Deutsche Märkte öffnen in 2 Stunden 44 Minuten
  • Nikkei 225

    28.058,47
    -550,12 (-1,92%)
     
  • Dow Jones 30

    34.269,16
    -473,66 (-1,36%)
     
  • BTC-EUR

    47.802,06
    +1.803,83 (+3,92%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.566,41
    +1.323,73 (+545,47%)
     
  • Nasdaq Compositive

    13.389,43
    -12,43 (-0,09%)
     
  • S&P 500

    4.152,10
    -36,33 (-0,87%)
     

Heimliche Millionäre: Das verdienen die Topmanager bei den Sparkassen

Business Insider Deutschland
·Lesedauer: 3 Min.

Banker verdienen gut, das ist kein Geheimnis. Doch was ist mit den Sparkassen? Sie sind öffentlich-rechtliche Anstalten und als solche nicht profitorientiert.

Anders als im öffentlichen Dienst üblich halten sich viele Sparkassen jedoch bedeckt, was die Gehälter ihrer Topmanager angeht. Nicht überall sind die bundesweit rund 380 Sparkassen gesetzlich dazu verpflichtet, diese offenzulegen. An dieser Praxis gibt es immer wieder Kritik, beispielsweise von der Bürgerbewegung Finanzwende.

Viele Sparkassen listen lediglich die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder auf oder sogar nur der einzelnen Geschäftsfelder, in denen die jeweiligen Vorstandsgehälter inkludiert sind. In einigen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Hessen sind die Sparkassen immerhin zu etwas mehr Transparenz verpflichtet.

Sparkassen-Vorstände verdienen üppig

So listet die Kreissparkasse Köln in ihrem aktuellsten Vergütungsbericht 2019 zwei Personen auf, die eine Vergütung zwischen 2 und 2,5 Millionen Euro erhalten haben. Drei weitere haben zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro verdient. Allerdings beziehen diese Angaben auch Pensionsrückstellungen samt Zinsaufwand mit ein. Diese sind durch die niedrigen Zinsen und die höhere Lebenserwartung gewaltig. Das ausgezahlte Gehalt des Kölner Sparkassen-Chefs Alexander Wüerst soll 2019 laut "Handelsblatt" bei 953.000 Euro gelegen haben.

Insgesamt haben die sechs Vorstandsmitglieder der Kölner Kreissparkasse zusammen 4,64 Millionen Euro inklusive Boni verdient. Im Jahr zuvor waren es noch 4,16 Millionen Euro. Zieht man Wüersts Vergütung ab, blieben für die restlichen fünf Vorstandsmitglieder durchschnittlich 737.400 Euro pro Kopf übrig.

Die Frankfurter Sparkasse berichtet, dass im Geschäftsjahr 2019 drei Personen eine Vergütung von einer Million Euro und mehr erhalten haben, inklusive Pensionsrückstellungen. Bei der Stadtsparkasse München teilten sich 2019 die vier Vorstandsmitglieder rund 2,26 Millionen Euro.

Die vier Vorstandsmitglieder der Berliner Landesbank/Berliner Sparkasse kamen zusammen auf 3,1 Millionen Euro. Im Jahr zuvor waren es noch 2,9 Millionen Euro. Bei der Haspa Finanzholding, die hinter der Hamburger Sparkasse steht, kamen 2019 bei acht Vorstandsmitgliedern 10,38 Millionen Euro zusammen, inklusive Altersvorsorge.

Kritiker werfen den Sparkassen vor, sich durch die Intransparenz möglichen Diskussionen zu entziehen

2019 berichtete "Finanz-Szene.de", dass bei mindestens 40 Sparkassen-Managern die Bezüge samt Pensionsrückstellungen eine Million Euro übersteigen. Und das gerade mal bei 21 Instituten, die die Gehälter offenlegen. In Wirklichkeit dürfte die Zahl der Einkommensmillionäre also noch höher liegen.

Kritiker werfen den Sparkassen vor, sich durch die Intransparenz bezüglich der Bezüge möglichen Diskussionen zu entziehen. Denn durch die lange Niedrigzinsphase sind viele Häuser gezwungen zu sparen. Sie schließen ihre Filialen, fusionieren, entlassen Mitarbeiter, erhöhen Gebühren und kündigen Sparverträge.

Das Vergütungsmodell der Sparkassen rege zudem nicht zu höheren Leistungen an, meinte der Frankfurter Wirtschaftsprofessor Ralf Jasny schon 2017 in einem Interview mit "Total Rewards". Anders als bei anderen Banken werden den Vorständen keine oder nur geringe Boni gezahlt. "Der Bonus in der Sparkassenwelt ist die Pensionszusage", so Jasny.

Der Existenzzweck mancher Sparkasse bestehe darin, die Pensionen für die alten Vorstände zu erwirtschaften, sagt er. "Um seine Pensionsansprüche zu sichern, will ein Sparkassenvorstand sein Amt durchlaufen, ohne sich irgendwie angreifbar zu machen. Er vermeidet in seiner Geschäftsführung penibel jegliches Risiko, das eventuell zu Fehlern führen könnte, für die er juristisch zu belangen wäre." Es fehle zudem eine vernünftige Kontrollinstanz.

cm