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Greensill treibt Beiträge zur Einlagensicherung 50% hoch: Kreise

Steven Arons
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die gesetzliche Einlagensicherung der deutschen Privatbanken wird die Beiträge ihrer Mitglieder um mehr als 50% erhöhen, nachdem die Pleite der Greensill Bank AG ein tiefes Loch in die Kasse gerissen hat.

Die Beiträge von Deutsche Bank AG, Commerzbank AG und den anderen Mitgliedern der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) werden in den nächsten vier Jahren um jeweils rund 275 Millionen Euro pro Jahr steigen, geht aus internen Berechnungen hervor, die Bloomberg News vorliegen. Im letzten Jahr beliefen sich die Beiträge auf 483 Millionen Euro.

Ein Sprecher der EdB wollte sich nicht zu dem Thema äußern.

Grund für die Erhöhung ist, dass die gesetzlich verankerte EdB Greensill-Einleger mit 1,1 Milliarden Euro entschädigen musste, trotzdem aber bis 2024 den Zielbetrag von 0,8% der geschützten Einlagen erreichen muss. Für die ohnehin schon angespannte Kostensituation der Bankenbranche kommt die Erhöhung ungelegen.

Die Deutsche Bank sagte bereits gestern, sie erwarte wegen der Greensill-Pleite zusätzliche Beiträge in Höhe von insgesamt 250 Millionen Euro. Die Commerzbank hat sich noch nicht zu dem Thema geäußert.

Nach dem Zusammenbruch der Greensill Bank AG hatten die EdB und ein freiwilliger Fonds, mit dem auch Einlagen über 100.000 Euro abgesichert sind, bis Anfang April 2,7 Milliarden Euro an 20.500 geschädigte Einleger der Greensill Bank ausgezahlt. Auf die gesetzliche EdB entfielen dabei 1,1 Milliarden Euro. Sie ist in der Insolvenzordnung privilegiert und könnte daher einen größeren Teil aus der Abwicklung der Greensill Bank erhalten.

Der freiwillige Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (ESF) trägt zum einen einen größeren Teil des Schadens, zum anderen ist er in der Insolvenzordnung anders als die EdB nicht bevorrechtigt. Daher könnte es auch hier zu Nachschussforderungen kommen. Der Bundesverband der deutschen Banken plant Änderungen am ESF, um zukünftige Zahlungen stärker zu beschränken.

Auch im benachbarten Österreich hat im vergangenen Jahr die Pleite zweier Kleinstbanken die Einlagensicherung empfindlich dezimiert. Dort fehlt eine halbe Milliarde Euro, die Beiträge müssen um mehr als zwei Drittel steigen.

Überschrift des Artikels im Original:German Deposit Insurance Raises Fees By Over 50% on Greensill

(Wiederholung vom Vortag)

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