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Aus kurz wird lang: Globales Lieferkettenproblem verschärft sich

·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- “Wir bekommen nicht genug Komponenten, wir bekommen keine Container, die Kosten sind enorm gestiegen”: Diese Worte eines Managers aus der Elektronikindustrie in Hongkong sind derzeit symptomatisch für die Probleme in den globalen Lieferketten. Und derzeit sieht es nicht mehr so aus, als ob das Problem temporär sein würde, wie zu Beginn der Corona-Krise erwartet worden war: Die aufstrebende Delta-Variante des Virus stellt die Produktion in den Fabriken Asiens auf den Kopf und sorgt auch in der Logistik für Verwerfungen.

Beispiel Musical Electronics Ltd: Das Unternehmen aus Hongkong stellt so unterschiedliche Produkte wie Bluetooth-Lautsprecher und Zauberwürfel her. Die Einkaufspreise für die in dem Drehpuzzle verbauten Magnete sind seit März um rund 50% gestiegen. “Die Preise ändern sich ständig, deshalb weiß ich nicht, ob wir mit dem Würfel Geld verdienen”, sagt Firmenchef Christopher Tse.

Hersteller, die eh schon unter schlechter Verfügbarkeit wichtiger Komponenten sowie höherer Rohstoff- und Energiekosten leiden, werden zudem in Bieterkämpfen um Stellplätze auf Containerschiffen gezwungen. Die treibt die Frachtraten auf Rekordniveaus und veranlasst Exporteure, Preise zu erhöhen oder Verschiffungen gleich ganz zu streichen.

Pekings Entschlossenheit, Covid einzudämmen, hat dazu geführt, dass selbst eine kleine Zahl neuer Fällen zu erheblichen Einschränkungen führen kann. Diesen Monat schloss China für zwei Wochen einen Teil des drittgrößten Containerhafens der Welt in Ningbo, nachdem bei einem einzigen Hafenarbeiter die Delta-Variante nachgewiesen worden war. Zu Beginn des Jahres traf die Maßnahme bereits die Kais in Shenzhen, nachdem einige wenige Fälle des Coronavirus entdeckt worden waren.

“Die Überlastung der Häfen und die Verknappung der Kapazitäten in der Containerschifffahrt könnten bis ins vierte Quartal oder sogar bis Mitte 2022 andauern”, sagte Hsieh Huey-chuan, Präsident der taiwanesischen Evergreen Marine Corp., die siebtgrößte Containerreederei der Welt, letzte Woche auf einer Investorenkonferenz. “Wenn die Pandemie nicht wirksam eingedämmt werden kann, könnte die Überlastung der Häfen neue Normalität werden.”

Die Kosten für den Versand eines Containers von Asien nach Europa sind laut dem Drewry World Container Index inzwischen etwa zehnmal so hoch wie im Mai 2020. Die Rate von Shanghai nach Los Angeles hat sich mehr als versechsfacht. Die globale Lieferkette ist so anfällig geworden, dass ein einziger, kleiner Unfall inzwischen große Auswirkungen haben kann, merkt HSBC Holdings Plc. in einer Analyse an.

Höhere Frachtraten und Halbleiterpreise könnten die Inflation weiter ankurbeln, sagt Ökonom Chua Hak Bin von Maybank Kim Eng Research Pte. in Singapur. In Taiwan beispielsweise hat der weltgrößte Fahrradhersteller, Giant Manufacturing Co., angekündigt, gestiegene Einkaufspreise an die Kunden weiterzureichen.

In den USA haben Volkswirte ihre Wachstumsprognosen für dieses Jahr gesenkt und die Inflationserwartungen bis ins Jahr 2022 angehoben, wie aus dem jüngsten Monatskonsens von Bloomberg hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahr wird nun erwartet, dass der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben im dritten Quartal um 4% und im vierten Quartal um 4,1% steigt. Damit wäre die Inflation doppelt so hoch wie normalerweise von der Federal Reserve angepeilt.

Der in Hongkong ansässige Kaffeemaschinenhersteller Town Ray Holdings Ltd rechnet nicht damit, dass sich die Lage in den nächsten Monaten entspannen wird. Er profitiert zwar von boomender Nachfrage nach seinen Küchengeräten, muss zur Produktion aber auch seine Lieferkette mit hunderten Teilen im Griff behalten. “Wichtige Komponenten lagern wir in Mengen ein, die für ein ganzes Jahr reichen”, sagt Firmenchef Eric Chan. “Wenn uns ein Teil fehlt, können wir die Produkte nicht herstellen.”

Überschrift des Artikels im Original:The World Economy’s Supply Chain Problem Keeps Getting Worse

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©2021 Bloomberg L.P.

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