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HAUPTSTADTGEFLÜSTER: Lufthansa macht Berlin erneut Kopfschmerzen

·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Eigentlich will Lufthansa-Chef Carsten Spohr nur eines: Dass der Bund sich so schnell wie möglich aus der Fluglinie zurückzieht. Und eigentlich will Berlin das auch. Aber so einfach ist das weder für den einen noch für die anderen. Die größte europäische Airline wird wieder zum Problemfall.

Gut 9 Milliarden Euro Staatsbeihilfe wurde der Lufthansa von der Bundesregierung im Coronajahr 2020 als Staatshilfe zugesichert. Für einen kleinen Teil davon hatte sich Berlin damals eine direkte Aktienbeteiligung von 20% erstritten, die auf bis zu 25% aufgestockt werden könnte. Man wollte erstens Mitsprache und zweitens von einer möglichen späteren Erholung profitieren. Das eigentliche Geld floss jedoch auf dem Weg einer stillen Beteiligung, die aus Spohrs Sicht vor allem einen Nachteil hat: sie ist teuer und wird mit der Zeit noch teurer.

Deshalb will die Lufthansa nun Kapital einsammeln, um die stille Beteiligung des Staats zurückfahren zu können. Doch genau hier wird es schwierig: Damit die Kapitalerhöhung gelingt, braucht Spohr erneut die Hilfe des Bundes. Nach dem Teilausstieg der Kühne-Erben ist Berlin der bei weitem größte Aktionär, ohne dessen Beteiligung die Kapitalmaßnahme kaum zu stemmen ist. Der Bund prüft deshalb, sich an der auf rund 3 Milliarden Euro taxierten Transaktion zu beteiligen.

Doch die Entscheidung fällt der Politik diesmal besonders schwer. Im Wahljahr am Ende der Pandemie ist es gar nicht so einfach zu erklären, warum der Steuerzahler dem bereits mit Abstand größten Hilfeempfänger erneut unter die Arme greifen sollte, statt langsam den Rückzug einzuläuten. Zudem stößt nicht nur bei den Brüsseler Wettbewerbshütern sondern auch in Berlin die Selbstgefälligkeit auf, mit der Spohr auf öffentliche Hilfen pocht.

So war man in Berlin alles andere als erfreut, als der frühere Pilot an der Spitze des Kranich-Carriers vor einigen Monaten seine mit Staatsgeldern gewonnene Stärke dazu nutzen wollte, einen Vertrag mit Condor für Zubringerflüge zu kündigen. Das hätte das womöglich das Aus für Condor bedeutet - und den Verlust von Steuergeldern, mit denen auch Condor einst gerettet wurde.

Die Lufthansa-Rettung geht also in die nächste Runde - und bringt die Bundesregierung wieder einmal in Erklärungsnot.

(Dieser Kommentar spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung von Bloomberg LP oder deren Eigentümern wider. Birgit Jennen ist Reporterin bei Bloomberg News)

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