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Die Hälfte der Geringverdiener sieht sich am Existenzminimum

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Die Coronakrise trifft einer Umfrage der Deutschen Bank zufolge Geringverdiener besonders stark. Drei Viertel der Befragten sind gut durch die Krise gekommen.

Jeder Zweite (52 Prozent) gibt den Angaben zufolge aktuell genau so viel Geld aus wie vor der Corona-Krise, sechs Prozent geben mehr und 42 Prozent weniger aus. Foto: dpa
Jeder Zweite (52 Prozent) gibt den Angaben zufolge aktuell genau so viel Geld aus wie vor der Corona-Krise, sechs Prozent geben mehr und 42 Prozent weniger aus. Foto: dpa

Fast ein Viertel der Menschen in Deutschland (24 Prozent) verzeichnet einer Umfrage zufolge durch die Corona-Krise deutliche Einbußen beim Haushaltsnettoeinkommen. Im Schnitt hätten sie 400 Euro weniger im Portemonnaie als vor der Pandemie, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Untersuchung der Deutschen Bank.

Die Einbußen treffen demnach Menschen mit ohnehin geringerem Einkommen besonders stark. Insgesamt sehen sich die Hälfte der Geringverdiener (51 Prozent) „am finanziellen Existenzminimum“.

Fünf Prozent der im September vor dem Beschluss zum Teil-Lockdown 3200 befragten Menschen gaben hingegen an, mit Corona über ein höheres Einkommen zu verfügen.

Mehr als drei Viertel der Menschen in Deutschland (76 Prozent) sind nach eigener Einschätzung bislang einigermaßen gut durch die Krise gekommen. Dagegen fühlen sich 13 Prozent in ihrer Lebensgestaltung stark eingeschränkt.

Menschen, die über ein höheres Einkommen verfügen, gaben häufiger an, „nur wenig“ unter den Einschränkungen zu leiden. Sechs Prozent sehen keine Krise und halten das „dauernde Sprechen“ darüber für überzogen.

Mehrheit bewertet Lockdown im Frühjahr als sinnvoll

Die Mehrheit der Befragten (58 Prozent) bewertet den Lockdown im Frühjahr als sinnvoll für die Gesundheit aller Menschen. Die umfassenden Hilfen für die Wirtschaft halten sogar mehr als zwei Drittel (67 Prozent) für richtig.

Corona und die Folgen werden das Land nach Einschätzung der meisten Befragten noch lange belasten. Als am wahrscheinlichsten wird angesehen, dass Deutschland drei bis fünf Jahre (44 Prozent) benötigt, bis es sich von den Auswirkungen erholt hat.

Jeder Zweite (52 Prozent) gibt den Angaben zufolge aktuell genau so viel Geld aus wie vor der Corona-Krise, sechs Prozent geben mehr und 42 Prozent weniger aus. Gespart wird vor allem bei Reisen, die wegen Reisewarnungen für zahlreiche Ziele im Ausland allerdings ohnehin eingeschränkt sind.

Ein knappes Drittel (30 Prozent) senkte die Ausgaben für Bekleidung. Tiefer in die Tasche greift ein Teil der Befragten hingegen für Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel sowie für Balkon und Garten.

Wenn die Pandemie bewältigt ist wollen die Menschen in Deutschland der Umfrage zufolge vor allem drei Dinge: Die Maske loswerden (58 Prozent), unbesorgt reisen (54 Prozent) und Freunde und Verwandte zur Begrüßung wieder umarmen (44 Prozent).