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Wer hat das Impfzertifikat von Präsident Macron geleakt?

·Lesedauer: 2 Min.

Das Covid-Impfzertifikat des französischen Präsidenten Emmanuel Macron wird seit Dienstag massenhaft in sozialen Netzwerken geteilt.

Auf Twitter und Snapchat riefen die Nutzer dazu auf, den Code als Gesundheitspass zu verwenden, der derzeit für den Besuch von Restaurants, Bars und Museen oder Fahrten etwa mit dem Fernzug nötig ist.

Besagter QR-Code mit Angabe von Macrons Namen und Geburtsdatum sowie seinen Impfinformationen sei aufgrund von "Nachlässigkeit oder Böswilligkeit" im Netz gelandet, bestätigte am Dienstag der Élyséepalast in Paris und macht dafür Mitarbeiter im Gesundheitssystem verantwortlich.

Aus Versehen oder mit Absicht?

Dem Élysée zufolge haben in Frankreich Gesundheitskräfte Zugriff auf ein zentralisiertes System mit Corona-Impfzertifikaten. Aus dem Kreise dieses Personals sei Macrons QR-Code aus Versehen oder mit Absicht in Umlauf gebracht worden.

Mehrere französische Medien wie die Zeitung Le Figaro oder Libération berichten, sie hätten Macrons QR-Code auf seine Authentizität hin überprürft und auf der französischen Corona-App "TousAntiCovid" eingescannt.

Geboren am 21. Dezember 1977

Dabei erschienen tatsächlich die persönlichen Daten von Emmanuel Macron auf dem Bildschirm: geboren am 21. Dezember 1977 und geimpft mit einer Dosis von Pfizer im vergangenen Juli. Das Staatsoberhaupt hatte das Vakzin zwar bereits Ende Mai erhalten, doch ein technischer Fehler hatte das Impfdatum in den Impfstoffregistern nach hinten verschoben.

Ein ähnlicher Vorfall hatte sich bereits wenige Tage zuvor mit dem dem QR-Code von Regierungschef Castex ereignet und wirft Fragen nach der Datensicherheit auf.

Im Fall von Jean Castex war die Quelle schnell ausgemacht. Es handelte sich um ein Foto einer Presseagentur, das Castex bei der Kontrolle seines Gesundheitspass zeigt und von Hackern "recycelt" wurde.

"Wir wissen, dass die Idee in Gruppen von Gelbwesten kursierte"

Bei Macron deutet alles daraufhin, dass eine unbekannte Person mutwillig den QR-Code weitergeleitet hat, vermutet der LREM-Abgeordnete Eric Bothorel.

Mit anderen Worten: Jemand, der den QR-Code von Emmanuel Macron zur Überprüfung einscannen sollte, aber stattdessen den Gesundheitspass des Präsidenten auf dem eigenen Handy speicherte und dann weiterreichte. "Wir wissen, dass die Idee in Gruppen von Gelbwesten kursierte", so Bothorel gegenüber der Webseite CheckNews.

Ob Macron einen neuen Code erhalten hat war zunächst unklar. Experten gingen davon aus, dass der geleakte QR-Code, der im Internet zirkulierte, auf eine "schwarze Liste" in der App TousAntiCovid gesetzt werde.

Einige konnten dem Datenleck auch etwas Lustiges abgewinnen:

In jedem Fall ist die Verwendung eines gefälschten QR-Codes verboten, ebenso wie die Weitergabe des eigenen oder eines fremden Codes.

Die Verwendung eines fremden Codes wird mit einer Geldstrafe von 135 € geahndet. Im Wiederholungsfall kann dies zu einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten führen.

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