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JP Morgan verlagert 200 Milliarden Euro nach Frankfurt

·Lesedauer: 2 Min.

Wegen des Brexits will die US-Bank offenbar massiv Vermögenswerte nach Deutschland transferieren. Damit würde JP Morgan zur sechstgrößten deutschen Bank.

Wegen des Ausscheidens Großbritanniens aus der Europäischen Union verlagert JP Morgan informierten Kreisen zufolge etwa 200 Milliarden Euro von Großbritannien nach Deutschland und dürfte damit hierzulande zu einer der größten Banken werden.

Der Transfer der Vermögenswerte zur Frankfurter Tochtergesellschaft soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, wie mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Bloomberg berichteten. Gemessen am Bilanzvolumen könnte die Wall-Street-Bank damit zum sechstgrößten Kreditinstitut in Deutschland aufsteigen, wie Daten für das Jahresende 2019 nahelegen. Eine Sprecherin von JP Morgan in Frankfurt lehnte eine Stellungnahme ab.

Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfahren hat, ist der Vermögenstransfer Teil der allgemeinen Brexit-Vorbereitungen der Bank. Dieser Prozess sei von Anfang an als stückweiser Transfer angelegt worden. Nun sei es nur konsequent, weitere Vermögenswerte nach Kontinentaleuropa zu verschieben.

Eine Rolle spielen dabei offenbar auch die politischen Gespräche zwischen London und Brüssel, die zuletzt weiter ins Stocken geraten sind: Die EU drohte Großbritannien wegen eines möglichen Vertragsbruchs sogar mit einer Klage. All das macht die Verlängerung der Übergangsregelungen, die Großbritannien derzeit noch eng an die EU binden, zum Jahreswechsel unwahrscheinlich.

Finanzkreisen zufolge geht die Verlagerung der Vermögenswerte dabei nicht allein von JP Morgan aus, sondern zum Teil auch auf Kundenwünsche zurück.

Deutsche Tochter als „Brexit-Hub“

JP Morgan hatte wiederholt die Wachstumsambitionen ihrer deutschen Tochter in Investmentbanking, Firmenkundengeschäft und Wealth Management betont. Mit dem kontinuierlichen Ausbau der Aktivitäten in Deutschland hat Frankfurt-Chefin Dorothee Blessing zusätzliche Aufgaben übernommen.

Die JP-Morgan-Niederlassungen in Paris, Amsterdam und Kopenhagen berichten inzwischen nach Frankfurt. Die deutsche JP Morgan AG hat signalisiert, ihr Kernkapital bis Ende des Jahres auf 16,7 Milliarden Euro verdreifachen zu wollen.

Die deutsche AG wird dabei gezielt zur wichtigsten Einheit für kundenbezogenes Geschäft in Europa ausgebaut. Intern gilt Frankfurt als „Brexit-Hub“ der US-Bank. Bis zum Jahresende will JP Morgan mehr als 200 Mitarbeiter von Großbritannien in die EU verlagern. Ein wichtiger Teil dürfte Finanzkreisen zufolge nach Frankfurt umziehen. Auch diese Zahlen wollte JP Morgan auf Handelsblatt-Anfrage nicht bestätigen.

Wie die Konkurrenz wartet auch JP Morgan auf weitere Anweisungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und auf die finale Ausgestaltung der Übergangsregelungen zur künftigen Beziehung zwischen Großbritannien und der EU.

Das deutsche Finanzzentrum wird in jedem Fall gestärkt: Neben JP Morgan wollen auch Citigroup, UBS und Standard Chartered ihre Präsenz in Frankfurt verstärken.

Mit Material von Bloomberg.