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CDU-Politiker reagieren erbost auf Habecks Kritik an Trump-Rede

Die Kritik des Grünen-Chefs an der Davos-Rede von US-Präsident Trump kommt bei der CDU nicht gut an. Habeck habe sich selbst disqualifiziert, meint Außenpolitiker Röttgen. Andere springen ihm bei.

Außenpolitiker Röttgen (CDU) kritisiert Grünen-Chef Habeck. Foto: dpa

Kritik von Grünen-Chef Robert Habeck an der Rede von US-Präsident Donald Trump auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos stößt in der CDU auf heftigen Unmut. „Es ist schon eine Leistung, sich durch die Kritik an Präsident Trump selbst zu disqualifizieren; das ist Habeck gelungen“, sagte der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Habecks Aussage, Trump sei „der Gegner, er steht für all die Probleme, die wir haben“, offenbare „mindestens eine erschreckende außenpolitische Einfältigkeit des grünen Spitzenmannes“.

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Trump sei schließlich „der demokratisch gewählte Präsident des Landes, das das Rückgrat unserer eigenen Sicherheit bildet“.

Auch andere CDU-Politiker teilen die Kritik ihres Parteikollegen Röttgen. Der parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Thomas Bareiß, schreibt auf Twitter: „Offen gestanden finde ich den typisch US-amerikanischen Optimismus – trotz der auch manchmal kritischen Betrachtung auf die Trump Politik – allemal besser als die ständigen miesepetrigen Untergangsmeldungen von Habeck und den Grünen.“

CDU-Abgeordneter Kai Whittaker schrieb: „Wenn Trump der Gegner ist, dann sind die USA der Gegner. Das finde ich falsch. Wir müssen stattdessen mit Trump umgehen, anstatt ihn zu bekämpfen. Das heißt, europäische Stärke aufbauen und Zivilpartnerschaften in den USA suchen, wo immer möglich.“

Habeck hatte Trumps Auftritt in Davos massiv kritisiert. „Trumps Rede war ein Desaster für die Konferenz“, sagte er nach der Eröffnungsrede des US-Präsidenten. In einem von einer ZDF-Journalistin bei Twitter verbreiteten Video bezeichnete Habeck die Rede Trumps als die schlechteste, die er je gehört habe.

Er sagte weiter: „Er ist der Gegner. Er steht für all die Probleme, die wir haben.“ In einem NTV-Interview betonte Habeck, Deutschland habe den USA viel zu verdanken, unter anderem die Befreiung vom Faschismus. Dies könne nicht durch einen US-Präsidenten alles kaputt gemacht werden. Man müsse ihn besuchen, aber man müsse ihm auch widersprechen. Dies könne man vielleicht auch ein bisschen höflicher tun, als er es getan habe „im ersten Brast“. „Aber: Der Typ braucht Widerrede.“

Unbeeindruckt von jeglicher Kritik legte Donald Trump am Mittwoch noch einmal bei Twitter nach und griff noch einmal den Optimismus seiner gestrigen Davos-Rede auf. Eine große Zahl an Firmen investiere in den USA, das schaffe „Jobs, Jobs, Jobs.“

Parteikollegen der Grünen unterstützen Habecks Kritik auf Twitter. Der haushaltspolitische Sprecher, Sven Kindler, schrieb auf Twitter: „Robert Habeck sagt im Ton und Inhalt was zu sagen ist über Trump. Nationalisten und Chauvinisten wie er verdienen keine Solidarität und Toleranz, sondern klare Kante.“

SPD-Politiker Ralf Stegner schwenkte ebenfalls auf die Linie der Grünen ein und bescheinigte Trump ein „peinliches“ Verhalten. Auf Twitter kommentiert er: „Der mächtigste Führer der westlichen Welt ist ein selbstgefälliger Einfaltspinsel auf nach oben offener Peinlichkeitsskala.“

Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, sagte der „Bild“-Zeitung zu der Habeck-Schelte: „Er hätte besser zuhören sollen. Dann hätte er vielleicht verstanden, wie man eine Wirtschaft massiv wachsen lassen und zeitgleich den CO2-Ausstoß senken kann – zwei Dinge, die er noch lernen muss.“

Trump hatte in Davos vor Pessimismus gewarnt. Angst und Zweifel seien nicht gut, man sollte optimistischer nach vorne schauen.

„Wir müssen die ewigen Propheten des Untergangs und die Vorhersagen einer Apokalypse ablehnen“, sagte Trump, ohne das Wort Klimawandel in den Mund zu nehmen.