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Haben wir bald einen 8. Kontinent? Alexander Gerst glaubt, dass eine dauerhafte Raumstation auf dem Mond möglich ist

 Alexander Gerst, links, fixiert dem Berner Arzt Marco Alain Sieber dessen Badge der Ausbildungsklasse. - Copyright: picture alliance/KEYSTONE | ALESSANDRO DELLA VALLE
Alexander Gerst, links, fixiert dem Berner Arzt Marco Alain Sieber dessen Badge der Ausbildungsklasse. - Copyright: picture alliance/KEYSTONE | ALESSANDRO DELLA VALLE

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst (47) ist optimistisch, dass eine dauerhafte Station auf dem Mond errichtet werden kann. Klingt das nach Science Fiction? "Science Fiction - aber in Realität!", sagte Gerst am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Köln. "Das ist wie bei der Antarktis-Forschung, das kann man sich anschauen in der Geschichte, das ist sehr parallel. Die zweite Welle der Exploration geht zum Mond nicht, um eine Flagge aufzustellen, sondern um Wissenschaft zu betreiben. Erstmal macht man das auch in einzelnen Missionen, wo man hin- und wieder wegfliegt, aber dann wird es wie in der Antarktis auch permanent besetzte Forschungsstationen geben, da bin ich mir sehr sicher."

Eine Antarktisstation wurde schließlich in einer menschenleeren Wüste gebaut, in einer Eiswüste. Am Anfang haben viele Leute gefragt: "Was wollen wir denn da?" Doch tatsächlich werden dort wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen. "Und so wird es auf dem Mond auch sein. Man kann sagen, die Antarktis war unser siebter Kontinent, den wir entdeckt haben, und der Mond ist der achte. Der ist drei Tage weg, drei Tage Flugzeit entfernt, und über den wissen wir noch gar nichts."

Im Europäischen Astronautenzentrum in Köln entsteht derzeit eine Trainingshalle "Luna", in der Astronauten auf künftige Mondmissionen vorbereitet werden. "Das wird direkt hier vor unserer Nase aufgebaut", erklärte Gerst. "Es war schon Richtfest. Die Halle sieht gut aus, da kommen zigtausend Tonnen simuliertes Mondgestein rein. Und die Idee ist, dass tatsächlich alle internationalen Partner - Astronauten und Astronautinnen - bei uns trainieren, bevor sie zum Mond fliegen, weil man da die Mondsituation - die Oberfläche, die Strahlung und so weiter - am realistischsten nachbilden kann auf der ganzen Welt."

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Alexander Gerst selbst ist als Kandidat für zukünftige Mondmissionen im Gespräch, auch wenn die ersten Flüge derzeit noch keine europäische Beteiligung vorsehen. Im Rahmen des "Artemis"-Programms der US-Raumfahrtbehörde sollen nach einem erfolgreichen, aber unbemannten Test Ende 2022 drei Männer und eine Frau in der rund zehntägigen Mission "Artemis 2" den Mond umrunden. Bei "Artemis 3" könnten dann nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder Astronauten auf dem Mond landen, darunter erstmals eine Frau und ein Nichtweißer.

Am Montag wurde im Europäischen Astronautenzentrum in Köln die Ausbildung eines neuen Jahrgangs von Astronautinnen und Astronauten feierlich abgeschlossen. Die Französin Sophie Adenot, der Spanier Pablo Álvarez Fernández, die Nordirin Rosemary Coogan, der Belgier Raphaël Liégeois und der Schweizer Marco Sieber können sich über ihren Abschluss freuen.

Gerst betonte, dass der Abschluss der Grundausbildung für jeden angehenden Astronauten ein bedeutender Moment sei, da man nun realisiere, dass eine Weltraummission wirklich in greifbare Nähe rücke. "Man realisiert plötzlich, man ist Teil einer großen Sache. Deswegen ist das schon ein wichtiger Tag im Leben eines Astronauten". Zu Beginn der Ausbildung wisse man noch nicht, ob man den Anforderungen gewachsen sei. Aber am Ende sei klar: "Krass, das ist jetzt ein Schritt, den ich hinter mich gebracht habe." Es sei ein tolles Gefühl, an das er sich gut erinnere.

AA/dpa