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Gestörte Potenz und Fruchtbarkeit: Eine Corona-Infektion kann zu dauerhaften Pro­blemen im Bett führen

·Lesedauer: 3 Min.

Seit einiger Zeit kursieren Gerüchte, dass die Covid-19 Impfung bei Männern zu Impotenz führen würde. In einem Artikel der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) erklärt Chef-Androloge Michael Zitzmann von der Universitätsklinik Münster nun, dass nicht die Impfung, sondern das Virus zu fürchten sei, wenn es um ein gesundes Sexualleben gehe.

Löst Covid-19 Erektionsstörungen aus?

Bereits zu Beginn der Pandemie wurden Erektionsstörungen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung gebracht. Dies hat möglicherweise mit dem Angriff des Virus auf das sogenannte Endothel, also die Zellschicht, welche Blutgefäße umgibt, zu tun. So scheint es, dass "das Coronavirus die fragilen Gefäße im Penis so schädigt, sodass das Endothel nicht mehr funktioniert und die Erektion nicht mehr klappt", erklärt Zitzmann der „FAZ“. Auch in den USA habe es einen solchen Fund gegeben, wo nur bei Covid-Erkrankten ein geschädigtes Endothel und Virenpartikel im Penisgewebe festgestellt worden seien.

Außerdem könne das Virus auch die Leydig-Zellen, die Zellen in den Hoden, so schädigen, dass diese weniger Testosteron produzieren. Und nicht nur für das Beziehungsleben ist eine Erektionsstörung problematisch – auch das erhöhte Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle macht Erektionsstörungen für Männer zu einem ernsthaften Gesundheitsproblem, schreibt die "FAZ". Der Urologe der Asklepios Klinik, Christian Wülfing, warnt im „FAZ“-Artikel jedoch davor, die gesamte Schuld dem Virus zuzuschieben. Das Virus könne lediglich der letzte Tropfen sein, und im Zusammenhang mit bereits vorhandenem Diabetes, Bluthochdruck, bestimmten Medikamenten und anderen Faktoren zu einer Erektionsstörung führen kann.

Wer nach einer Covid-19-Erkrankung an Erektionsproblemen leidet, sollte erst einmal sein Testosteron testen lassen, abwarten und gegebenenfalls, nach Absprache mit einem Arzt, zu Mitteln wie Viagra greifen, rät der Androloge Zitzmann.

Impotenz durch Covid-19-Infektion?

Inwiefern eine Covid-19 Erkrankung zu Impotenz führen kann ist noch unklar. Auch hier spielen wieder die Leydig-Zellen eine Rolle, die das Testosteron produzieren. Aber auch die Sertoli-Zellen, welche die Spermien ernähren und die Spermien-Vorläufer, denn auf diesen Zellen in den Hoden befindet sich der Rezeptor für das Sars-Cov-2-Virus, was sie weitaus anfälliger macht. Doch auch wenn die Hoden von dem Virus befallen sind, ist nicht klar, wie sich das auf die Spermienproduktion auswirkt. Die „FAZ“ bezieht sich auf eine Auswertung von 28 Studien des Chinese PLA Hospital in Peking. Von 860 Männern wurde jenen mit schwerer Covid-Infektion eine schlechtere Samenqualität als jenen mit milder Infektion nachgewiesen. Allerdings ist bei keiner der Studien bekannt, wie die Samenqualität vor der Infektion gewesen war.

Könnte die Impfung sich auf sexuelle Gesundheit auswirken?

In Bezug auf die Impfung gibt es dagegen keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit sexueller Einschränkung. Weder Erektionsstörungen noch niedrige Testosteron-Werte oder Unfruchtbarkeit wurden bei Geimpften festgestellt, erklärt das Paul-Ehrlich-Institut in Langen. Eher im Gegenteil: Bei einer kleinen Studie von Forschern der University in Miami wurden die Spermien 45 geimpfter Männer untersucht, doch anstatt weniger stellte das Forschungsteam mehr Spermien fest. Die Werte lagen aber im Bereich der natürlichen Schwankungen und es wurden keine weiteren Auswirkungen der Impfung auf die Spermien festgestellt.

Der einzige Faktor, der kurzzeitig zu einer Verringerung der Spermien führen könnte, ist das Fieber, welches in manchen Fällen von der Impfung ausgelöst wird. "Fieber behindert die Reifung der Samenzellen und kann so die Samenqualität vorübergehend verschlechtern", so die "FAZ".

Auch in Bezug auf Erektionsprobleme gibt es keinen Grund zur Sorge. Lediglich Forscher der University of Texas berichteten von einer sehr seltenen Infektion der Hirnanhangsdrüse nach einer Impfung mit dem BioNTech-Impfstoff. Diese Drüse ist unter anderem dafür zuständig, die Hoden anzuregen, Testosteron zu produzieren. Doch auch hier ist die Ursache nicht einfach der Impfung zuzuschreiben, sondern kann mit sehr verschiedenen Vorerkrankungen zusammenhängen. "Der Nutzen der Impfung überwiegt auf jeden Fall das Risiko etwaiger Nebenwirkungen", sagt Christian Wülfing.

mwolf

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