeptiert hat

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Trump hat an einem einzigen Tag gleich in zwei Städten tausende Menschen mobilisiert. Foto: dpa
Trump hat an einem einzigen Tag gleich in zwei Städten tausende Menschen mobilisiert. Foto: dpa