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Köln und Essen über Corona-Warnwert - Sondersitzung der NRW-Regierung

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DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Wegen der vielen Neuansteckungen mit dem Coronavirus in Nordrhein-Westfalen kommt das Landeskabinett von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) an diesem Sonntag zu einer Sondersitzung zusammen. NRW hat seit Tagen die höchsten Ansteckungsraten aller deutschen Flächenländer. Am Sonntag meldete das Landeszentrum Gesundheit 34,1 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen - das waren 1,7 mehr als am Vortag.

Nach der Millionenstadt Köln haben die neuen Corona-Fälle nun auch in Essen den wichtigen Wert von 50 überschritten. Die beiden Großstädte gelten damit genau wie sieben weitere Kreise und kreisfreie Städte in NRW als Corona-Risikogebiet. Das Überschreiten der 50er-Marke hat Auswirkungen etwa für Menschen aus der Region, die in Urlaub fahren wollen. Sie müssen jetzt in den Herbstferien an mehreren deutschen Ferienzielen einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen.

Das Landesgesundheitsministerium schickte daher am Freitag einen Erlass an die Kommunen, wonach Deutschland-Reisenden aus Risikogebieten ein kostenfreier Test ermöglicht werden soll. Für die Umsetzung und Koordinierung der Testmöglichkeiten vor Ort sind die Kommunen verantwortlich.

Zudem sind Regionen mit mehr als 50 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen verpflichtet, weitergehende Einschränkungen für das öffentliche Leben zu erlassen. So darf in Köln auf Straßen und Plätzen ab 22.00 Uhr nun kein Alkohol mehr konsumiert werden, an Party-Hotspots gilt an Wochenenden Alkohol-Verkaufsverbot. In Fußgängerzonen müssen die Menschen Masken tragen. Essen beschränkte unter anderem die Teilnehmerzahl von Partys auf höchstens 25. Außerdem müssen private Feste in angemieteten Räumen oder Gaststätten ab elf Teilnehmern bei den Behörden angemeldet werden. Das gelte auch für Beerdigungen, teilte die Stadt mit.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) lud seine Minister wegen der Corona-Entwicklung zu einer Sondersitzung ein, die am Sonntag als Videoschalte stattfinden soll, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr. Es gehe darum, die Lage der Hotspots im Land zu erörtern und das weitere Vorgehen im Rahmen der Coronavirus-Pandemie zu beraten.

Insgesamt lagen in Nordrhein-Westfalen am Sonntag neun Kreise und kreisfreie Städte über der wichtigen Corona-Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen und gelten somit als Corona-Risikogebiet. Spitzenreiter war die Stadt Herne mit 86,3 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen - das war bundesweit der dritthöchste Wert aller 412 Kreise und kreisfreien Städte. Auch Hagen (71,0), Wuppertal (60,5) und Köln (59,7) lagen weit oberhalb der wichtigen 50er-Grenze.

In der Stadt Hamm, die mehrere Wochen lang auch bundesweit die höchsten Neuansteckungs-Werte aller Kreise und kreisfreien Städte hatte, gingen die Werte weiter spürbar zurück auf nun 58,9. Dahinter folgten Essen (57,3), der Kreis Recklinghausen (56,8), der Kreis Unna (54,2) und die Stadt Solingen (51,5).

Von den insgesamt 53 Kreisen und kreisfreien Städten in NRW haben zehn weitere die sogenannte Vorwarnstufe von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Darunter sind Großstädte wie die Landeshauptstadt Düsseldorf (45,3), Duisburg (44,9) und Dortmund (36,2).