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Das Geschäft mit dem Impfen: Wie Ärzte und Apotheker um Vergütungen des Staats kämpfen

·Lesedauer: 3 Min.
Ein Apotheker bereitet zwischen Kleiderständern in der Garderobe der Semperoper bei einer Impfaktion den Impfstoff gegen das Coronavirus von Moderna vor.
Ein Apotheker bereitet zwischen Kleiderständern in der Garderobe der Semperoper bei einer Impfaktion den Impfstoff gegen das Coronavirus von Moderna vor.

Impfen lohnt sich – auch finanziell. Über 50 Millionen Corona-Impfungen haben Arztpraxen in Deutschland dieses Jahr laut Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung durchgeführt. Bis Mitte vergangenen Monats gab es gemäß der Corona-Impfverordnung der Bundesregierung für jede durchgeführte Impfung 20 Euro, am Wochenende sogar 28. Das bedeutet: Stand November haben Ärzte in Deutschland circa eine Milliarde Euro mit Corona-Impfungen eingenommen.

Und in Zukunft lässt sich mit dem Impfen noch mehr Geld verdienen. Die Impfverordnung wurde vor drei Wochen angepasst: Pro Impfungen gibt es für die Arztpraxen nun 28 Euro, am Wochenende sogar 36 Euro. Für die Mediziner ein lukratives Geschäft: In der letzten Novemberwoche bestellten Praxen durchschnittlich jeweils rund 86 Dosen. Dafür gäbe es mindestens 2408 Euro. Im Monat können also pro Praxis schnell mal 10.000 Euro zusammenkommen. Und die Zahl der in Deutschland weiterhin notwendigen Corona-Impfungen ist groß. Allein 38 Millionen Booster-Impfungen stehen noch an. Hinzu kommen viele Millionen Impfungen für Kinder. Sollte im Frühjahr eine allgemeine Impfpflicht beschlossen werden, müssen zudem knapp 19 Millionen Ungeimpfte zweifach geimpft werden.

Die Impfungen gegen das Coronavirus bleiben also ein Milliardenmarkt. Einer, den sich die Arztpraxen in Zukunft jedoch teilen müssen.

Tierärzte, Zahnärzte und Apotheker bestehen auf gleiche Impfvergütung

Denn vergangene Woche verabschiedete die neue Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP das "Gesetz zur Stärkung der Impfprävention gegen COVID-19". Mit diesem wurde beschlossen, dass in Zukunft auch Zahnärzte, Tierärzte und Apotheker gegen das Coronavirus impfen dürfen. Voraussetzung sind entsprechende Räumlichkeiten sowie geschultes Personal.

Die knapp 102.000 fach- und allgemeinmedizinischen Arztpraxen in Deutschland bekommen also viel neue Konkurrenz: etwa 73.000 aktive Zahnärzte, 53.000 Apotheker sowie 12.000 Tierärzte sind nun impfberechtigt. Nicht alle werden sich an der Corona-Impfkampagne beteiligen. In einer Umfrage der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) etwa zeigte sich nur die Hälfte der 6800 befragten Apotheker dazu bereit. Immerhin ist mit dem Impfen auf ein großer Aufwand verbunden: So sind Schulungen zu absolvieren, Räumlichkeiten entsprechend herzurichten und jede Menge Papierkram zu bewältigen.

Die Apotheker sowie Zahn- und Tierärzte, die gegen Corona impfen wollen, bestehen daher auf die gleiche Vergütung, die auch Kassenärzte für das Impfen bekommen. Die ABDA und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) stellten diese Forderung bereits in der vergangenen Woche auf. Eine Sprecherin des Bundesverbands praktizierender Tierärzte (BPT) teilte auf Anfrage von Business Insider schriftlich mit: "Wir als Verband für die praktizierende/n Tierärzte/-innen sehen es als selbstverständlich an, dass für die gleiche Leistung auch die gleiche Bezahlung zu erfolgen hat."

Verhandlungen über Vergütungen von Corona-Impfungen laufen – Kassenärzte betont gelassen

Um dem zu entsprechen, müsste die Bundesregierung die Impfverordnung anpassen. Nach Informationen von Business Insider verhandeln die drei Interessensverbände zurzeit mit dem Bundesgesundheitsministerium über die Vergütungen für Corona-Impfungen – Ausgang offen.

Auf Anfrage von Business Insider stellte ein Ministeriumssprecher eine "kurzfristige Anpassung der Coronavirus-Impfverordnung" in Aussicht. Dabei gehe es auch um Regelungen zur Vergütung sowie zur Einbindung der genannten Gruppen in die Meldepflichten und die Impfstoffbelieferung. "Einen konkreten Zeitplan kann ich Ihnen nicht nennen", sagte der Sprecher. "Es ist aber damit zu rechnen, dass Apotheker und die genannten Arztgruppen Anfang des Jahres 2022 in die Impfkampagne eintreten können."

Die Kassenärzte in Deutschland sehen diesem Augenblick betont gelassen entgegen. In Kreisen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) wird damit gerechnet, dass nicht viele Apotheker, Tier- und Zahnärzte in die Corona-Impfkampagne einsteigen werden. Auch seien die Impfpotenziale der Arztpraxen noch nicht ausgenutzt. Soll heißen: Deutschlands niedergelassene Ärzte rechnen damit, dass ein Großteil der Impfmilliarden weiter bei ihnen landen wird.

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