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Gewerkschaft: Bahn-Kunden werden durch 'Tal der Tränen' gehen

BERLIN (dpa-AFX) - Die angekündigte "Generalsanierung" bei der Bahn wird aus Gewerkschaftssicht den Fahrgästen viel Geduld abverlangen. "Die Bahnverkehrsunternehmen und die Kunden werden durch ein Tal der Tränen gehen", sagte der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, Klaus-Dieter Hommel, am Montag, der Deutschen Presse-Agentur. "Es wird Jahre dauern, bis es besser wird. Aber die Kunden werden das honorieren, weil die Situation auf der Straße auch nicht besser wird und sie umweltbewusst sind", bemerkte Hommel, der auch Vizechef des Bahn-Aufsichtsrats ist.

Bahnchef Richard Lutz hatte am Montag erklärt, das Staatsunternehmen wolle ab 2024 wichtige Streckenkorridore einer "Generalsanierung" unterziehen und ein "Hochleistungsnetz" aufbauen. Hintergrund ist das Ziel, den Bahnverkehr deutlich auszubauen, dabei aber den Sanierungsstau im Netz zu bekämpfen.

Hommel nannte die Ankündigung richtig und notwendig. Er fügte hinzu: "Die Überalterung und Kapazitätsprobleme sind selbst verursacht. Man hat die Instandhaltung sträflich vernachlässigt." Das betreffe nicht nur Nebenstrecken, sondern das 3500 Kilometer lange Kernnetz, das die Hauptlast des Bahnverkehrs trägt. "Das Kernnetz ist ein Sanierungsfall", sagte Hommel. Ziele wie die Verdoppelung der Fahrgastzahl und der einheitliche Fahrplantakt für Deutschland seien damit unrealistisch.

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