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Knapp 8.000 Dollar Gehalt: 2 Ex-Praktikanten erzählen von ihrer Zeit bei Google – und wie ihr an einen Vollzeitjob kommt

·Lesedauer: 6 Min.

Bis zu 100.000 Bewerbungen erhält Google auf Praktika. Das US-Unternehmen bietet sowohl technische als auch kaufmännische Stellen an und hatte im Jahr 2020 Praktikanten und Praktikantinnen in 43 Ländern auf der ganzen Welt. Andrea Florence ist die Leiterin der Programme für Praktika. Sie sagte gegenüber Business Insider, dass sie vor allem auf der Suche nach Menschen sind, die große Herausforderungen suchen und Lösungen für Probleme finden wollen.

"Als Google noch am Anfang stand, haben wir nach Mitarbeitenden gesucht, die überwiegend neue Technologien entwickeln können", sagt Florence. "Jetzt, 20 Jahre später, ist es uns wichtiger, eine Belegschaft aufzubauen, die unsere Nutzer repräsentiert." Eine Grundeigenschaft, die ein Mitarbeiter bei Google mitbringen sollte, ist laut Florence die Fähigkeit zu wachsen — das heißt, sich aktiv an dem Unternehmen zu beteiligen, zu lernen und sich mit anderen zu vernetzen. "Der Praktikant hat bei uns sofort Verantwortung", sagt Florence. "Wir erwarten, dass jeder von Anfang an aktiv mitarbeitet."

Derzeit werden die Praktika nur virtuell angeboten. Praktikanten arbeiten also aus dem Home Office. Google stattet sie mit Hardware aus und sie bekommen einen Zuschuss in Höhe von 1.000 Dollar, um sich ihren Arbeitsplatz einrichten zu können.

Dazu, wie viele ehemalige Praktikanten von Google später übernommen wurden und werden, macht das Unternehmen keine Angaben, ebenso wenig wie zum exakten Gehalt. Laut dem Portal "Glassdoor" soll ein Praktikant in der Softwareentwicklung im Durchschnitt 7.700 Dollar im Monat bekommen. Um herauszufinden, wie das Praktikum bei Google wirklich abläuft, hat Business Insider mit zwei ehemaligen Praktikanten gesprochen.

Dasani Madipalli absolvierte 2017 ein Praktikum bei Google im Bereich Engineering

Dasani Madipalli hat 2017 ein Praktikum als Programmiererin auf dem Google-Campus in Mountain View gemacht. Danach absolvierte sie noch bei anderen Unternehmen wie Microsoft Praktika. Business Insider erzählt sie, dass sie am liebsten ihr Leben lang Praktika gemacht hätte — aber leider habe sie ihre Studentenkredite abbezahlen müssen.

"Als Programmiererin wird man mit Teilnehmern aus anderen Bereichen zusammengetan. Wir haben zusammen im Team entweder an ähnlichen Projekten oder am gleichen Produkt gearbeitet", erzählt sie. Ihr Team habe aus vier Praktikanten und zwei Mentoren bestanden, die sie bei ihren Aufgaben unterstützt haben. Madipalli hatte zudem eine Mentorin außerhalb ihres Teams, an die sie sich mit Problemen wenden konnte, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass das in ihre Leistungsbewertung mit einfließt.

Dasani Madipalli trägt das Cap, dass sie zu Beginn ihres Praktikums bekommen hat.
Dasani Madipalli trägt das Cap, dass sie zu Beginn ihres Praktikums bekommen hat.

Madipalli und ihre Mitpraktikanten wurden regelmäßig zu Vorträgen eingeladen. "Besonders beeindruckend war ein Vortrag von Karishma Shah, dem Chef von X, der Moonshot Factory", sagt sie. Dabei handelt es sich um die geheime Forschungs- und Entwicklungseinrichtung von Google. Sie sei so inspiriert davon gewesen, dass sie die Redner nach dem Vortrag ansprach. "Sie haben mich und ein paar andere Frauen anschließend zu einer Tour über den X-Campus eingeladen." Neben den Vorträgen gab es auch Veranstaltungen, um die anderen Praktikanten kennenzulernen oder Workshops, die die Arbeit mit internen Tools vermitteln sollten.

Am wertvollsten empfindet Madipalli aber ihre persönliche Entwicklung durch das Praktikum, die vor allem ihre Mentorin vorangebracht hat. "Zum ersten Mal habe ich etwas vom Imposter-Syndrom gehört", sagt sie. Dabei handelt es sich um ein psychologisches Phänomen, bei dem Betroffene von massiven Selbstzweifeln hinsichtlich der eigenen Leistung geplagt sind. "Zu lernen, dass so wie ich mich fühlte nicht abnormal war, war sehr wertvoll", sagt sie. "Meine Mentorin erzählte mir eine Menge über ihre eigenen Erfahrungen als Praktikantin und half mir dabei, das zu überwinden." Zu Beginn des Praktikums habe sie sich fehl am Platz gefühlt und Angst gehabt, die anderen Praktikanten seien talentierter und hätten mehr Erfahrung.

"Mit der Zeit kommt man aber auf den gleichen Stand wie alle anderen", sagte sie. "Meine Mentorin hat mir beigebracht, dass es nicht darauf ankommt, was man vorher bereits weiß, sondern vielmehr auf die Fähigkeit und Bereitschaft, etwas zu lernen." Auf technischer Ebene habe sie sich schon manchmal überfordert gefühlt, gibt Madipalli zu. Das Programmieren bei Google sei einfach etwas ganz anders als im Studium. Schritt für Schritt sei sie aber in die Aufgaben reingewachsen.

Bei Events wie Indoor-Skydiving oder auf Wanderausflüge halfen Madipalli sich mit den anderen Praktikanten außerhalb des Büros zu vernetzen. "Mit am besten auf dem Campus war auch das Essen", erzählt sie. "Es gab verschiedene Foodtrucks, die umherfuhren." Ihr Favorit: Der Avocado-Toast.

Steven Claunch war 2015 Praktikant im Bereich People Operations

Steven Claunch ist heute Marketing Manager im Brand Studio von Google — das sich mit dem Storytelling rund um die Marke Google beschäftigt. Im Jahr 2015 absolvierte Claunch ein Praktikum im Bereich People Operations. Er arbeitete dort unter anderem als Analyst und als Social-Media-Manager. Erfahren hat er von dem Praktikum durch die Organisation Lime Connect, die mit Google zusammenarbeitet.

Claunchs Mentor habe ihn vom ersten Tag an dazu ermutigt, sich an die Fachexperten aus den Bereichen zu wenden, die ihn besonders interessieren. Er habe diese dann einfach angeschrieben und um ein Gespräch gebeten. Diese Unterhaltungen seien mit die besten gewesen, die er in seiner Zeit bei Google geführt habe. Eine Erfahrung, die ihm besonders in Erinnerung geblieben ist, war ein Gespräch mit einem Spezialisten für Verhaltensökonomie innerhalb des Unternehmens.

Was ihn überrascht hat: "Wie viel Mühe sich mein Team gegeben hat, mich nicht nur mit einzubeziehen, sondern mir auch das Gefühl zu geben, dass meine Arbeit wertgeschätzt wird." Vom ersten Tag an sei er willkommen gewesen. Während des Praktikums habe es immer wieder lustige Events gegeben, wie Teamlunch oder Wanderausflüge. "An meinem Geburtstag haben mich meine Kollegen mit einer Torte überrascht und eine kleine Party geschmissen", sagt er.

Arbeitet mit vielen Daten

Google versuche, erzählt Claunch, in flachen Hierarchien zu arbeiten, in denen die Angestellten gemeinsam Entscheidungen treffen können. Er sei wesentlich jünger gewesen als seine Kollegen. Deshalb sei ihm geraten worden, seine Entscheidungen immer auf die Basis von Daten zu stützen. "Das ist zu meinem Mantra bei Google geworden", erzählt er.

Jedes Mal, wenn er sich Datensätze ansehe, versuche er zu erkennen, wie diese mit dem Ziel seines Teams und letztendlich dem Unternehmen zusammenhängen. "Es geht darum, eine zusammenhängende Geschichte zu erzählen", sagt er. In einem Projekt als Praktikant sei er beauftragt worden, die Interaktionen auf einigen der Social-Media-Kanäle zu erhöhen. Er habe die ersten Wochen nur damit verbracht, eine Verbraucher-Umfrage zu entwerfen, um ein besseres Verständnis davon zu bekommen, welche Inhalte die Zielgruppe gerne sehen wollen würde. Die Daten hätten ihm sehr geholfen, eine Strategie für Google Students zu entwickeln.

Hebt eure Ergebnisse hervor

Ihr wollt nicht nur ein Praktikum bei Google machen, sondern eine Vollzeitstelle ergattern? Dann solltet ihr euch nicht scheuen, auch deutlich hervorzuheben, was ihr geleistet habt. Viele Praktikanten müssen am Ende ihres Praktikums ein sogenanntes "Deck" zusammenstellen. Das ist eine Präsentation, die die Learnings zusammenfasst, die ein Praktikant während seines Projekts gesammelt hat.

"Ich habe mir sehr viel Mühe gegeben, umsetzbare Erkenntnisse aus meinem Projekt zu filtern, die ich meinen Vorgesetzten anbieten konnte", erzählt Claunch. Er habe mit seiner Social-Media-Kampagne einen detaillierten Plan vorlegen können, der sich auch tatsächlich umsetzen lässt. "Ich habe eine Reihe von Inhalten für mehrere dieser Serien erstellt, die mein Team abrufen und posten konnte, sobald mein Praktikum beendet war." Claunch rät jedem, der gerne weiterbeschäftigt werden würde, zu zeigen, welchen konkreten Einfluss die Projekte auf den Unternehmenserfolg haben, an denen man gearbeitet hat. "In einem Google Doc habe ich jedes Projekt, an dem ich beteiligt war, zusammengefasst und beschrieben, welchen Nutzen Google dadurch hat", erzählt er. "Das öffnete mir wirklich Türen."

Weil Angebote auf Vollzeitstellen nur Studierenden im letzten Studienjahr gemacht werden, hat Madipalli zunächst ein weiteres Praktikumsangebot bekommen. Sie entschied sich jedoch, es abzulehnen und noch bei anderen Firmen Erfahrungen zu sammeln. Heute arbeitet sie als Programmmanagerin bei Microsoft.

Dieser Text wurde von Franziska Telser aus dem Englischen übersetzt. Das Original lest ihr hier.

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