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Helmut Jonen lebt von Dividenden: Hier verrät der Ex-Banker seine 5 wichtigsten Tipps fürs Investieren in Aktien

Helmut Jonen verließ vor einem Jahrzehnt seinen Top-Job bei der Bank UBS, um von seinen Dividendeneinkünften zu leben. - Copyright: Helmut Jonen / Getty Images / ANGELA WEISS / Kontributor / Collage: Dominik Schmitt
Helmut Jonen verließ vor einem Jahrzehnt seinen Top-Job bei der Bank UBS, um von seinen Dividendeneinkünften zu leben. - Copyright: Helmut Jonen / Getty Images / ANGELA WEISS / Kontributor / Collage: Dominik Schmitt

Vor zehn Jahren beendete Helmut Jonen seine Karriere als Banker bei der UBS in der Schweiz, wo er über 300.000 Schweizer Franken jährlich verdiente. Anstatt nach einem neuen Job zu suchen, lebt er heute von seinen Dividendeneinkünften, die etwa 240.000 Euro pro Jahr betragen. Mit 63 Jahren genießt Jonen nun seine finanzielle Freiheit, indem er die Welt bereist, statt im Büro zu arbeiten. Für Business Insider hat er seine fünf wichtigsten Learnings aus seiner langjährigen Karriere an der Börse aufgeschrieben.

1. Sorgfältige Auswahl vor dem Investment

Weltweit gibt es viele tausend Aktien, in die ich mein Kapital investieren kann. Vor jedem Investment steht eine ausführliche Due Diligence. Solange ich noch nicht investiert habe, kann ich an der Börse vollkommen unabhängig und frei agieren. Sobald ich mich für ein Investment entschieden habe, ist es dann damit allerdings vorbei. Nach jedem Kauf kann ich nicht mehr frei agieren, nun kann ich nur noch eingeschränkt reagieren und wenn die Aktie sich nicht so wie erhofft entwickelt, bleibt mir im Zweifelsfall nur noch der Verkauf mit Verlust.

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Solche Situationen sollten im Leben eines Anlegers nicht zu oft vorkommen. Daher muss man jedes Investment im Vorfeld sehr sorgfältig aussuchen und sich dabei genügend Zeit nehmen. Leider erfolgen in der Realität viele Käufe an den Börsen übereilt.

2. Börsenpsychologie versus Unternehmensrealität

An der Börse ist immer alles schwarz oder weiß. Entweder die Dinge sind sehr schlecht, oder die Börse jubelt in höchsten Tönen und es geht nicht mehr besser und wird nie mehr schlecht. Diese extremen Sichtweisen verunsichern uns oft und verleiten uns zu häufig im Nachhinein zu vollkommen unnötigen Handlungen an der Börse.

Im realen Leben der Firmen geht es aber niemals um Leben oder Tod, sondern hier ist die Lagen manchmal ganz gut und manchmal etwas eingetrübt. Entwicklungen bei den Unternehmen verlaufen langfristig viel ruhiger und weniger heftig. Börsen und Unternehmen sind zwei vollkommen unterschiedlichen Welten, die nichts miteinander zu tun haben. Aber ausschließlich in der realen Welt der Unternehmen wird am Ende unser Geld verdient.

Sollte die Deutsche Börse heute für den Rest des Jahres geschlossen werden, würde ein Unternehmen wie Siemens dieses Jahr wohl trotzdem einen Milliardengewinn erzielen und dann eventuell die Dividende erneut anheben und darauf kommt es an.

3. Investieren in Krisenzeiten

Investiert immer in Aktien, wenn die Welt gerade untergeht, denn dann könnt ihr mit Aktien eigentlich gar nicht falsch liegen. Wenn die Welt untergeht, ob durch Krieg, Währungsreform, eine Depression, oder eine andere Großkatastrophe, ist es egal, wo euer Geld steckt, es wird überall untergehen. Ihr verliert also mit Aktien nicht mehr als mit allen anderen Dingen auch.

Helmut Jonen muss nicht mehr arbeiten. - Copyright: Helmut Jonen
Helmut Jonen muss nicht mehr arbeiten. - Copyright: Helmut Jonen

Was passiert aber, wenn der Untergang nicht stattfindet? Dann werdet ihr euch eines Tages schwarz ärgern, dass ihr diese Chance habt liegen lassen. In großen Krisen entstehen immer die mit Abstand größten Vermögen und das ohne zusätzliches Risiko.

4. Treue zur Anlagestrategie

Ändert bitte niemals eure langfristige Strategie, nur weil sie vielleicht hin und wieder einmal für ein oder zwei Jahre nicht funktioniert. Als Investor verfolge ich seit über einem Vierteljahrhundert eine Value- und Dividendenstrategie. Im letzten Jahr lief sie nicht so gut und Wachstumsaktien erzielten eine deutlich bessere Performance. Es wäre jetzt ein fataler Fehler zu sagen, diese Strategie war falsch und ich steige mit meinem Depot auf eine Wachstumsstrategie um. Es werden nämlich auch wieder Jahre kommen, da laufen Value und Dividenden dann ganz plötzlich wieder einmal einige Jahre besser als Wachstumstitel.

Würde ich jetzt auf Wachstum umschwenken und plötzlich würden diese Aktien dann schwächeln, während Dividenden und Value dann plötzlich besser laufen, würde mein Depot dann doppelt negativ davon getroffen. Es ist also besser, in solchen Fällen in seinem Depot nichts zu verändern.

Es gibt Studien, die aufzeigen, dass Anleger, die öfters ihre Anlagestrategie ändern, eine schlechte langfristige Performance haben. Über die letzten 25 Jahre hat mein Value und Dividendendepot eine höhere Rendite als der Nasdaq erzielt, obwohl ich diesem Index der US-Wachstumsaktien aktuell seit 14 Monaten hinterherhinke.

5. Demut und Selbstkenntnis

Dieser Punkt ist für mich mit Abstand der wichtigste und hier überschätzen sich die meisten Anleger und können somit ihre Performance ruinieren. An der Börse gibt es eigentlich nämlich nur zwei Marktteilnehmer. Es sind die, die wissen, dass sie an der Börse nichts wissen, und es gibt die, die leider nicht wissen, dass sie nichts wissen.

Mit heute 42 Jahren Börsenerfahrung weiß ich Gott sei Dank immer noch, dass ich zur ersten Gruppe der ahnungslosen Börsenteilnehmer gehöre und ich stelle bei mir sogar fest, dass, je länger ich an der Börse bin, meine Demut, wie wenig ich eigentlich weiß, jedes Jahr ein wenig größer wird.

Trotzdem gelingt mir das Geldverdienen an der Börse damit sehr gut, weil ich heute genau weiß, was ich kann und was ich definitiv nicht kann und auch nie lernen werde, solange ich lebe. Ich weiß einfach definitiv niemals, was morgen, oder in diesem Jahr passieren wird. Und daher werde ich auch in Zukunft an der Börse immer als Ahnungsloser unterwegs sein.