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Gläubiger von Pim Gold erhalten einen kleinen Teil ihres Investments zurück

Blume, Jakob Nagel, Lars-Marten
·Lesedauer: 3 Min.

Erstmals haben Gläubiger des untergegangenen Goldhändlers Pim einen Bruchteil ihres Vermögens zurückerhalten. Doch der Verlust dürfte sich auf 80 Prozent belaufen.

7000 Gläubiger haben dem Insolvenzverwalter ihre Forderungen angemeldet, die sich insgesamt auf ein Volumen von rund 178 Millionen Euro belaufen. Foto: dpa
7000 Gläubiger haben dem Insolvenzverwalter ihre Forderungen angemeldet, die sich insgesamt auf ein Volumen von rund 178 Millionen Euro belaufen. Foto: dpa

Anderthalb Jahre nach der Pleite von Pim Gold aus Heusenstamm haben die Anleger eine Abschlagzahlung von 7,5 Prozent auf ihre Forderungen erhalten. Zuvor sei die Verwertung der sichergestellten Edelmetallbestände weitgehend abgeschlossen worden, teilte Insolvenzverwalter Renald Metoja aus Lauda-Königshofen am Dienstag mit.

Die Insolvenz des Goldhändlers ist der wohl spektakulärste Gold-Anlegerskandal des vergangenen Jahrzehnts. Nach einer Razzia im September 2019 stellten die Behörden fest, dass rund zwei Tonnen Gold in den Tresoren fehlten, das Pim für Kunden bestimmter Goldsparpläne aufbewahren sollte. Die Anleger waren mit dem Versprechen einer Art Zins, dem sogenannten „Bonusgold“, geködert worden. Renditen sollten angeblich durch Kauf und Recycling von Altgold erwirtschaftet werden.

Laut Metoja haben bislang rund 7000 Gläubiger ihre Forderungen angemeldet, die sich insgesamt auf ein Volumen von rund 178 Millionen Euro belaufen. Bei der ersten Ausschüttung habe er zunächst Gläubiger berücksichtigt, deren Forderungen gerichtlich bereits festgestellt seien, sagte Metoja. Ein kleiner Teil der Forderungen befinde sich in Prüfung oder werde noch nachgemeldet. Sie würden in den nächsten Ausschüttungen bedient.

„Nach aktuellem Stand bestehen gute Aussichten, dass die Gläubiger zwischen 15 und 20 Prozent ihrer Forderung zurückbekommen“, sagte Metoja und verwies auf die durchschnittliche Insolvenzquote bei Firmen in Deutschland von zuletzt 3,6 Prozent.

Was für den Insolvenzverwalter ein Erfolg sein mag, dürfte Anleger indes nur wenig freuen. Heißt es doch im Umkehrschluss, dass 80 Prozent ihres angelegten Kapitals wohl verloren sind.

Hohe Abflüsse an den Vertrieb

Wie es dazu kommen konnte, wird am Landgericht Darmstadt verhandelt, wo sich zwei ehemalige Geschäftsführer verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft hat sie angeklagt, „gemeinschaftlich und gewerbsmäßig“ die Goldkäufer betrogen zu haben. Nach den Erkenntnissen der Ermittler sollen die Zinszahlungen nach Art eines Schneeballsystems aus neu eingeworbenen Kundengeldern geleistet worden sein. Im Fall einer Verurteilung drohen den Männern bis zu zehn Jahre Haft.

Die Vertragsbedingungen der meisten Gold-Anlageprodukte enthielten eine Passage, wonach sich die Pim verpflichtete, das Gold so zu lagern, dass es den Kunden zweifelsfrei zuzuordnen ist. Doch Behältnisse mit Gold, sortiert nach Kundennamen oder Vertragsnummer, fanden weder Insolvenzverwalter noch Ermittler.

Das passt ins Bild. Das Team des Insolvenzverwalters arbeitet noch immer die lückenhafte Finanzbuchhaltung von Pim auf. Es handle sich um „Puzzle-Arbeit“, sagte Metoja. Zudem konzentriere er sich nun auf die Prüfung und Nachverfolgung von Ansprüchen zugunsten der Insolvenzmasse, teilte Metoja mit.

Dazu zählen etwa Ansprüche gegen die Scheideanstalt Nadir in der Türkei, an die mutmaßlich Gelder transferiert worden sind. Hinzu kommen Haftungs- oder Anfechtungsansprüche, etwa gegen ehemalige Organe oder Vertriebsmitarbeiter der Gesellschaft.

Für Anleger dürfte vor allem spannend sein, ob Metoja Geld vom Vertrieb zurückfordern kann. Pim zahlte freien Maklern Provisionen von sieben bis zu zwölf Prozent. Vorläufigen Zahlen zufolge flossen allein zwischen 2008 und 2017 rund 46 Millionen Euro als Provisionen an die selbstständigen Vertriebspartner ab.