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Kapitol-Ausschuss: Frühere Vize-Pressesprecherin macht Trump Vorwürfe

WASHINGTON (dpa-AFX) - Im Untersuchungsausschuss zur Kapitol-Attacke vor anderthalb Jahren hat eine ehemals enge Mitarbeiterin von Donald Trump dem damaligen US-Präsidenten schwere Versäumnisse angekreidet. Sarah Matthews, zu dieser Zeit stellvertretende Pressesprecherin des Republikaners, sagte bei einer öffentlichen Anhörung am Donnerstagabend (Ortszeit), Trump hätte sich während der gewaltvollen Proteste unmittelbar an seine Anhänger wenden können. "Wenn der Präsident eine Erklärung hätte abgeben und sich an das amerikanische Volk wenden wollen, hätte er fast sofort vor der Kamera stehen können", sagte Matthews.

Vom Speisesaal, wo sich Trump während der Stürmung des Kapitols aufhielt und die Berichterstattung im Fernsehen verfolgte, dauere es "wahrscheinlich weniger als 60 Sekunden bis zum Presseraum", sagte Matthews. Auch im Oval Office hätte das Presse-Team "innerhalb weniger Minuten" eine Ansprache des damaligen Präsidenten vor der Kamera arrangieren können.

Matthews, die die Berichterstattung nach eigenen Angaben mit einem Kollegen verfolgte, sagte: "Wir erkannten beide, dass die Situation eskalierte, und zwar sehr schnell, und dass der Präsident sofort da sein musste, um diesen Leuten zu sagen, dass sie nach Hause gehen sollen und um die Gewalt, die wir sahen, zu verurteilen." Beide hätten sich an ihre Vorgesetzten gewandt.

Der Untersuchungsausschuss zur Kapitol-Attacke will die Ereignisse im Weißen Haus am 6. Januar 2021 beleuchten, die Verantwortlichkeiten klären und Schlussfolgerungen ziehen. Anhänger Trumps hatten an diesem Tag den Parlamentssitz in Washington erstürmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Wahlsieg von Trumps demokratischem Herausforderer Joe Biden formal zu bestätigen. Trump hat seine Wahlniederlage bis heute nicht anerkannt.

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