Deutsche Märkte öffnen in 5 Stunden 46 Minuten
  • Nikkei 225

    26.913,33
    +42,06 (+0,16%)
     
  • Dow Jones 30

    31.438,26
    -62,42 (-0,20%)
     
  • BTC-EUR

    19.632,12
    -381,23 (-1,90%)
     
  • CMC Crypto 200

    452,17
    -9,63 (-2,08%)
     
  • Nasdaq Compositive

    11.524,55
    -83,07 (-0,72%)
     
  • S&P 500

    3.900,11
    -11,63 (-0,30%)
     

GESAMT-ROUNDUP 2: Großangriff im Donbass erwartet

(neu: Öl-Embargo, Selenskyj, Biden, Scholz)

KIEW/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Ukraine rechnet mit einem russischen Großangriff auf das Zentrum ihrer Verteidigungskräfte im Donbass im Osten des Landes. Am 96. Kriegstag wurden auch in der Großstadt Sjewjerodonezk wieder Kämpfe gemeldet. Im Süden des Landes berichtete die Ukraine von einer eigenen Offensive. In Brüssel bemühten sich indes die EU-Staats- und Regierungschefs um eine Einigung auf weitere Sanktionen gegen Russland - wegen der Blockade Ungarns war ein vollständiges europäisches Öl-Embargo allerdings vorerst vom Tisch.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte per Video-Schalte von den Gipfelteilnehmern ein schnelles Sanktionspaket. Er wirft Russland einen Vernichtungskrieg vor. Den Westen hatte das angegriffene Land auch um Mehrfachraketenwerfer gebeten. US-Präsident Joe Biden sagte, sein Land werde der Ukraine keine Raketensysteme mit einer Reichweite bis Russland schicken. Bundeskanzler Olaf Scholz sicherte der Ukraine weiter Unterstützung zu - und zeigte sich von einer Warnung des russischen Präsidenten Wladimir Putin unbeeindruckt.

Russland bereitet laut Ukraine Großangriff auf Slowjansk vor

Der Raum Slowjansk-Kramatorsk ist der größte Ballungsraum im Donbass, der noch unter Kontrolle Kiews steht. Hier ist auch das Oberkommando der Streitkräfte im Osten des Landes stationiert. Die russischen Truppen verlegten neue Einheiten nach Slowjansk, um das Gebiet sowohl von Isjum als auch von der kürzlich eroberten Kleinstadt Lyman aus anzugreifen, hieß es im Lagebericht des ukrainischen Generalstabs.

Daneben steht aber auch weiterhin der Raum Sjewjerodonezk-Lyssytschansk im Fokus der russischen Angriffsbemühungen im Donbass. In Sjewjerodonezk haben sich russische Einheiten demnach bereits im Nordosten und Südosten der Stadt festgesetzt. Auch hierhin sollen zur Unterstützung weitere Einheiten aus Russland verlegt werden.

Ukrainische Behörden berichten über Offensive im Süden des Landes

Das ukrainische Militär setzte nach eigenen Angaben seine Offensive an der Grenze zwischen den Gebieten Mykolajiw und Cherson im Süden der Ukraine fort. "Die Lage im Süden ist dynamisch und gespannt", teilte das Oberkommando des ukrainischen Wehrkreises Süd in der Nacht zum Montag mit. Russland ziehe Reserven zusammen und versuche, die Frontlinien im Gebiet Cherson zu befestigen.

Das russische Militär beschoss nach eigenen Angaben eine Werft in Mykolajiw. Mit Luft-, Raketen- und Artillerieangriffen seien zudem in den vergangenen 24 Stunden Dutzende Kommandopunkte und Gefechtsstände im ostukrainischen Donbass-Gebiet, Fernmeldestellen und zahlreiche Truppenansammlungen vernichtet worden. Diese Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

EU-Gipfel: Vollständiges Öl-Embargo gegen Russland vorerst vom Tisch

Die Pläne für ein vollständiges europäisches Öl-Embargo gegen Russland sind wegen der Blockade Ungarns vorerst vom Tisch. Bei einem Gipfeltreffen in Brüssel zeichnete sich am Montagabend ab, dass sich die 27 EU-Staaten - wenn überhaupt - nur auf ein eingeschränktes Verbot von russischen Öl-Importen einigen. Demnach würden vorerst nur Öl-Lieferungen über den Seeweg unterbunden werden, die Lieferung von Öl aus Russland per Pipeline wäre hingegen weiter möglich. Ungarn könnte sich somit weiterhin über die riesige Druschba-Leitung mit Öl aus Russland versorgen.

Das russische Staatsunternehmen Gazprom kündigte an, ab Dienstag kein Gas mehr an die Niederlande liefern, weil der Gasimporteur seine Rechnung nicht in Rubel bezahlen will. Große Folgen für Unternehmen und Haushalte werden aber nicht erwartet. Zuvor waren die Energie-Lieferungen bereits für Polen, Bulgarien und Finnland gestoppt worden.

Selenskyj fordert schnelles Sanktionspaket der EU

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die EU-Staats- und Regierungschefs dazu aufgerufen, schnell weitere Sanktionen gegen Russland zu verhängen. "Warum kann Russland mit dem Verkauf von Energie immer noch fast eine Milliarde Euro pro Tag verdienen?", fragte Selenskyj, der per Video beim EU-Sondergipfel in Brüssel zugeschaltet war. Er dankte den Vertretern der EU-Länder jedoch dafür, dass sie über Kompromisse sprächen.

Biden: Keine Raketensysteme für Ukraine mit Reichweite bis Russland

US-Präsident Joe Biden machte deutlich, die US-Regierung wolle keine Raketensysteme an die Ukraine liefern, die eine Reichweite bis nach Russland haben. Man werde keine Raketensysteme in die Ukraine schicken, die russisches Territorium treffen könnten, sagte er in Washington auf eine entsprechende Frage von Reportern.

Der Fernsehsender CNN hatte vor wenigen Tagen unter Berufung auf Beamte berichtet, die US-Regierung erwäge, fortschrittliche Mehrfachraketenwerfer mit hoher Reichweite in die Ukraine zu schicken. Die in den USA hergestellten Artilleriesysteme MLRS und HIMARS könnten Geschosse über bis zu 300 Kilometer abfeuern. Die Ukraine habe um diese Art von Waffen gebeten, hieß es.

Scholz will sich von Putin nicht einschüchtern lassen

Am Wochenende hatte Putin in einem Telefonat mit Scholz und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron den Westen vor der Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine gewarnt. Scholz zeigte sich am Montag davon unbeeindruckt. Man dürfe sich keine Angst machen lassen, sagte der SPD-Politiker in einem Interview der ARD-"Tagesthemen". "Und deswegen werden wir fortfahren mit dem, was wir angefangen haben." Dazu gehörten neben weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine auch die bessere Ausrüstung der Bundeswehr über das geplante 100-Milliarden-Programm. Deutschland werde "die Ukraine so lange unterstützen, wie das notwendig ist", betonte Scholz.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.