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Griechenland plädiert für EU-Impfpass

·Lesedauer: 2 Min.

ATHEN (dpa-AFX) - Gegen Covid-19 geimpfte EU-Bürger sollen nach Ansicht der griechischen Regierung einen EU-weit gültigen Impfpass erhalten - dafür hat sich der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis in einem Brief an die EU-Kommission eingesetzt. Es sei dringend notwendig, ein gemeinsames Verständnis darüber zu etablieren, wie solch ein Impf-Zertifikat strukturiert sein müsse, so dass es von allen EU-Staaten akzeptiert werde, hieß es in dem Schreiben, das am Dienstag von der griechischen Tageszeitung "Kathimerini" veröffentlicht wurde.

Mitsotakis betonte, dass Griechenland die Impfung nicht zur Pflicht oder Voraussetzung für Reisen machen werde. Aber: "Die Personen, die geimpft sind, müssen frei reisen dürfen." Das könne auch ein positiver Anreiz sein, sich impfen zu lassen, was wiederum der einzige Weg sei, um zur Normalität zurückzukehren. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich bereits bei ihrem Gipfel im Dezember darauf verständigt, dass "ein koordinierter Ansatz für Impfbescheinigungen" entwickelt werden solle.

Ein Sprecher der EU-Kommission bestätigte den Eingang des Briefes am Dienstag. Die in dem Schreiben aufgeworfenen Punkte sowie andere Fragen im Zusammenhang mit Impfungen würden im Europäischen Rat der Staats- und Regierungschefs diskutiert. Kanzlerin Angela Merkel und ihre EU-Kollegen beraten kommende Woche am Donnerstag erneut über die Corona-Koordinierung der EU-Staaten.

Für Griechenland wäre ein EU-Impfpass vor allem deshalb sinnvoll, damit in diesem Jahr wieder mehr Touristen ins Land kommen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 war der wichtige Wirtschaftszweig wegen Corona laut griechischem Tourismus-Institut Insete stark eingebrochen. So seien rund 5 Millionen internationale Flugankünfte verzeichnet worden - gegenüber 18,8 Millionen Ankünften im Vorjahreszeitraum ein Rückgang von 73,4 Prozent.

Für Athen gilt es dabei, mehr Touristen, aber damit nicht auch mehr Corona ins Land zu holen. Griechenland hat die Lage bisher durch strenge Maßnahmen vergleichsweise gut im Griff - das Land mit seinen 11 Millionen Einwohnern verzeichnet aktuell täglich nur um die 500 Neuinfektionen. Dennoch war der notleidende Gesundheitssektor zeitweise bereits stark unter Druck geraten.